
Quelle: IHA
WASSERKRAFT:
Weltweiter Wasserkraft-Bericht zeigt Handlungsdruck
Die Internationale Wasserkraftvereinigung IHA fordert im aktuellen Bericht für 2024 mehr politische Unterstützung und Investitionen für den Ausbau der Wasserkraft weltweit.
Die Internationale Wasserkraft-Vereinigung (International Hydropower Association - IHA) hat ihren aktuellen „World Hydropower
Outlook 2024“ veröffentlicht. Der Bericht macht nach IHA-Angaben deutlich, dass sich die installierte Wasserkraft-Kapazität
weltweit bis 2050 verdoppeln müsse, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Nur so könne die internationale Staatengemeinschaft
ihren Energiebedarf ohne weitere Emissionen aus fossilen Brennstoffen decken und zugleich die auf der UN-Klimakonferenz Cop 28 vereinbarte Verdreifachung der erneuerbaren Energien bis 2030 ermöglichen.
Nach Angaben der IHA, die ihren Sitz in London hat und internationale Akteure der Wasserkraftbranche vertritt, liegt der Ausbaupfad aktuell deutlich unter dem erforderlichen Niveau. In den vergangenen fünf Jahren sei die weltweite Wasserkraft-Kapazität lediglich um 115.000 MW gewachsen – das entspricht laut IHA nur der Hälfte des Tempos, das nötig wäre, um die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen. Auch die Investitionen hinken hinterher: Statt der erforderlichen 130 Milliarden US-Dollar pro Jahr fließe nur die Hälfte in den Sektor.
Wasserkraft als Backup für Trinkwasser und volatile Erzeuger
Wasserkraft sei dabei weit mehr als nur eine Energiequelle, heißt es in dem Bericht. Sie leiste wichtige Systemdienste - wie Flexibilität und Langzeitspeicherung - und sei damit ein notwendiger Ausgleich für die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen. Mehr als 90 Prozent der weltweit gespeicherten Energie stammten aus Pumpspeicher-Kraftwerken. „Je mehr saubere, aber variable Energie aus Sonne und Wind erzeugt wird, desto mehr Pumpspeicher werden benötigt“, erklärt IHA-Präsident Malcolm Turnbull, ehemaliger konservativer Premier Australiens.
Zugleich räumt der Bericht mit drei weitverbreiteten Mythen über die Rolle der Wasserkraft aus Sicht der IHA auf:
Der größte Hemmschuh für die Entwicklung sei derzeit das fehlende politische Engagement. Laut IHA braucht es vereinfachte Genehmigungsverfahren, neue Finanzierungsmechanismen und verlässliche Zielvorgaben, um auch private Investitionen zu mobilisieren. Bisher wurde der Sektor stark von staatlichen oder multilateralen Institutionen getragen, deren Spielräume seien jedoch begrenzt. Gleichzeitig sei angesichts hoher Anfangsinvestitionen in große Infrastrukturprojekte langfristige Planungssicherheit notwendig.
Ein Regelwerk für soziale und ökologische Kriterien
Neben der technischen und finanziellen Seite thematisiert der Bericht auch die sozialen und ökologischen Aspekte neuer Projekte. Für neue Standorte seien transparente Planungsprozesse und Nachhaltigkeitsstandards zentral, um Akzeptanz zu schaffen und Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. Die IHA verweist auf den international anerkannten „Hydropower Sustainability Standard“, der bewährte Praktiken für Planung, Bau und Betrieb definiert.
Die IHA kündigt an, künftig verstärkt auf politische Kommunikation, Wissensaustausch und internationale Zusammenarbeit zu setzen. Ziel sei es, die Rolle der nachhaltigen Wasserkraft als Rückgrat der globalen Energiewende stärker in den Fokus zu rücken. Turnbull betont: „Es steht mehr auf dem Spiel als je zuvor. Die politischen Entscheidungsträger müssen jetzt handeln, damit Wasserkraft ihren Beitrag zur sauberen Energiezukunft leisten kann.“
Nach Angaben der IHA, die ihren Sitz in London hat und internationale Akteure der Wasserkraftbranche vertritt, liegt der Ausbaupfad aktuell deutlich unter dem erforderlichen Niveau. In den vergangenen fünf Jahren sei die weltweite Wasserkraft-Kapazität lediglich um 115.000 MW gewachsen – das entspricht laut IHA nur der Hälfte des Tempos, das nötig wäre, um die Ziele der Pariser Klimakonferenz zu erreichen. Auch die Investitionen hinken hinterher: Statt der erforderlichen 130 Milliarden US-Dollar pro Jahr fließe nur die Hälfte in den Sektor.
Wasserkraft als Backup für Trinkwasser und volatile Erzeuger
Wasserkraft sei dabei weit mehr als nur eine Energiequelle, heißt es in dem Bericht. Sie leiste wichtige Systemdienste - wie Flexibilität und Langzeitspeicherung - und sei damit ein notwendiger Ausgleich für die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen. Mehr als 90 Prozent der weltweit gespeicherten Energie stammten aus Pumpspeicher-Kraftwerken. „Je mehr saubere, aber variable Energie aus Sonne und Wind erzeugt wird, desto mehr Pumpspeicher werden benötigt“, erklärt IHA-Präsident Malcolm Turnbull, ehemaliger konservativer Premier Australiens.
Zugleich räumt der Bericht mit drei weitverbreiteten Mythen über die Rolle der Wasserkraft aus Sicht der IHA auf:
- Erstens werde sie oft als unzuverlässig eingestuft, da Dürreereignisse zunehmen. Dabei nähmen auch Überflutungen zu – mit der Folge, dass die Energieerzeugung zwar regional schwanken, global aber nicht zurückgehen werde.
- Zweitens gelte Wasserkraft als veraltete Technologie, obwohl sie im Zusammenspiel mit neuen Anwendungen wie digitalem Monitoring, intelligenter Netztechnik und speicherfähigen Lösungen weiterhin eine zentrale Rolle spielen könne.
- Drittens werde häufig angenommen, dass das globale Ausbaupotenzial weitgehend ausgeschöpft sei. Der Bericht verweist dagegen auf ein nahezu unbegrenztes Potenzial von Pumpspeichern abseits der großen Flusssysteme.

Wasserkraft nach installierter Leistung, Vorhaben und Potenzial weltweit -
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Quelle: IHA
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Quelle: IHA
Der größte Hemmschuh für die Entwicklung sei derzeit das fehlende politische Engagement. Laut IHA braucht es vereinfachte Genehmigungsverfahren, neue Finanzierungsmechanismen und verlässliche Zielvorgaben, um auch private Investitionen zu mobilisieren. Bisher wurde der Sektor stark von staatlichen oder multilateralen Institutionen getragen, deren Spielräume seien jedoch begrenzt. Gleichzeitig sei angesichts hoher Anfangsinvestitionen in große Infrastrukturprojekte langfristige Planungssicherheit notwendig.
Ein Regelwerk für soziale und ökologische Kriterien
Neben der technischen und finanziellen Seite thematisiert der Bericht auch die sozialen und ökologischen Aspekte neuer Projekte. Für neue Standorte seien transparente Planungsprozesse und Nachhaltigkeitsstandards zentral, um Akzeptanz zu schaffen und Zugang zu Finanzmitteln zu erhalten. Die IHA verweist auf den international anerkannten „Hydropower Sustainability Standard“, der bewährte Praktiken für Planung, Bau und Betrieb definiert.
Die IHA kündigt an, künftig verstärkt auf politische Kommunikation, Wissensaustausch und internationale Zusammenarbeit zu setzen. Ziel sei es, die Rolle der nachhaltigen Wasserkraft als Rückgrat der globalen Energiewende stärker in den Fokus zu rücken. Turnbull betont: „Es steht mehr auf dem Spiel als je zuvor. Die politischen Entscheidungsträger müssen jetzt handeln, damit Wasserkraft ihren Beitrag zur sauberen Energiezukunft leisten kann.“

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Montag, 23.06.2025, 17:02 Uhr
Montag, 23.06.2025, 17:02 Uhr
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