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Enerige & Management > Stromnetz - Verteilnetzbetreiber fordern realistischere Zielsetzungen
Quelle: Davina Spohn
STROMNETZ:
Verteilnetzbetreiber fordern realistischere Zielsetzungen
Laut dem neuen Regionalszenario Strom der Planungsregion Ost wächst der Bedarf in den Verteilnetzen schneller als der Netzausbau. Darum soll die Politik helfen, diesen zu beschleunigen.
 
Die Arbeitsgemeinschaft Flächennetzbetreiber Ost (ARGE FNB Ost) sieht dringenden politischen Handlungsbedarf, damit Klimaziele und Versorgungssicherheit in Einklang kommen. In einem gemeinsamen Positionspapier thematisieren die neun Netzbetreiber im Zusammenschluss der Verteilnetzbetreiber im Osten Deutschlands und in Hamburg wichtige Maßnahmen.

Das neue Regionalszenario „Strom“ der Planungsregion Ost zeige, dass der 
Leistungsbedarf in den ostdeutschen Verteilnetzen deutlich schneller wächst, als der Netzausbau aktuell realisierbar ist. Das Szenario bestätige den anhaltend starken Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie einen steigenden Strombedarf durch Industrieprojekte, Rechenzentren, Elektromobilität und Wärmepumpen.

Zugleich wichen die regionalen Entwicklungen zunehmend von den Annahmen der 
Übertragungsnetzbetreiber ab. Daher fordert die Arge realistischere Zielsetzungen, bessere Regulierung, weniger Bürokratie und ausreichende Ressourcen, um den gesetzlich festgelegten Klimaneutralitätspfad 2045 noch zu erreichen.

Im gemeinsamen Positionspapier fordern die neun Netzbetreiber:
  • bessere Synchronisierung von Erzeugung und Netzkapazitäten, 
  • engere Verzahnung zwischen Regional- und Bundesplanung, 
  • erhebliche Beschleunigung von Genehmigungen, 
  • verlässliche Refinanzierung des Netzausbaus.
„Die Energiewende findet vor Ort statt – und sie braucht tragfähige Rahmenbedingungen“, heißt es in dem Papier. Das neue Regionalszenario liefere dafür erneut eine faktenbasierte Grundlage, wie gesetzlich vorgeschrieben. Die darin gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Netzausbaupläne der beteiligten Verteilnetzbetreiber und setzen zugleich wichtige Impulse für die energiepolitische Debatte. 

Das Positionspapier der ARGE FNB Ost  steht im Internet bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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