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Enerige & Management > Wärme - Trimet speist Abwärme ins Essener Netz ein
Quelle: Fotolia / Detlef
WÄRME:
Trimet speist Abwärme ins Essener Netz ein
Trimet Aluminium speist ab sofort industrielle Abwärme aus seiner Essener Hütte in das regionale Fernwärmenetz von Iqony ein, um die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren.
 
Die Trimet Aluminium SE und die Iqony Fernwärme GmbH haben am 3. Februar mit der Einspeisung industrieller Abwärme aus der Aluminiumproduktion in Essen begonnen. Laut den Unternehmen stammt die Wärme aus der Essener Aluminiumhütte von Trimet und fließt in das Fernwärmenetz von Iqony ein, das Kundinnen und Kunden in Bottrop, Essen und Gelsenkirchen versorgt.

Ziel der Kooperation ist es nach Angaben der Unternehmen, unvermeidbare industrielle Abwärme für die Wärmeversorgung nutzbar zu machen und damit den Einsatz fossiler Energieträger zu verringern. Konkret speist Trimet künftig jährlich rund 31 Millionen kWh Abwärme aus der Prozesswärme der Elektrolyseöfen in das Fernwärmenetz ein.

Wärme für 5.500 Haushalte

Nach Angaben der Unternehmen entspricht diese Energiemenge rechnerisch dem Wärmebedarf von mehr als 5.500 Haushalten. Die Abwärme fällt kontinuierlich im Produktionsprozess an und wäre ohne technische Nutzung ungenutzt abgeführt worden. Matthias Ohl, Sprecher der Geschäftsführung der Iqony Fernwärme, erklärte, dass industrielle Abwärme ein wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sei.

Auch Trimet sieht in dem Projekt einen Beitrag zur Transformation der Industrie. Vorstandsmitglied Andreas Lützerath, nannte die Nutzung der Abwärme ein Beispiel, wie industrielle Prozesse und Wärmeversorgung stärker miteinander verzahnt werden können. „Die Flexibilisierung der Aluminiumerzeugung ermöglicht es, sich an schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen anzupassen und gleichzeitig Wärme bereitzustellen“, sagte er.

Technische Details der Abwärmenutzung

Technisch basiert das Projekt auf einer Umrüstung der Produktionsanlagen von Trimet. An den Elektrolyseöfen installierte Wärmetauscher nehmen die entstehende Hitze auf. Vier Ventilatorstationen leiten die Wärme durch Rohrbündel, in denen Wasser auf etwa 130 Grad Celsius erhitzt wird. Unter Druck gelangt das erhitzte Wasser über ein internes Rohrsystem zur Energiezentrale, wo es seine Wärme an das Wasser des Fernwärmenetzes von Iqony überträgt.

Für die Anbindung hat Trimet auf dem Werksgelände ein 1,6 Kilometer langes Rohrsystem errichtet, in dem nach Unternehmensangaben 36 Kubikmeter Wasser zirkulieren. Iqony ergänzte die Infrastruktur durch einen rund 700 Meter langen Leitungsanschluss, der die Energiezentrale mit dem Einbindepunkt des Fernwärmenetzes außerhalb des Werksgeländes verbindet.
 
Start der Abwärmeeinspeisung: (v.l.n.r.) Projektingenieur Rene-Marcel Opitz und Matthias Ohl, Sprecher der Geschäftsführung (beide Iqony Fernwärme), Werksleiter Essen Roman Düssel, CTO Andreas Lützerath und Projektleiter Andre van Haaren (alle Trimet Aluminium)
Quelle: Iqony / Trimet

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen geht auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2023 zurück. Damals hatten Trimet und Iqony eine auf 20 Jahre angelegte Kooperation zur Nutzung von Abwärme aus der Aluminiumproduktion am Standort Essen geschlossen. Nach Abschluss der Bau- und Umrüstungsarbeiten sowie eines Probebetriebs soll die Anlage zeitnah in den Regelbetrieb übergehen.

In das Projekt haben beide Unternehmen nach eigenen Angaben zusammen einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert. Sie erhielten dafür Förderungen von der EU und aus Bundesmitteln.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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