Quelle: Shutterstock / JPC-PROD
WÄRME:
Politik bremst Wärmepumpen aus
Der Bundesverband Wärmepumpe rechnet mit 330.000 Anlagen 2026 und moderatem Wachstum. Unsicherheiten durch das Gebäudemodernisierungsgesetz bremsen laut Verband die Nachfrage.
Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) hat nach der Vorstellung der Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) durch die
Bundesregierung eine neue Branchenstudie veröffentlicht. Darin prognostiziert der Verband für das laufende Jahr rund 330.000
installierte Wärmepumpen. In den kommenden Jahren erwartet der BWP ein Wachstum von etwa zehn Prozent jährlich.
Das Interesse von Hauseigentümern an der Technologie bleibt laut Verband hoch. Die tatsächliche Nachfrage dürfte jedoch hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Als Grund nennt der BWP die anhaltende Debatte um das GMG, die für Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge. Diese Unsicherheit wirke sich direkt auf Investitionsentscheidungen aus. Der Verband betont deshalb die Bedeutung einer verlässlichen Fortsetzung der staatlichen Heizungsförderung.
Wechsel kann Geld sparen
Norbert Ruths, Vorstandsmitglied des BWP und Handwerksmeister aus Langenlonsheim, verweist auf steigende Risiken fossiler Energieträger. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sähen das Heizen mit Gas und Öl zunehmend als finanziell unsicher an. Vor diesem Hintergrund gewinne die Wärmepumpe als Alternative an Bedeutung.
Auch wirtschaftlich habe die Technologie an Gewicht gewonnen. Laut BWP-Geschäftsführer Martin Sabel ist die Wärmepumpe für eine breite Wertschöpfungskette zu einem zentralen Produkt geworden. Rund 100.000 Arbeitsplätze hängen nach Angaben des Verbands inzwischen direkt oder indirekt von der Branche ab. Die Umsetzung der Wärmewende liege dabei vor allem bei heimischen Industrieunternehmen sowie Akteuren aus Handwerk und Energieversorgung.
Staatliche Förderung beibehalten
Ein zentraler Hebel für die Marktentwicklung bleibt aus Sicht des BWP die staatliche Förderung. Die Bundesregierung hat deren Finanzierung nach Angaben des Verbands bis mindestens 2029 gesichert. Sabel verweist auf den Evaluierungsbericht der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Demnach löse jeder eingesetzte Euro an Förderung Investitionen in etwa vierfacher Höhe aus. Fördermittel für neue Heizungen in Höhe von mehreren Milliarden Euro stünden zudem erheblichen Steuereinnahmen gegenüber.
Mit Blick auf das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz äußert der Verband jedoch Zweifel an einer kurzfristigen Belebung des Marktes. Ruths berichtet von zahlreichen offenen Fragen bei Hauseigentümern, etwa zu künftigen Vorgaben für den Einsatz CO2-armer Energieträger in neuen Heizsystemen. Dass der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen weiterhin möglich bleiben soll, sieht der Verband kritisch. Eine zusätzliche Dynamik bei der Gebäudemodernisierung sei unter diesen Bedingungen nicht zu erwarten.
Branchenstudie mit zwei Pfaden
Die Branchenstudie unterscheidet zwei Entwicklungspfade. Im sogenannten Business-as-usual-Szenario führen regulatorische Unsicherheiten demnach zu einer gedämpften Marktentwicklung. Kurzfristig komme es daher vor allem auf stabile Förderbedingungen an. Ein alternatives Zielszenario zeigt laut BWP, dass die Wärmepumpe deutlich stärker wachsen könnte, wenn die energiepolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Konkret fordert der Verband eine stärkere Ausrichtung der Energiepreise. Derzeit sieht der BWP keinen fairen Wettbewerb zwischen strombasierten Wärmepumpen und fossilen Heizsystemen. Grund sei insbesondere die hohe Abgabenbelastung auf Strom. Gleichzeitig kritisiert der Verband die politische Diskussion über den CO2-Preis.
Sabel leitet daraus drei zentrale Forderungen an die Bundesregierung ab: mehr Klarheit im Ordnungsrecht, verlässliche Förderbedingungen und eine Entlastung beim Strompreis. Nur unter diesen Voraussetzungen könne die Wärmepumpe ihr volles Marktpotenzial entfalten und einen größeren Beitrag zur Wärmewende leisten.
Die BWP-Branchenstudie zu Wärmepumpen steht als PDF zum Download bereit.
Das Interesse von Hauseigentümern an der Technologie bleibt laut Verband hoch. Die tatsächliche Nachfrage dürfte jedoch hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Als Grund nennt der BWP die anhaltende Debatte um das GMG, die für Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge. Diese Unsicherheit wirke sich direkt auf Investitionsentscheidungen aus. Der Verband betont deshalb die Bedeutung einer verlässlichen Fortsetzung der staatlichen Heizungsförderung.
Wechsel kann Geld sparen
Norbert Ruths, Vorstandsmitglied des BWP und Handwerksmeister aus Langenlonsheim, verweist auf steigende Risiken fossiler Energieträger. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sähen das Heizen mit Gas und Öl zunehmend als finanziell unsicher an. Vor diesem Hintergrund gewinne die Wärmepumpe als Alternative an Bedeutung.
Auch wirtschaftlich habe die Technologie an Gewicht gewonnen. Laut BWP-Geschäftsführer Martin Sabel ist die Wärmepumpe für eine breite Wertschöpfungskette zu einem zentralen Produkt geworden. Rund 100.000 Arbeitsplätze hängen nach Angaben des Verbands inzwischen direkt oder indirekt von der Branche ab. Die Umsetzung der Wärmewende liege dabei vor allem bei heimischen Industrieunternehmen sowie Akteuren aus Handwerk und Energieversorgung.
Staatliche Förderung beibehalten
Ein zentraler Hebel für die Marktentwicklung bleibt aus Sicht des BWP die staatliche Förderung. Die Bundesregierung hat deren Finanzierung nach Angaben des Verbands bis mindestens 2029 gesichert. Sabel verweist auf den Evaluierungsbericht der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Demnach löse jeder eingesetzte Euro an Förderung Investitionen in etwa vierfacher Höhe aus. Fördermittel für neue Heizungen in Höhe von mehreren Milliarden Euro stünden zudem erheblichen Steuereinnahmen gegenüber.
Mit Blick auf das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz äußert der Verband jedoch Zweifel an einer kurzfristigen Belebung des Marktes. Ruths berichtet von zahlreichen offenen Fragen bei Hauseigentümern, etwa zu künftigen Vorgaben für den Einsatz CO2-armer Energieträger in neuen Heizsystemen. Dass der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen weiterhin möglich bleiben soll, sieht der Verband kritisch. Eine zusätzliche Dynamik bei der Gebäudemodernisierung sei unter diesen Bedingungen nicht zu erwarten.
Branchenstudie mit zwei Pfaden
Die Branchenstudie unterscheidet zwei Entwicklungspfade. Im sogenannten Business-as-usual-Szenario führen regulatorische Unsicherheiten demnach zu einer gedämpften Marktentwicklung. Kurzfristig komme es daher vor allem auf stabile Förderbedingungen an. Ein alternatives Zielszenario zeigt laut BWP, dass die Wärmepumpe deutlich stärker wachsen könnte, wenn die energiepolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Konkret fordert der Verband eine stärkere Ausrichtung der Energiepreise. Derzeit sieht der BWP keinen fairen Wettbewerb zwischen strombasierten Wärmepumpen und fossilen Heizsystemen. Grund sei insbesondere die hohe Abgabenbelastung auf Strom. Gleichzeitig kritisiert der Verband die politische Diskussion über den CO2-Preis.
Sabel leitet daraus drei zentrale Forderungen an die Bundesregierung ab: mehr Klarheit im Ordnungsrecht, verlässliche Förderbedingungen und eine Entlastung beim Strompreis. Nur unter diesen Voraussetzungen könne die Wärmepumpe ihr volles Marktpotenzial entfalten und einen größeren Beitrag zur Wärmewende leisten.
Die BWP-Branchenstudie zu Wärmepumpen steht als PDF zum Download bereit.
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 30.03.2026, 14:45 Uhr
Montag, 30.03.2026, 14:45 Uhr
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