Kerstin Andreae (BDEW) und Ingbert Liebing (VKU) auf dem Finanzierungsgipfel. Quelle: Susanne Harmsen
VERANSTALTUNG:
Mehr Kapital für die Energiewende gefordert
Beim Finanzierungsgipfel von BDEW, VKU und Deloitte in Berlin forderten Verbände und Politik bessere Rahmenbedingungen, um private Investitionen für die Energiewende zu mobilisieren.
Für den Umbau des Energiesystems in Deutschland sind bis 2030 jährlich rund 90 Milliarden Euro an Investitionen notwendig.
Darauf haben Vertreter aus Energiebranche, Finanzwirtschaft und Politik bei einem gemeinsamen Finanzierungsgipfel in Berlin
hingewiesen. Veranstalter waren der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Verband kommunaler Unternehmen
(VKU) sowie das Beratungsunternehmen Deloitte.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 17. März stand die Frage, wie sich insbesondere privates Kapital schneller und verlässlicher für die Transformation mobilisieren lässt. Mehr als 200 Teilnehmer aus Energie- und Finanzbranche diskutierten über geeignete Instrumente und politische Rahmenbedingungen. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Frank Wetzel, betonte, dass die Energiewende nur finanzierbar sei, wenn zusätzliches privates Kapital erschlossen werde.
Für den Ausbau der Stromnetze gelte dabei der Grundsatz „nur so viel wie nötig“. Speziell die Verteilnetze stünden vor erheblichen Investitionen. Bis 2033 rechne sein Ministerium allein in diesem Bereich mit rund 120 Milliarden Euro. Das entspreche mindestens einer Verdopplung der bisherigen durchschnittlichen Investitionen. Wetzel kündigte an, die Bundesregierung wolle verlässliche Rahmenbedingungen für die kommenden 20 Jahre schaffen. Die Energiewende sei eine Generationsaufgabe.
Förderprogramme des Bundes sollen künftig als modulares „Baukastensystem“ ausgestaltet werden. Als Beispiel nannte er die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die den Neubau und die Dekarbonisierung von Wärmenetzen unterstützt. Laut Wetzel wurden bereits mehr als 3.200 Anträge bewilligt, insgesamt könnten rund sechs Milliarden Euro Fördermittel bereitgestellt werden.
Zur Finanzierung setze der Bund auch auf Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus arbeite die Bundesregierung an weiteren Instrumenten. Geplant seien unter anderem Programme wie „EEG Plus“ zur Unterstützung erneuerbarer Energien sowie Modelle für Konsortialkredite. Auch Länder und Kommunen müssten sich stärker beteiligen. Als Beispiel nannte Wetzel ein verbürgtes Nachrangdarlehen in Hessen.

Energiewende als Investitionsthema
Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, das große Interesse an der Veranstaltung zeige die Bedeutung der Energiewende als Investitionsthema. Die Transformation sei nicht nur klimapolitisch notwendig, sondern stärke auch die wirtschaftliche Stabilität. Der Deutschlandfonds könne helfen, Finanzierungskosten zu senken. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass die Mittel tatsächlich in zusätzliche Infrastrukturinvestitionen fließen und nicht bestehende Ausgaben ersetzen.
Andreae forderte zudem stärkere Instrumente zur Eigenkapitalstärkung und Risikoübernahme. Diese seien entscheidend, um Projekte finanzierbar zu machen und privates Kapital in größerem Umfang zu mobilisieren. „Genau hier liegt der wohl größte Hebel, um Projekte finanzierbar zu machen und privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren. Investoren und Energieunternehmen stehen in den Startlöchern“, sagte sie.
Kommunen und Stadtwerke unterstützen
Auch der VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing sieht zusätzlichen Handlungsbedarf. Die Energiewende könne nur gemeinsam von Staat, Energie- und Finanzwirtschaft bewältigt werden, erklärte er. Der Deutschlandfonds sei ein erster Schritt, weitere Maßnahmen müssten folgen. Insbesondere Stadtwerke benötigten mehr Eigenkapital. Der Bund solle dafür Modelle wie Bürgschaften und Garantien entwickeln.
Liebing verwies zudem auf die Rolle der Bundesländer. Diese könnten etwa Rahmenbedingungen schaffen, damit Kommunen Kredite aufnehmen und an ihre Stadtwerke weiterreichen können, ohne ihre eigene finanzielle Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Niedersachsen habe hierfür bereits ein entsprechendes Modell entwickelt.
Angesichts der hohen Investitionsbedarfe dürften Bund und Länder die Verantwortung nicht gegenseitig verschieben, mahnte Liebing. Vielmehr müssten alle staatlichen Ebenen sowie private Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln, um die Finanzierung der Energiewende langfristig sicherzustellen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 17. März stand die Frage, wie sich insbesondere privates Kapital schneller und verlässlicher für die Transformation mobilisieren lässt. Mehr als 200 Teilnehmer aus Energie- und Finanzbranche diskutierten über geeignete Instrumente und politische Rahmenbedingungen. Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Frank Wetzel, betonte, dass die Energiewende nur finanzierbar sei, wenn zusätzliches privates Kapital erschlossen werde.
Für den Ausbau der Stromnetze gelte dabei der Grundsatz „nur so viel wie nötig“. Speziell die Verteilnetze stünden vor erheblichen Investitionen. Bis 2033 rechne sein Ministerium allein in diesem Bereich mit rund 120 Milliarden Euro. Das entspreche mindestens einer Verdopplung der bisherigen durchschnittlichen Investitionen. Wetzel kündigte an, die Bundesregierung wolle verlässliche Rahmenbedingungen für die kommenden 20 Jahre schaffen. Die Energiewende sei eine Generationsaufgabe.
Förderprogramme des Bundes sollen künftig als modulares „Baukastensystem“ ausgestaltet werden. Als Beispiel nannte er die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die den Neubau und die Dekarbonisierung von Wärmenetzen unterstützt. Laut Wetzel wurden bereits mehr als 3.200 Anträge bewilligt, insgesamt könnten rund sechs Milliarden Euro Fördermittel bereitgestellt werden.
Zur Finanzierung setze der Bund auch auf Förderkredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus arbeite die Bundesregierung an weiteren Instrumenten. Geplant seien unter anderem Programme wie „EEG Plus“ zur Unterstützung erneuerbarer Energien sowie Modelle für Konsortialkredite. Auch Länder und Kommunen müssten sich stärker beteiligen. Als Beispiel nannte Wetzel ein verbürgtes Nachrangdarlehen in Hessen.

Staatssekretär Frank Wetzel (BMWE) auf dem Finanzierungsgipfel
Quelle: Susanne Harmsen
Quelle: Susanne Harmsen
Energiewende als Investitionsthema
Die BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, das große Interesse an der Veranstaltung zeige die Bedeutung der Energiewende als Investitionsthema. Die Transformation sei nicht nur klimapolitisch notwendig, sondern stärke auch die wirtschaftliche Stabilität. Der Deutschlandfonds könne helfen, Finanzierungskosten zu senken. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass die Mittel tatsächlich in zusätzliche Infrastrukturinvestitionen fließen und nicht bestehende Ausgaben ersetzen.
Andreae forderte zudem stärkere Instrumente zur Eigenkapitalstärkung und Risikoübernahme. Diese seien entscheidend, um Projekte finanzierbar zu machen und privates Kapital in größerem Umfang zu mobilisieren. „Genau hier liegt der wohl größte Hebel, um Projekte finanzierbar zu machen und privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren. Investoren und Energieunternehmen stehen in den Startlöchern“, sagte sie.
Kommunen und Stadtwerke unterstützen
Auch der VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing sieht zusätzlichen Handlungsbedarf. Die Energiewende könne nur gemeinsam von Staat, Energie- und Finanzwirtschaft bewältigt werden, erklärte er. Der Deutschlandfonds sei ein erster Schritt, weitere Maßnahmen müssten folgen. Insbesondere Stadtwerke benötigten mehr Eigenkapital. Der Bund solle dafür Modelle wie Bürgschaften und Garantien entwickeln.
Liebing verwies zudem auf die Rolle der Bundesländer. Diese könnten etwa Rahmenbedingungen schaffen, damit Kommunen Kredite aufnehmen und an ihre Stadtwerke weiterreichen können, ohne ihre eigene finanzielle Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Niedersachsen habe hierfür bereits ein entsprechendes Modell entwickelt.
Angesichts der hohen Investitionsbedarfe dürften Bund und Länder die Verantwortung nicht gegenseitig verschieben, mahnte Liebing. Vielmehr müssten alle staatlichen Ebenen sowie private Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln, um die Finanzierung der Energiewende langfristig sicherzustellen.
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 17.03.2026, 13:50 Uhr
Dienstag, 17.03.2026, 13:50 Uhr
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