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GAS:
Lieferverpflichtungen für Gas werden erfüllt
Gashändler und Lieferanten erfüllen laut BDEW ihre vertraglichen Lieferverpflichtungen. Der Verband verweist zugleich auf wirtschaftliche Grenzen bei der Speicherbefüllung.
Gashändler und Lieferanten erfüllen nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ihre vertraglichen
Lieferverpflichtungen für den kommenden Winter. Im Zusammenspiel mit Speicher- und Netzbetreibern sei damit die sichere Gasversorgung
gewährleistet, erklärte Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.
Die Unternehmen sichern ihre Lieferverpflichtungen dem Verband zufolge über individuelle Beschaffungsportfolios ab. Dazu gehörten auch Speichermengen. Wie ein Gashändler oder Lieferant seine Versorgung sicherstelle, liege jedoch in der unternehmerischen Entscheidung. Eine Verpflichtung, dafür bestimmte Gasmengen einzuspeichern, bestehe nicht. Mit dem Ausbau der Flüssigerdgas-Terminals (LNG) sei zudem eine weitere Säule der Gasversorgung hinzugekommen.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 50 Prozent gefüllt. Damit liegt der Füllstand unter den Werten früherer Jahre zu diesem Zeitpunkt. Laut Andreae gibt es dafür mehrere Gründe. Deutschland importiert rund 95 Prozent seines Gases, mehr als die Hälfte davon stammt aus Ländern außerhalb der EU. Damit wirken sich geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Auseinandersetzungen unmittelbar auf Gaspreise und Beschaffung aus.
Speicherrisiken abfedern
Auch die jüngste Eskalation im Konflikt mit dem Iran habe die Preise zuletzt nach oben getrieben, erklärte Andreae. Die Märkte seien weiterhin von hoher Volatilität geprägt. Gashändler müssten täglich auf Marktbewegungen reagieren und zugleich wirtschaftlich handeln. Eine schnellere Speicherbefüllung könne deshalb zu wirtschaftlichen Risiken führen.
Insbesondere die Kosten der Einspeicherung spielten eine Rolle. Wenn Gas zu einem höheren Preis eingekauft und eingespeichert werde, als es sich über Termingeschäfte verkaufen lasse, drohten den Unternehmen Verluste. „Hier bestehen schlicht wirtschaftliche Grenzen“, sagte Andreae.
Für große Gasverbraucher sieht der BDEW ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Industrieunternehmen, die ihren potenziellen Gasverbrauch im Winter nicht abgesichert haben und stattdessen auf die Beschaffung am Spotmarkt setzen, seien stärker Preis- und Mengenrisiken ausgesetzt. Dies sei eine unternehmerische Entscheidung, sollte angesichts der aktuellen Marktlage aber überprüft werden, erklärte Andreae.
Nationale Gasreserve wäre hilfreich
Kritisch bewertet der BDEW die bestehenden Füllstandsvorgaben für Gasspeicher. Diese seien reine Kennvorgaben und lösten nicht automatisch staatliches Handeln aus. Nach Einschätzung des Verbands können sie dennoch Fehlanreize erzeugen. Die Erwartung eines möglichen staatlichen Eingreifens könne dazu führen, dass Marktteilnehmer bei der Speicherbefüllung zurückhaltender agierten.
Gleichzeitig hält der BDEW eine genaue Beobachtung der Versorgungslage für erforderlich. Als marktnahes Instrument nennt Andreae die Ausschreibung sogenannter Long Term Options. Damit könnte abgesichert werden, dass auch gegen Ende des Winters ausreichende Gasmengen in den Speichern verfügbar bleiben.
Darüber hinaus fordert der BDEW Anreize für eine stärkere Einspeicherung. Als Möglichkeit nennt Andreae eine Reduzierung von Abgaben und Umlagen. Dadurch könnten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Speicherbefüllung verbessert werden, ohne unmittelbar in die Beschaffungsentscheidungen der Unternehmen einzugreifen.
Die von der Bundesregierung geplante nationale Gasreserve bewertet der Verband grundsätzlich positiv. Andreae zufolge soll sie in definierten Krisenfällen zum Einsatz kommen. Dafür müsse die Bundesregierung nun rasch den notwendigen rechtlichen Rahmen schaffen. Deutschland könne sich damit für mögliche Krisensituationen bei der Gasversorgung besser absichern. (sh)
Die Unternehmen sichern ihre Lieferverpflichtungen dem Verband zufolge über individuelle Beschaffungsportfolios ab. Dazu gehörten auch Speichermengen. Wie ein Gashändler oder Lieferant seine Versorgung sicherstelle, liege jedoch in der unternehmerischen Entscheidung. Eine Verpflichtung, dafür bestimmte Gasmengen einzuspeichern, bestehe nicht. Mit dem Ausbau der Flüssigerdgas-Terminals (LNG) sei zudem eine weitere Säule der Gasversorgung hinzugekommen.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu rund 50 Prozent gefüllt. Damit liegt der Füllstand unter den Werten früherer Jahre zu diesem Zeitpunkt. Laut Andreae gibt es dafür mehrere Gründe. Deutschland importiert rund 95 Prozent seines Gases, mehr als die Hälfte davon stammt aus Ländern außerhalb der EU. Damit wirken sich geopolitische Konflikte und wirtschaftliche Auseinandersetzungen unmittelbar auf Gaspreise und Beschaffung aus.
Speicherrisiken abfedern
Auch die jüngste Eskalation im Konflikt mit dem Iran habe die Preise zuletzt nach oben getrieben, erklärte Andreae. Die Märkte seien weiterhin von hoher Volatilität geprägt. Gashändler müssten täglich auf Marktbewegungen reagieren und zugleich wirtschaftlich handeln. Eine schnellere Speicherbefüllung könne deshalb zu wirtschaftlichen Risiken führen.
Insbesondere die Kosten der Einspeicherung spielten eine Rolle. Wenn Gas zu einem höheren Preis eingekauft und eingespeichert werde, als es sich über Termingeschäfte verkaufen lasse, drohten den Unternehmen Verluste. „Hier bestehen schlicht wirtschaftliche Grenzen“, sagte Andreae.
Für große Gasverbraucher sieht der BDEW ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Industrieunternehmen, die ihren potenziellen Gasverbrauch im Winter nicht abgesichert haben und stattdessen auf die Beschaffung am Spotmarkt setzen, seien stärker Preis- und Mengenrisiken ausgesetzt. Dies sei eine unternehmerische Entscheidung, sollte angesichts der aktuellen Marktlage aber überprüft werden, erklärte Andreae.
Nationale Gasreserve wäre hilfreich
Kritisch bewertet der BDEW die bestehenden Füllstandsvorgaben für Gasspeicher. Diese seien reine Kennvorgaben und lösten nicht automatisch staatliches Handeln aus. Nach Einschätzung des Verbands können sie dennoch Fehlanreize erzeugen. Die Erwartung eines möglichen staatlichen Eingreifens könne dazu führen, dass Marktteilnehmer bei der Speicherbefüllung zurückhaltender agierten.
Gleichzeitig hält der BDEW eine genaue Beobachtung der Versorgungslage für erforderlich. Als marktnahes Instrument nennt Andreae die Ausschreibung sogenannter Long Term Options. Damit könnte abgesichert werden, dass auch gegen Ende des Winters ausreichende Gasmengen in den Speichern verfügbar bleiben.
Darüber hinaus fordert der BDEW Anreize für eine stärkere Einspeicherung. Als Möglichkeit nennt Andreae eine Reduzierung von Abgaben und Umlagen. Dadurch könnten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Speicherbefüllung verbessert werden, ohne unmittelbar in die Beschaffungsentscheidungen der Unternehmen einzugreifen.
Die von der Bundesregierung geplante nationale Gasreserve bewertet der Verband grundsätzlich positiv. Andreae zufolge soll sie in definierten Krisenfällen zum Einsatz kommen. Dafür müsse die Bundesregierung nun rasch den notwendigen rechtlichen Rahmen schaffen. Deutschland könne sich damit für mögliche Krisensituationen bei der Gasversorgung besser absichern. (sh)
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 20.08.2026, 15:14 Uhr
Donnerstag, 20.08.2026, 15:14 Uhr
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