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Enerige & Management > Photovoltaik - Integration kleiner PV-Anlagen in den Strommarkt
Quelle: Shutterstock / Diyana Dimitrova
PHOTOVOLTAIK:
Integration kleiner PV-Anlagen in den Strommarkt
Eine Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht, wie kleine Photovoltaik-Dachanlagen auf negative Strompreise reagieren und welche Rolle Flexibilitäten künftig spielen.
 
Das Solarspitzengesetz hat zentrale Weichen zur Reduktion negativer Preise gestellt. Nun sei es sinnvoll, die Abläufe bei der Direktvermarktung zu vereinfachen und den Fokus auf die Marktintegration neuer Verbraucher zu legen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Öko-Instituts und der Stiftung Umweltenergierecht im Auftrag des Umweltbundesamtes. Mit zunehmender Flexibilität dürfte die Zahl negativer Strompreise langfristig sinken, heißt es darin.
 
Im Fokus der Untersuchung steht die Frage, wie sich der Betrieb kleiner Dachanlagen marktorientierter ausgestalten lässt, insbesondere vor dem Hintergrund häufiger negativer Strompreise in Zeiten hoher Solarstromerzeugung. Zentrale Grundlage ist das Solarspitzengesetz, das seit Februar 2025 gilt. Für viele neu installierte Anlagen entfällt seitdem die Förderung bei negativen Strompreisen. Dies betrifft nicht nur direktvermarktete Anlagen über 100 kW, sondern nach Einbau eines intelligenten Messsystems auch Neuanlagen 7 kW Leistung. 

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede im Reaktionsverhalten der Anlagen:
Direktvermarktete Photovoltaikanlagen reagieren am stärksten auf Preissignale, indem sie ihre Einspeisung bei negativen Preisen drosseln oder zeitlich verschieben. Anlagen in der Einspeisevergütung mit intelligentem Messsystem erhalten zwar keine Vergütung bei negativen Preisen, können jedoch durch Eigenverbrauch oder Batteriespeicher Einspeisemengen in Zeiten positiver Preise verlagern. Bestandsanlagen ohne intelligentes Messsystem sowie ausgeförderte Anlagen bleiben dagegen weitgehend unflexibel. 

Ausreichender Ausbau von Flexibilitäten notwendig

Trotz weiter steigender installierter Photovoltaikleistung erwarten die Autorinnen und Autoren langfristig einen Rückgang negativer Strompreise. Voraussetzung sei ein ausreichender Ausbau von Flexibilitäten auf der Nachfrageseite, etwa durch Batteriespeicher, steuerbare Lasten, Elektromobilität oder Wärmepumpen. Modellierungen zeigen, dass Erzeugungsspitzen künftig zunehmend durch flexiblen Verbrauch aufgefangen werden können, ohne dass eine vollständige Marktreaktion aller Photovoltaikanlagen erforderlich ist. 

Als zentrales Handlungsfeld benennt die Studie die konsequente Nutzung von Marktsignalen auf der Verbrauchsseite, etwa durch dynamische Stromtarife. Entscheidend für die Systemstabilität sei weniger die Abregelung kleiner Dachanlagen als vielmehr ein wachsender flexibler Stromverbrauch, der hohe Einspeisungsspitzen aufnehmen kann.

Der Kurzbericht „Marktintegration kleiner Photovoltaik-Dachanlagen. Zwischen negativen Strompreisen und Flexibilitäten“ ist auf den Internetseiten des Umweltbundesamtes abrufbar.  
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Mittwoch, 21.01.2026, 14:07 Uhr

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