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Enerige & Management > Dena-Kongress 2025 - Erneuerbare Energien sorgen für Resilienz
Denakongress 2025 Quelle: Susanne Harmsen
DENA-KONGRESS 2025:
Erneuerbare Energien sorgen für Resilienz
Das Motto „Sicher vorangehen“ sowohl bei der Energieversorgung als auch beim Klimaschutzstand stand im Mittelpunkt beim Jahreskongress der Deutschen Energieagentur (Dena) in Berlin.
 
In ihrer Eröffnung des Kongresses sagte die Vorsitzende der Dena-Geschäftsführung Corinna Enders, man dürfe über den aktuellen Krisen nicht die große Krise im Hintergrund vergessen, die Klimaerwärmung. Resilienz der Energieversorgung werde vor allem durch unabhängigere Quellen möglich, sagte sie. Ein großes Thema des Kongresses sind die Abwehr von Angriffen im Cyberraum und auf physischem Gebiet. „Sicherheit ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung“, sagte Enders.

Eine resiliente Energieversorgung benötigt langfristige Planung und vorausschauende Ertüchtigung der Energieinfrastruktur, sagte sie. Die Regulierung schaffe Mindeststandards, doch Sicherheit entstehe erst bei der Übernahme von Verantwortung und der Umsetzung der Regeln in den Unternehmen, erinnerte Enders. Intelligent gesteuerte erneuerbare Energien, sichern die klimaneutrale Energieversorgung, daher müssen sie weiter ausgebaut werden, mahnte sie gegen politische Strömungen, die den Ausbau reduzieren wollen.

Klimaschutz sorgt für Resilienz

In seinem Statement nannte Bundesumwelt- und Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) diese Woche besonders wichtig für den Klimaschutz. Die Weltklimakonferenz (COP 30) in Belem, Brasilien, und die Entscheidung der EU über die künftige Klimaschutzpolitik stünden an. Er erinnerte an den Beginn der Förderung der erneuerbaren Energien vor über 20 Jahren mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), „unter anderem gegen den Widerstand des heutigen Kanzlers Friedrich Merz (CDU)“. Deren Erfolgsgeschichte sei ein Beispiel für die Welt geworden, unterstrich der Minister.

Gegner versuchen heute, Klimaschutz als zusätzliche Last anzusehen, die man vernachlässigen könnte. „Weniger Klimaschutz bedeutet mehr Abhängigkeit von Öl und Gas, von der erratischen Zollpolitik des US-Präsidenten Trumps und chinesischer Rohstoffpolitik“, mahnte Schneider.

Unter großem Beifall sagte er, man müsse aus der Lektion der Gasabhängigkeit von Russland lernen und soviel Energie wie möglich selbst aus erneuerbaren Quellen erzeugen. 2022 habe man 120 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe ins Ausland überwiesen. „Jede Kilowattstunde, die wir hier erzeugen, bleibt als Wertschöpfung im Land“, sagte er unter Beifall. Es müsse noch mehr dieser Wertschöpfung auch in den Regionen bleiben, plädierte Schneider zugleich.
Bundesumweltminister Carsten Schneider auf dem Dena-Kongress
Quelle: Susanne Harmsen

Deutschland ist das zweitälteste Land, verwies der Minister auf das demografische Problem des Landes. Daher sei man darauf angewiesen, junge Menschen aus dem Ausland zu gewinnen. Zudem gebe es Bevölkerungsverlust auf dem Land. Auch dagegen könnten erneuerbare Energieanlagen helfen, weil sie in der Fläche entstehen und dort qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Deutsche Unternehmen könnten mit dem Ingenieurwissen, mit Green Tech, aber auch Green Finance in der Welt vorangehen. Man dürfe sich aber nicht überholen lassen, wie bei der Elektromobilität. Deshalb müssten die Klimaschutzziele ohne Abstriche beibehalten und die Energiewende entschieden fortgesetzt werden.

Schneider: GEG-Reform soll Umsetzung erleichtern

Die anderen Bundesministerien hätten pünktlich ihre Klimaschutzmaßnahmen an sein Haus übermittelt. Damit solle das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden, sagte Schneider. „Wir wollen mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) die Umsetzung erleichtern, aber nicht die Vorgaben von 65 Prozent Anteil erneuerbarer Energie verwässern“, kündigte Schneider an.

In Brüssel werde er sich am 4. November dafür einsetzen, den Klimaschutz weiter mit voller Kraft umzusetzen und die Ziele nicht abzuschwächen, versprach der Minister. Denn Deutschland bleibe auf den Gleichklang mit seinen Nachbarn angewiesen.

Berhard Kotsch, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, schloss sich dem Minister an. Das Beispiel des russischen Angriffs auf die Ukraine beweise die Bedeutung der Energieversorgung für die Handlungsfähigkeit eines Landes. Russland greife gezielt Energieinfrastruktur an, um die Bevölkerung zu zermürben und die Ukraine entscheidend zu schwächen. Dies müsse der EU ein Beispiel sein, sich von fossilen Importen möglichst unabhängig zu machen.

Die Brennstoffimporte aus Russland sollten möglichst beendet werden, aber nicht komplett durch andere Lieferanten ersetzt werden. „Abhängigkeiten, die politisch instrumentalisiert werden, sollten reduziert werden“, nannte Kotsch als Ziel der gesamten EU. Dies könne durch eine größere Diversifizierung der Lieferanten, aber auch durch mehr Eigenerzeugung geschehen. Zudem müsse die Energieinfrastruktur besser gegen Angriffe geschützt werden, was die Nato derzeit unternehme. Das hätten Angriffe auf Pipelines und Seekabel in der Ostsee gezeigt. „Die EU kann mit einer gut vernetzten Infrastruktur und gegenseitiger Hilfe ihre Energieversorgung sicherstellen“, zeigte sich Kotsch überzeugt.

 

Susanne Harmsen
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