Eine resiliente Energieversorgung benötigt langfristige Planung und vorausschauende Ertüchtigung der Energieinfrastruktur, sagte sie. Die Regulierung schaffe Mindeststandards, doch Sicherheit entstehe erst bei der Übernahme von Verantwortung und der Umsetzung der Regeln in den Unternehmen, erinnerte Enders. Intelligent gesteuerte erneuerbare Energien, sichern die klimaneutrale Energieversorgung, daher müssen sie weiter ausgebaut werden, mahnte sie gegen politische Strömungen, die den Ausbau reduzieren wollen.
Klimaschutz sorgt für Resilienz
In seinem Statement nannte Bundesumwelt- und Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) diese Woche besonders wichtig für den Klimaschutz. Die Weltklimakonferenz (COP 30) in Belem, Brasilien, und die Entscheidung der EU über die künftige Klimaschutzpolitik stünden an. Er erinnerte an den Beginn der Förderung der erneuerbaren Energien vor über 20 Jahren mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), „unter anderem gegen den Widerstand des heutigen Kanzlers Friedrich Merz (CDU)“. Deren Erfolgsgeschichte sei ein Beispiel für die Welt geworden, unterstrich der Minister.
Gegner versuchen heute, Klimaschutz als zusätzliche Last anzusehen, die man vernachlässigen könnte. „Weniger Klimaschutz bedeutet mehr Abhängigkeit von Öl und Gas, von der erratischen Zollpolitik des US-Präsidenten Trumps und chinesischer Rohstoffpolitik“, mahnte Schneider.
Unter großem Beifall sagte er, man müsse aus der Lektion der Gasabhängigkeit von Russland lernen und soviel Energie wie möglich selbst aus erneuerbaren Quellen erzeugen. 2022 habe man 120 Milliarden Euro für fossile Brennstoffe ins Ausland überwiesen. „Jede Kilowattstunde, die wir hier erzeugen, bleibt als Wertschöpfung im Land“, sagte er unter Beifall. Es müsse noch mehr dieser Wertschöpfung auch in den Regionen bleiben, plädierte Schneider zugleich.

Quelle: Susanne Harmsen
Deutschland ist das zweitälteste Land, verwies der Minister auf das demografische Problem des Landes. Daher sei man darauf
angewiesen, junge Menschen aus dem Ausland zu gewinnen. Zudem gebe es Bevölkerungsverlust auf dem Land. Auch dagegen könnten
erneuerbare Energieanlagen helfen, weil sie in der Fläche entstehen und dort qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Deutsche Unternehmen könnten mit dem Ingenieurwissen, mit Green Tech, aber auch Green Finance in der Welt vorangehen. Man
dürfe sich aber nicht überholen lassen, wie bei der Elektromobilität. Deshalb müssten die Klimaschutzziele ohne Abstriche
beibehalten und die Energiewende entschieden fortgesetzt werden.
Schneider: GEG-Reform soll Umsetzung erleichtern
Die anderen Bundesministerien hätten pünktlich ihre Klimaschutzmaßnahmen an sein Haus übermittelt. Damit solle das Ziel der
Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden, sagte Schneider. „Wir wollen mit der Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) die
Umsetzung erleichtern, aber nicht die Vorgaben von 65 Prozent Anteil erneuerbarer Energie verwässern“, kündigte Schneider an.
In Brüssel werde er sich am 4. November dafür einsetzen, den Klimaschutz weiter mit voller Kraft umzusetzen und die Ziele
nicht abzuschwächen, versprach der Minister. Denn Deutschland bleibe auf den Gleichklang mit seinen Nachbarn angewiesen.
Berhard Kotsch, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, schloss sich dem Minister an. Das Beispiel des russischen Angriffs auf
die Ukraine beweise die Bedeutung der Energieversorgung für die Handlungsfähigkeit eines Landes. Russland greife gezielt Energieinfrastruktur
an, um die Bevölkerung zu zermürben und die Ukraine entscheidend zu schwächen. Dies müsse der EU ein Beispiel sein, sich von
fossilen Importen möglichst unabhängig zu machen.
Die Brennstoffimporte aus Russland sollten möglichst beendet werden, aber nicht komplett durch andere Lieferanten ersetzt
werden. „Abhängigkeiten, die politisch instrumentalisiert werden, sollten reduziert werden“, nannte Kotsch als Ziel der gesamten
EU. Dies könne durch eine größere Diversifizierung der Lieferanten, aber auch durch mehr Eigenerzeugung geschehen. Zudem müsse
die Energieinfrastruktur besser gegen Angriffe geschützt werden, was die Nato derzeit unternehme. Das hätten Angriffe auf
Pipelines und Seekabel in der Ostsee gezeigt. „Die EU kann mit einer gut vernetzten Infrastruktur und gegenseitiger Hilfe
ihre Energieversorgung sicherstellen“, zeigte sich Kotsch überzeugt.
Montag, 03.11.2025, 10:52 Uhr
teilen
teilen
teilen
teilen
Brüssel will mehr Eingreifpotenzial bei ETS2