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Enerige & Management > Wärme - Dortmund-Ems-Kanal wärmt Münster
Die Stadtwerke Münster haben ihre zweite Grosswärmepumpe in Betrieb genommen. Quelle: Stadtwerke Münster / Michael C. Möller
WÄRME:
Dortmund-Ems-Kanal wärmt Münster
Die Stadtwerke Münster haben eine zweite Großwärmepumpe mit 2 MW Wärmeleistung in Betrieb genommen. Sie nutzt Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal als Wärmequelle. 
 
Die Stadtwerke Münster haben ihre zweite Großwärmepumpe nach Abschluss des Probebetriebs in den Regelbetrieb überführt. Die Anlage steht im ehemaligen Kohleheizkraftwerk am Stadthafen und soll Wärme für rund 800 Haushalte erzeugen und so rund zwei Prozent des Fernwärmebedarfs in Münster abdecken, wie der Versorger mitteilt.

Als Wärmequelle dient Wasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal. Die Wärmepumpe hebt die Temperatur auf knapp 100 Grad Celsius an und ermöglicht damit die Einspeisung in das bestehende Fernwärmenetz. Nach Angaben der Stadtwerke sollen dadurch jährlich mehr als 3.000 Tonnen lokale CO2-Emissionen vermieden werden, weil im Hafenkraftwerk entsprechend weniger Erdgas für die Wärmeerzeugung benötigt wird. Die Anlage ist Teil eines innovativen Kraft-Wärme-Kopplungssystems (iKWK), für das die Stadtwerke eine Förderung erhalten haben (wir berichteten). Zum System gehören neben der Wärmepumpe ein Blockheizkraftwerk und die bestehende Power-to-Heat-Anlage am Hafenkopf. Für das vollständig ausgebaute System hatten die Stadtwerke im Jahr 2022 eine jährliche Wärmeerzeugung von bis zu 10 Millionen kWh angegeben. 

Fernwärme soll aus mehreren Quellen kommen 

In Münster werden nach Angaben der Stadtwerke pro Jahr mehr als 550 Millionen kWh Fernwärme genutzt. Der Versorger will die Wärmeerzeugung schrittweise auf erneuerbare, dezentrale und lokale Quellen umstellen: „Fernwärme wird zukünftig deutlich vielfältiger erzeugt als bisher“, lässt sich Markus Bieder, Leiter der Wärme- und Stromerzeugung der Stadtwerke Münster, zitieren: „An die Stelle eines zentralen Kraftwerks treten unterschiedliche kleinere Wärmeerzeuger, die dezentral dort entstehen können, wo erneuerbare Wärmequellen und Möglichkeiten zur Netzanbindung verfügbar sind“. Neben Großwärmepumpen gehören Tiefengeothermie und Solarthermie mit Wärmespeichern zur Strategie. 

Eine erste Großwärmepumpe mit ebenfalls 2 MW Wärmeleistung ging 2024 in Betrieb. Sie nutzt die Abwärme aus dem Kühlwassersystem der Gas- und Dampfturbinen-Anlage am Hafen. Auch diese Anlage kann nach Angaben der Stadtwerke Wärme für rund 800 Haushalte bereitstellen. (kmt)

 
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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