
v.li.: Klimaschutzminister Robert Habeck und UBA-Präsident Dirk Messner bei der Vorstellung der Treibhausgasemissionsdaten 2024 Quelle: E&M / S. Harmsen
KLIMASCHUTZ:
Verkehrssektor bremst Deutschlands Erfolge beim Klimaschutz
Deutschland hat 2024 die gesetzlichen Treibhausgasemissionen unterschritten. Laut Umweltbundesamt ist das Klimaziel für 2030 in Reichweite.
Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2024 um 3,4 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken. Damit bleibt die Emissionsgesamtmenge deutlich unter dem gesetzlich erlaubten Budget
von 693,4 Millionen Tonnen. Das erklärte das Umweltbundesamt (UBA) am 14. März 2025. Laut den aktuellen Projektionen könne Deutschland
demnach mit den bestehenden Maßnahmen das nationale Klimaziel fast erreichen, sofern diese konsequent umgesetzt werden. Bis
2030 sollen gegenüber 1990 als Vergleichsjahr 65 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden.
Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) kommentierte: „Deutschland schließt seine Klimaschutzlücke und ist auf Kurs.“ Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Emissionshandel seien wesentliche Treiber für den Rückgang. Besonders die Energiewirtschaft habe ihren CO2-Ausstoß 2024 um 17,6 Millionen Tonnen zurückgefahren – trotz des Ausstiegs aus der Kernenergie im Vorjahr. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg auf 54 Prozent, unterstrich der Minister. Ein Teil der Emissionsminderung sei auf reduzierte industrielle Produktion zurückzuführen, bedauerte er.
Großer Handlungsbedarf bei Verkehr und Gebäuden
Deutliche Defizite in der Zielerfüllung gab es dagegen in den Sektoren Verkehr und bei Gebäuden. Die Emissionen des Verkehrssektors sanken 2024 nur um 1,4 Prozent auf 143,1 Millionen Tonnen CO2. Das waren etwa 18 Millionen Tonnen zu viel. Laut UBA-Präsident Dirk Messner bereitet die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen Sorgen: „Der Markthochlauf muss wieder an Fahrt aufnehmen.“ Er plädiert für staatlich geförderte Leasingmodelle, um Elektroautos für einkommensschwächere Haushalte attraktiver zu machen.
Auch der Gebäudesektor verfehlte die Vorgaben. Zwar sanken die Emissionen um 2,3 Prozent auf 100,5 Millionen Tonnen CO2, doch die erlaubte Grenze von 95,8 Millionen Tonnen wurde überschritten. Der leichte Rückgang sei vor allem auf eine milde Witterung zurückzuführen, weniger auf wirksame energetische Sanierung und Umstellung auf erneuerbare Heizenergie. „Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzen Anreize, doch weitere Maßnahmen sind nötig“, mahnte Messner an die Adresse der neu zu bildenden Bundesregierung.
Die Umsetzung der novellierten EU-Gebäuderichtlinie, die gezielte Förderung effizienter Techniken und Sanierungssprints mit hohen Standards sind angesichts der Emissionsentwicklung geboten. Sanierungsdarlehen, finanziell abgesichert über Bundesbürgschaften, wären eine weitere Möglichkeit, um weiter auf Kurs zu kommen, rät das UBA.
EU-Klimaschutzziele in Gefahr
Deutschland könnte seine Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) zwischen 2021 und 2030 deutlich verfehlen, warnt die Projektion des UBA. Die Gesamtlücke wird auf 226 Millionen Tonnen CO2 geschätzt, vor allem wegen der unzureichenden Fortschritte im Verkehrs- und Gebäudesektor. Ohne Nachsteuerung könnten hohe Strafzahlungen an die EU oder notwendige Zertifikatekäufe von anderen EU-Staaten drohen. „Die Mittel sollten besser für Investitionen in die Transformation genutzt werden“, mahnte Habeck.
Bis 2030 trägt die Energiewirtschaft laut Prognose weiterhin überproportional zur Emissionsminderung bei und übererfüllt ihr Ziel um 250 Millionen Tonnen CO2. Die Industrie bleibt ebenfalls im Plan. Doch für die langfristige Klimaneutralität bis 2045 sei mehr Planungssicherheit nötig, stellt das UBA fest. Der Ausbau von Strom- und Wasserstoffnetzen sowie staatliche Förderinitiativen für klimaneutrale Technologien müssten schneller vorangetrieben werden, rät die Behörde.

Habeck sagte: „Aufgabe der zukünftigen Bundesregierungen muss es daher sein, weiter in die Transformation der Wirtschaft zu investieren, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.“ Messner warnte, dass der schlechte Zustand des deutschen Waldes wegen des Klimawandels ihn von einer Senke für CO2 zu einem Emittenten machen werde. Die vollständigen Emissionsdaten für 2024 werden vom Umweltbundesamt im Januar 2026 an die Europäische Kommission übermittelt.
Auch die Klima-Allianz Deutschland forderte ein starkes Klimaschutzprogramm von der neuen Bundesregierung und kritisierte das Sondierungspapier von Union und SPD als unzureichend. Die politische Geschäftsführerin Stefanie Langkamp sagte, die drei Parteien „scheinen völlig blank zu sein, was Ideen angeht, wie sie die Gebäude und den Verkehr klimaneutral machen“. Statt die Rückabwicklung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und des EU-Verbrennerkompromisses zu diskutieren, müsse die neue Regierung Planungssicherheit bieten, den Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten und Arbeitsplätze sichern.
Der Bericht des UBA zu den Treibhausgasemissionen steht im Internet bereit.
Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) kommentierte: „Deutschland schließt seine Klimaschutzlücke und ist auf Kurs.“ Der Ausbau erneuerbarer Energien und der Emissionshandel seien wesentliche Treiber für den Rückgang. Besonders die Energiewirtschaft habe ihren CO2-Ausstoß 2024 um 17,6 Millionen Tonnen zurückgefahren – trotz des Ausstiegs aus der Kernenergie im Vorjahr. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg auf 54 Prozent, unterstrich der Minister. Ein Teil der Emissionsminderung sei auf reduzierte industrielle Produktion zurückzuführen, bedauerte er.
Großer Handlungsbedarf bei Verkehr und Gebäuden
Deutliche Defizite in der Zielerfüllung gab es dagegen in den Sektoren Verkehr und bei Gebäuden. Die Emissionen des Verkehrssektors sanken 2024 nur um 1,4 Prozent auf 143,1 Millionen Tonnen CO2. Das waren etwa 18 Millionen Tonnen zu viel. Laut UBA-Präsident Dirk Messner bereitet die schwache Nachfrage nach Elektrofahrzeugen Sorgen: „Der Markthochlauf muss wieder an Fahrt aufnehmen.“ Er plädiert für staatlich geförderte Leasingmodelle, um Elektroautos für einkommensschwächere Haushalte attraktiver zu machen.
Auch der Gebäudesektor verfehlte die Vorgaben. Zwar sanken die Emissionen um 2,3 Prozent auf 100,5 Millionen Tonnen CO2, doch die erlaubte Grenze von 95,8 Millionen Tonnen wurde überschritten. Der leichte Rückgang sei vor allem auf eine milde Witterung zurückzuführen, weniger auf wirksame energetische Sanierung und Umstellung auf erneuerbare Heizenergie. „Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzen Anreize, doch weitere Maßnahmen sind nötig“, mahnte Messner an die Adresse der neu zu bildenden Bundesregierung.
Die Umsetzung der novellierten EU-Gebäuderichtlinie, die gezielte Förderung effizienter Techniken und Sanierungssprints mit hohen Standards sind angesichts der Emissionsentwicklung geboten. Sanierungsdarlehen, finanziell abgesichert über Bundesbürgschaften, wären eine weitere Möglichkeit, um weiter auf Kurs zu kommen, rät das UBA.
EU-Klimaschutzziele in Gefahr
Deutschland könnte seine Verpflichtungen aus der EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) zwischen 2021 und 2030 deutlich verfehlen, warnt die Projektion des UBA. Die Gesamtlücke wird auf 226 Millionen Tonnen CO2 geschätzt, vor allem wegen der unzureichenden Fortschritte im Verkehrs- und Gebäudesektor. Ohne Nachsteuerung könnten hohe Strafzahlungen an die EU oder notwendige Zertifikatekäufe von anderen EU-Staaten drohen. „Die Mittel sollten besser für Investitionen in die Transformation genutzt werden“, mahnte Habeck.
Bis 2030 trägt die Energiewirtschaft laut Prognose weiterhin überproportional zur Emissionsminderung bei und übererfüllt ihr Ziel um 250 Millionen Tonnen CO2. Die Industrie bleibt ebenfalls im Plan. Doch für die langfristige Klimaneutralität bis 2045 sei mehr Planungssicherheit nötig, stellt das UBA fest. Der Ausbau von Strom- und Wasserstoffnetzen sowie staatliche Förderinitiativen für klimaneutrale Technologien müssten schneller vorangetrieben werden, rät die Behörde.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach Quellbereichen 2021-2045 -
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Quelle: UBA
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Quelle: UBA
Habeck sagte: „Aufgabe der zukünftigen Bundesregierungen muss es daher sein, weiter in die Transformation der Wirtschaft zu investieren, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.“ Messner warnte, dass der schlechte Zustand des deutschen Waldes wegen des Klimawandels ihn von einer Senke für CO2 zu einem Emittenten machen werde. Die vollständigen Emissionsdaten für 2024 werden vom Umweltbundesamt im Januar 2026 an die Europäische Kommission übermittelt.
Auch die Klima-Allianz Deutschland forderte ein starkes Klimaschutzprogramm von der neuen Bundesregierung und kritisierte das Sondierungspapier von Union und SPD als unzureichend. Die politische Geschäftsführerin Stefanie Langkamp sagte, die drei Parteien „scheinen völlig blank zu sein, was Ideen angeht, wie sie die Gebäude und den Verkehr klimaneutral machen“. Statt die Rückabwicklung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und des EU-Verbrennerkompromisses zu diskutieren, müsse die neue Regierung Planungssicherheit bieten, den Wirtschaftsstandort Deutschland erhalten und Arbeitsplätze sichern.
Der Bericht des UBA zu den Treibhausgasemissionen steht im Internet bereit.

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Freitag, 14.03.2025, 11:28 Uhr
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