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Enerige & Management > Kohle - Steag-Block Herne 4 geht vorzeitig vom Markt
Der Steinkohleblock Herne 4. Quelle: Steag Power
KOHLE:
Steag-Block Herne 4 geht vorzeitig vom Markt
Später als geplant und nun doch früher als gedacht: Der Steinkohle-Block Herne 4 ist vorzeitig in die Netzreserve übergegangen
 
Allzu tief lässt sich die Essener Steag Power nicht in die Karten schauen, aber so viel verrät Unternehmenssprecher Daniel Mühlenfeld auf Anfrage der Redaktion: „Wir haben die gegebenen Parameter überprüft und uns dazu entschlossen, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, mit Herne 4 vorzeitig in die Systemrelevanz zu gehen.“ Die Bundesnetzagentur habe Ende Oktober 2024 die Systemrelevanz anerkannt. Herne 4 sei unmittelbar danach in die Netzreserve gegangen.

Eigentlich hätte der 1989 in Betrieb gegangene 460-MW-Steinkohleblock im nordrhein-Westfälischen Herne schon längst anderen Zwecken dienen sollen: Bereits im Frühling 2021 hatte Betreiber Steag die Stilllegung des Kraftwerks beantragt. Ersetzt werden sollte es durch das Ende 2022 in Betrieb genommene 600-MW-Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk Herne 6. Herne 4 sollte zu einem erdgasbefeuerten Heizkessel umgebaut werden, um die Fernwärmeversorgung sicherzustellen.

Doch dann kam die Energiekrise, und Herne 4 blieb in Betrieb. Im kritischen Winter 2022/2023 habe die Anlage noch „einen wesentlichen Beitrag für mehr Versorgungssicherheit in Deutschland“ geleistet, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens aus dem März 2024. Anlass dieser Meldung: Die Stilllegungsanzeige beim Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Amprion. „Insbesondere wegen der stark gefallenen Strompreise“ beantragte die Steag die Stilllegung des Kraftwerks bis März 2025.

Mit Datum vom 27. September stellte dann allerdings die Bundesnetzagentur − einem Antrag von Amprion folgend − die Systemrelevanz der Anlage bis zum 31. März 2027 fest. Steag muss die Anlage also weiter betriebsbereit halten. Angesichts der Marktlage und der voraussichtlichen Einsatzzeiten habe sich die Steag dann dagegen entschieden, den Kraftwerksblock noch bis März 2025 frei zu vermarkten, und ihn direkt in die Netzreserve überführt, so Steag-Sprecher Mühlenfeld.

Herne 4 ist neben den saarländischen Kraftwerken Weiher (656 MW) und Bexbach (726 MW), den Blöcken MKV (179 MW) und HKV (211 MW) in Völklingen-Fenne sowie dem Kraftwerk Bergkamen (717 MW) im Ruhrgebiet nun das sechste Kraftwerk der Steag Power, das abseits dem Markt der Netzreserve dient.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Donnerstag, 07.11.2024, 14:16 Uhr

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