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Enerige & Management > Wärme - Köthen macht Überschussstrom zu Fernwärme
Energieminister Willingmann (links) bei der Inbetriebnahme der Power-To-Heat-Anlage. Quelle: MWU
WÄRME:
Köthen macht Überschussstrom zu Fernwärme
In Sachsen-Anhalt nutzt die Köthen Energie GmbH künftig überschüssigen Strom aus PV und Windkraftanlagen für die Fernwärme-Erzeugung.
 
Die Köthen Energie GmbH hat im sachsen-anhaltinischen Köthen eine Power-to-Heat-Anlage zur Umwandlung von überschüssigem Strom in Wärme in Betrieb genommen. Bei der Feier am 9. Juni war auch Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) anwesend. 

Die Anlage soll dazu beitragen, Netzengpässe zu reduzieren, indem sie Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen aufnimmt, in Wärme umwandelt und diese in das Fernwärmenetz einspeist. Nach Angaben des Unternehmens kann die Anlage dafür Strom mit einer Leistung von bis zu 1,2 MW verarbeiten. Dadurch können Erneuerbare-Energien-Anlagen auch in Zeiten hoher Einspeisung am Netz bleiben. 

Finanziert wurde das Projekt vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz mit rund 600.000 Euro. Im Gegenzug erhält 50 Hertz die Möglichkeit, die Anlage zur Entschärfung von Netzengpässen zu steuern. 

Willingmann bezeichnete die Anlage in einer Mitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt (MWU) des Landes Sachsen-Anhalt als Beispiel für den Einsatz innovativer Technologien zur Stabilisierung des Stromnetzes. „Vor allem Windstrom kann hier künftig direkt in Wärme umgewandelt werden. Das ist nicht nur technisch klug, sondern auch energiepolitisch der richtige Weg“, sagte der Minister. 

Nach Angaben der Beteiligten soll die Anlage zudem den Einsatz fossiler Brennstoffe in der Wärmeversorgung reduzieren. Dadurch könnten auch die CO2-Emissionen der Fernwärmeversorgung sinken. 

Willingmann verwies darüber hinaus auf die Bedeutung solcher Projekte für die Energiewende: „Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollte mal nach Köthen kommen, um sich anzuschauen, wie pragmatisch und wirtschaftlich sinnvoll die Energiewende durch Innovationen umgesetzt werden kann“, sagte Willingmann weiter: „Die Power-to-Heat-Anlage nutzt günstige Heimatenergien, steigert die Versorgungssicherheit und macht die Fernwärme wirtschaftlicher“.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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