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Enerige & Management > Geothermie - Hälfte der Erdsonden für Berliner Staytion-Quartier im Boden
Quelle: Gasag Solution Plus
GEOTHERMIE:
Hälfte der Erdsonden für Berliner Staytion-Quartier im Boden
Ein neues Berliner Stadtquartier mit 544 Wohnungen soll klimaneutral beheizt werden. Das übernimmt Gasag Solution Plus für den Bauherren Kondor Wessels Bouw mit Solar- und Geothermie.
 
Auf einem 22.000 Quadratmeter großen Areal in Berlin-Pankow entstehen bis 2030 sechs Gebäude durch das Bauunternehmen Kondor Wessels Bouw Berlin. Es soll komplett ohne fossile Brennstoffe mit Wärme versorgt werden. Gasag Solution Plus setzt dafür eine Versorgung aus mehr als 100 Erdwärmesonden um. Am 19. März 2025 hatten die Experten von Bau Grund Süd Gesellschaft für Geothermie die Hälfte der Sonden schon im Boden, weshalb die Unternehmen zum Ortstermin einluden.

Die aus einhundert Metern Tiefe gewonnenen Erdwärme fließt künftig in ein kaltes Nahwärmenetz. In sechs Energiezentralen bringen Sole-Wärmepumpen die knapp 12 Grad Celsius aus dem Boden auf die richtige Temperatur für die Wohnungen.
Dieses Energiekonzept habe den Vorteil, dass es nicht nur zur Wärmeversorgung dient, sondern auch im Sommer zur Kühlung des Quartiers eingesetzt werden kann, erläuterte Ferdinand Krien, Leiter Vertrieb Energieversorgungslösungen der Gasag Solution Plus.

Zusätzliche Energie werden PV-Anlagen sowie Luftwärmepumpen von den Dächern der Wohngebäude liefern. Mit diesem Konzept werde ein neuer Standard für eine sofort umsetzbare klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung im innerstädtischen Neubau gesetzt, unterstrich Krien. Für die Bewohner sollen damit langfristig Heizung und Warmwasser etwa 1,30 Euro pro Quadratmeter kosten.

Hohe Investitionskosten, geringe laufende Kosten

Dafür muss zunächst einmal investiert werden. Allein die 100 Erdsonden werden rund eine Million Euro kosten, sagte Winfried Reul, Planungsingenieur Geothermie der Gasag Solution Plus. Die oberflächennahe Geothermie ist das Herzstück des CO2-freien Energiekonzeptes und deckt einen Wärmebedarf von ungefähr 2,7 Millionen kWh pro Jahr ab. 
Das saisonunabhängige Temperaturniveau sorge dabei für einen sehr effizienten Betrieb der Wärmepumpen. In Zeiten von hohem Wärmebedarf, wie zum Beispiel im Winter, garantierten Pufferspeicher eine konstante Wärmezufuhr. Mit 761 Photovoltaik-Modulen auf den Dächern mit einer Erzeugungsmenge von bis zu 340 kW Leistung wird die fossilfreie Energielösung unterstützt.
 
Das Bohrgestänge für die Geothermiesonde wird am Kran herabgesenkt
Quelle: E&M / Susanne Harmsen

Gebäude speichern auch Regenwasser

Für den Bauherren sagte der Senior-Projektleiter Sylvio Piesker: „Die Arbeiten haben im Oktober 2024 begonnen, die 544 Wohnungen sollen 2030 bezugsfertig sein. Das Quartier liegt nahe am U- und S-Bahnhof Pankow und könne daher mit wenig Autoverkehr auskommen. Für die Bewohner sind nur 79 Stellplätze vorgesehen. Ein Lebensmittelmarkt sei Teil des Quartiers und biete Einkaufsmöglichkeiten und Ladepunkte für E-Mobile, ergänzte Piesker. Die Wohngebäude sind als Effizienzhaus EH 40 geplant sowie als „Klimafreundlicher Neubau“ (KfN) förderfähig.

Alle Gebäude erhielten eine DGNB-Zertifizierung, die deren Nachhaltigkeit in Bezug auf Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Qualität ausweist. Des Weiteren wird ein Regenwasserkonzept mit Retentionsdächern (Schwammstadt) geben. Die begrünten Dächer sorgen neben der effektiven Speicherung von Regenwasser, zusätzlich für die Abkühlung der Umgebungsluft durch Verdunstungskälte und verbesserten damit das Klima innerhalb des Quartiers, so der Bauherr.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 19.03.2025, 15:58 Uhr

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