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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - BMW und Eon entwickeln intelligente Ladelösung für Smart Home
Quelle: Quelle: BMW Group
ELEKTROFAHRZEUGE:
BMW und Eon entwickeln intelligente Ladelösung für Smart Home
Solaroptimiert, lastoptimiert, kostenoptimiert und bidirektional: BMW und Eon basteln an einem E-Auto-Ladekonzept der Zukunft. Noch 2023 soll ein erstes Angebot verfügbar sein.
 
"Grünstrom, nachhaltig gewonnene Rohstoffe, Laden, Recycling – wir treiben alle Schlüsselfaktoren zugleich voran", sagt Frank Weber, Mitglied des Vorstandes der BMW AG. Gemeinsam mit Eon wolle man nun "das Auto auch zu einem intelligenten Element im Smart Home machen."

In einem ersten Schritt wollen die beiden Partner dafür ab der Mitte der zweiten Jahreshälfte 2023 in mehreren Ländern Europas mit "Connected Home Charging" eine intelligente Steuerung der E-Auto-Ladevorgänge anbieten. Hier sollen zunächst zwei Varianten verfügbar sein: Das solaroptimierte Laden, das die Nutzung einer möglichst großen Menge an Strom aus der heimischen Photovoltaik-Anlage ermöglicht, und das lastoptimierte Laden, das die zuhause verfügbare Strommenge optimal balanciert.

In einem zweiten Schritt, der im Laufe des Jahres 2024 verwirklicht werden soll, soll dann auch das kostenoptimierte Laden möglich werden. Dafür wolle man "die Vernetzung von vollelektrischem Fahrzeug und Smart Home auf das Energiesystem ausdehnen". Kundinnen und Kunden könnten dann mittels eines speziellen Stromvertrags ihre Ladevorgänge an die Preisentwicklung an der Strombörse anpassen und dann laden, wenn dies zu günstigen Preisen möglich ist. Dabei erfolge die Ermittlung der optimalen Zeitfenster immer auch auf Basis der von den Kunden geplanten Abfahrtszeit und der benötigten Reichweite.

Langfristig soll auch das bidirektionale Laden möglich werden

Langfristig wollen die Partner auch das bidirektionale Laden möglich machen und so die Hochvoltbatterie des vollelektrischen Fahrzeugs als Energiespeicher nutzen. Der gespeicherte Strom soll dann zu einem späteren Zeitpunkt entweder in den eigenen Haushalt oder in das Stromsystem zurückgespeist werden. Kernelement des Systems soll dabei die Schaffung einer gemeinsamen Schnittstelle sein, die das BMW-Elektrofahrzeug, das Smart Home der Kundinnen und Kunden und den Energiesektor verbindet. Dabei soll die BMW Group für die Fahrzeuge sowie die Lade-Hardware verantwortlich sein und die Schnittstelle zum Kunden steuern. Eon soll neben den Services rund um Installation, Elektrik und Vernetzung bei den Kundinnen und Kunden zuhause auch nachhaltige Energietarife sowie den Zugang zum Energiemarkt verantworten.

In die Entwicklung des zukünftigen Angebots flössen die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Bidirektionales Lademanagement – BDL" ein, das von der BMW Group und den Eon-Tochterunternehmen Bayernwerk und Eon Energie Deutschland gemeinsam mit verschiedenen Akteuren aus den Bereichen Automobilindustrie, Ladeinfrastruktur, Energiewirtschaft und Wissenschaft durchgeführt wurde. Der Fokus des Ende 2022 abgeschlossenen Projektes lag darauf, erstmalig mit einem ganzheitlichen Ansatz Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Stromnetze so miteinander zu verknüpfen, dass regenerativ erzeugte Energie gefördert und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gesteigert werden kann.

Hierbei habe sich zum einen gezeigt, dass Anwender die Technologie als nützlich und sinnvoll empfunden hätten und die BDL-Technologie auch weiter nutzen wollen würden. Zum anderen habe man zeigen können, dass durch die intelligent gesteuerte Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromnetz der Anteil regenerativ erzeugter Energie am Gesamtverbrauch in Deutschland weiter erhöht werden könne.

Die Speicher der Elektrofahrzeuge könnten darüber hinaus Erzeugungsspitzen von Windkraft- und Solaranlagen gezielt aufnehmen und in Zeiten geringer Erzeugung unter Wahrung des Fahrbedarfs der Kundinnen und Kunden wieder abgeben. Damit könne das Hochfahren von fossilen Kraftwerken und deren Emissionen in solchen Zeitfenstern reduziert werden. Außerdem könne die bidirektionale Ladetechnologie so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität leisten. Hochskaliert auf die Fahrzeugflotte von 2030 könnte die Nutzung der E-Auto-Speicher so auch die Notwendigkeit des Aufbaus von Groß-Batteriespeichern und Gaskraftwerken reduzieren.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Dienstag, 02.05.2023, 12:32 Uhr

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