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Enerige & Management > Kernkraft - Belgien schaltet zwei von vier Reaktoren endgültig ab
Quelle: Pixabay / Markus Distelrath
KERNKRAFT:
Belgien schaltet zwei von vier Reaktoren endgültig ab
Am 30. September nimmt Engie das belgische Kernkraftwerk Tihange 1 endgültig vom Netz. Am 1. Dezember folgt Doel 2. Damit bleiben nur noch zwei Reaktoren länger in Betrieb.
 
Der französische Energiekonzern Engie wird am 30. September das Kernkraftwerk Tihange 1 in Belgien dauerhaft abschalten. Nach fast 50 Jahren Betrieb wird die Anlage am Standort Huy in der Provinz Lüttich endgültig vom Netz genommen. Wie das Unternehmen mitteilte, folgt am 1. Dezember die Stilllegung des Reaktors Doel 2 bei Antwerpen. Damit sind künftig fünf von ursprünglich sieben belgischen Reaktorblöcken endgültig geschlossen.

Engie hatte im Frühjahr 2025 mit der belgischen Regierung vereinbart, die Laufzeiten der beiden Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 bis 2035 zu verlängern. Im Frühjahr 2025 unterzeichnete Engie eine Vereinbarung mit der belgischen Regierung, Doel 4 und Tihange 3 bis 2035 zu verlängern. „Andere Erweiterungen waren nicht Teil der Diskussionen mit der belgischen Regierung“, so eine Pressesprecherin auf Anfrage der Redaktion. Unternehmensangaben zufolge ist Kernenergie nicht länger Teil der strategischen Ausrichtung des Konzerns.

Das belgische Parlament hatte im Mai 2025 ein Gesetz verabschiedet, das einen Weiterbetrieb von Tihange 1 und Doel 2 rechtlich ermöglicht hätte. Engie lehnte jedoch eine Fortführung dieser beiden Anlagen ab. „Eine noch längere Laufzeit ist undenkbar“, erklärte Konzernchef Vincent Verbeke im Frühjahr.

Atomkraftgegner begrüßten die Stilllegung von Tihange 1. Miriam Tornieporth von der Organisation „.ausgestrahlt“ erklärte, das Abschalten zeige, dass „der angebliche belgische Wiedereinstieg in die Atomkraft mit Stilllegungen beginnt“. Die Zukunft liege ihrer Einschätzung nach in erneuerbaren Energien.

Jahrelange Probleme mit den Reaktoren

Auch das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sieht in der Abschaltung einen Sicherheitsgewinn. Sprecher Matthias Eickhoff verwies auf Störfälle in der Vergangenheit und bezeichnete die Entscheidung als Erfolg jahrelanger Proteste. In den Reaktoren Doel-3 und Tihange-2 wurden im November 2012 Risse in den Druckbehältern gefunden, worauf die Reaktoren heruntergefahren wurden. 

Nach einer Reparatur wurden sie im Juni 2013 wieder ans Netz genommen, im März 2014 aufgrund des gleichen Problems jedoch auf Anordnung der Agentur für Nuklearkontrolle vorübergehend wieder heruntergefahren. Im August 2014 kam es im Reaktor Doel-4 durch Ölverlust zu einem schweren Turbinenschaden. Der Reaktor konnte bis Dezember 2014 keinen Strom erzeugen.

Derzeit erzeugt Belgien noch an den Standorten Doel und Tihange Strom mit vier Reaktoren und einer installierten Nettoleistung von insgesamt 3.483 MW.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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