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Enerige & Management > Stromnetz - VIK fordert dauerhafte Zuschüsse zu Umbaukosten
Quelle: Katia Meyer-Tien
STROMNETZ:
VIK fordert dauerhafte Zuschüsse zu Umbaukosten
Der Industrieverband VIK begrüßt die geplanten Zuschüsse zu den Übertragungsnetzkosten ab 2027, fordert aber eine dauerhafte staatliche Finanzierung der Transformationskosten.
 
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) begrüßt den Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) vom 26. August zur fortgesetzten Bezuschussung der Übertragungsnetzkosten. Dieser war im Kabinett vorgestellt worden. Die Zuschüsse sollen in den Jahren 2027 bis 2029 jeweils 5,5 Milliarden Euro betragen.

Aus Sicht des VIK schafft die Verstetigung über drei Jahre mehr Planungssicherheit für Unternehmen. Gleichzeitig warnt der Verband vor einem Anstieg der Netzentgelte, weil das Zuschussvolumen gegenüber dem Niveau des Jahres 2026 sinken soll.

„Die Bundesregierung erkennt mit der Verstetigung der Zuschüsse an, dass die Netzentgelte längst zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für die Industrie geworden sind“, sagt VIK-Hauptgeschäftsführer Christian Seyfert. Unternehmen benötigten für Investitionen in die Elektrifizierung und klimaneutrale Produktionsverfahren verlässliche und planbare Stromkosten. Zuschüsse nicht senken

Der Verband sieht im aktuellen Entwurf dennoch eine Lücke. Die Übertragungsnetzkosten dürften in den kommenden Jahren hoch bleiben, während zugleich weitere Investitionen in die Netzinfrastruktur erforderlich seien. Eine Reduzierung der Zuschüsse gegenüber 2026 könne deshalb einen Teil der bisherigen Entlastung wieder aufzehren.

Nach Einschätzung des VIK würde dies die Stromkosten der Industrie erhöhen. Das treffe Unternehmen in einer Phase, in der sie zugleich erhebliche Mittel für die Umstellung ihrer Produktionsprozesse auf klimaneutrale Technologien aufbringen müssten.

Seyfert verweist auf den Zusammenhang zwischen Transformation und Stromverbrauch: „Transformation bedeutet Elektrifizierung. Elektrifizierung bedeutet einen steigenden Strombedarf.“ Wenn die Bundesregierung von der Industrie Investitionen in klimaneutrale Technologien erwarte, dürften die Stromkosten nicht gleichzeitig weiter steigen. Eine Kürzung der Zuschüsse laufe diesem Ziel entgegen.

Mehr Planungssicherheit notwendig

Nach Angaben des VIK entstehen erhebliche Teile der Netzkosten durch den Umbau des Energiesystems. Dazu zählen aus Sicht des Verbands unter anderem Aufwendungen für den Netzausbau, die Systemstabilität und Redispatch-Maßnahmen. Diese Kosten entstünden im gesamtgesellschaftlichen Interesse und sollten deshalb nicht dauerhaft allein über die Stromrechnungen von Unternehmen und privaten Verbrauchern finanziert werden.

Der VIK fordert daher eine langfristige Lösung. Transformationsbedingte Netzkosten sollten dauerhaft aus den Netzentgelten herausgelöst und staatlich kofinanziert werden, erklärt Seyfert. Andernfalls könnten steigende Netzentgelte gerade für Unternehmen zum Wettbewerbsnachteil werden, die in die Dekarbonisierung ihrer Produktion investieren.

Der Verband plädiert deshalb dafür, die geplanten Zuschüsse nicht auf den Zeitraum von 2027 bis 2029 zu begrenzen. Vielmehr müsse die Bundesregierung sie zu einem langfristigen Instrument zur Begrenzung der transformationsbedingt steigenden Netzkosten weiterentwickeln.

Aus Sicht des VIK sind stabile und planbare Rahmenbedingungen notwendig, damit Unternehmen ihre Investitionen in die Elektrifizierung und Dekarbonisierung verlässlich planen können. Die Finanzierung der mit der Energiewende verbundenen Netzkosten müsse dabei stärker über den Staat und damit über die Allgemeinheit erfolgen. (sh)
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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