Quelle: Fotolia / Silviu G Halmaghi
STROMNETZ:
Verteilnetze sollen digital steuerbar werden
Eine BBH-Studie zeigt, wie sich Verteilnetzbetreiber bis 2045 auf mehr Elektrifizierung, Erneuerbare und flexible Verbraucher einstellen müssen.
Der Verteilnetzbetrieb muss sich nach Einschätzung der BBH Consulting AG (BBHC) bis 2045 grundlegend verändern. Aus einer
bislang überwiegend passiven Transportinfrastruktur soll eine digitale, aktiv steuerbare und resiliente Systeminfrastruktur
werden. Das geht aus der Studie „Verteilnetzbetreiber 2045“ hervor, die BBHC im Auftrag des BBH-Arbeitskreises AK REGTP erstellt
hat.
Für die Untersuchung befragte BBHC 68 Vertreter von Verteilnetzbetreibern (VNB) zu zentralen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen. Die Ergebnisse diskutierte das Beratungsunternehmen anschließend mit Branchenexperten und leitete daraus Zielbilder für den Verteilnetzbetrieb im Jahr 2045 ab.
Eine zentrale Aufgabe sehen die Autoren in der stärkeren Überwachung und Steuerung der Mittel- und Niederspannungsnetze. Mit der zunehmenden Elektrifizierung, dem Ausbau erneuerbarer Energien und einer wachsenden Zahl flexibler Verbraucher steigen nach Darstellung der Studie Dynamik und Komplexität im Netzbetrieb. Netzbetreiber benötigen deshalb detaillierte lokale Netzkenntnisse sowie einen Regulierungsrahmen, der langfristige Planungssicherheit und eine verlässliche Anerkennung der entstehenden Kosten ermöglicht.
Digitalisierung als Werkzeug
Auch die Digitalisierung soll dabei eine größere Rolle spielen. Nach Einschätzung der Studie bilden hohe Datenqualität, leistungsfähige Schnittstellen und klar definierte Verantwortlichkeiten die Grundlage für digitale Zwillinge, KI-gestützte Prognosen und automatisierte Prozesse. Künstliche Intelligenz (KI) könne beispielsweise Prognosen verbessern, Daten automatisiert plausibilisieren und Netzsituationen schneller bewerten.
BBH betont zugleich, dass die Digitalisierung nicht allein eine technologische Aufgabe ist. Neben der technischen Infrastruktur seien die Integration digitaler Anwendungen in bestehende Abläufe, klare Prozesse, IT-Sicherheit und qualifizierte Mitarbeiter entscheidend. Die fachliche Prüfung von Ergebnissen und die Verantwortung für Entscheidungen müssten auch bei einem stärkeren Einsatz von KI bei den Mitarbeitern bleiben.
Fachkräftemangel bewältigen
Als weitere Herausforderung nennt die Studie den Fachkräftemangel in zentralen Bereichen des Netzbetriebs. Vor allem kleinere VNB könnten nach Einschätzung der Autoren von Kooperationen und gemeinsamen Strukturen profitieren. Damit ließen sich steigende Anforderungen an Digitalisierung, IT und Netzsteuerung besser bewältigen. Gleichzeitig bleibe der Netzbetrieb in wesentlichen Bereichen eine Aufgabe vor Ort.
„Der Verteilnetzbetrieb 2045 wird nur dann sicher und leistungsfähig sein, wenn Netze nicht nur ausgebaut, sondern zugleich digital sichtbar, aktiv steuerbar und resilient organisiert werden“, sagt Peter Bergmann, Vorstand der BBH Consulting AG und BBH-Partner. Entscheidend sei dabei das Zusammenspiel von Technologie, Fachkompetenz und verlässlichen Rahmenbedingungen.
Auch Christian Theobald, BBH-Partner und Ansprechpartner des AK REGTP, sieht die Rolle der VNB im Zuge der Energiewende wachsen. Sie seien nicht nur für die Versorgungssicherheit relevant, sondern auch für die Energie- und Wärmewende sowie für die Anpassung an den Klimawandel. „Daseinsvorsorge der Zukunft verlangt moderne Akteure insbesondere vor Ort“, sagt Theobald.
Die BBH-Gruppe betreut über 7.000 Mandantinnen und Kunden in rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und strategischen Fragen. Zu den Mandanten gehören insbesondere Energie- und Versorgungsunternehmen, darunter Stadtwerke, Kommunen und Gebietskörperschaften, sowie Industrieunternehmen und internationale Konzerne. (sh)
Für die Untersuchung befragte BBHC 68 Vertreter von Verteilnetzbetreibern (VNB) zu zentralen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen. Die Ergebnisse diskutierte das Beratungsunternehmen anschließend mit Branchenexperten und leitete daraus Zielbilder für den Verteilnetzbetrieb im Jahr 2045 ab.
Eine zentrale Aufgabe sehen die Autoren in der stärkeren Überwachung und Steuerung der Mittel- und Niederspannungsnetze. Mit der zunehmenden Elektrifizierung, dem Ausbau erneuerbarer Energien und einer wachsenden Zahl flexibler Verbraucher steigen nach Darstellung der Studie Dynamik und Komplexität im Netzbetrieb. Netzbetreiber benötigen deshalb detaillierte lokale Netzkenntnisse sowie einen Regulierungsrahmen, der langfristige Planungssicherheit und eine verlässliche Anerkennung der entstehenden Kosten ermöglicht.
Digitalisierung als Werkzeug
Auch die Digitalisierung soll dabei eine größere Rolle spielen. Nach Einschätzung der Studie bilden hohe Datenqualität, leistungsfähige Schnittstellen und klar definierte Verantwortlichkeiten die Grundlage für digitale Zwillinge, KI-gestützte Prognosen und automatisierte Prozesse. Künstliche Intelligenz (KI) könne beispielsweise Prognosen verbessern, Daten automatisiert plausibilisieren und Netzsituationen schneller bewerten.
BBH betont zugleich, dass die Digitalisierung nicht allein eine technologische Aufgabe ist. Neben der technischen Infrastruktur seien die Integration digitaler Anwendungen in bestehende Abläufe, klare Prozesse, IT-Sicherheit und qualifizierte Mitarbeiter entscheidend. Die fachliche Prüfung von Ergebnissen und die Verantwortung für Entscheidungen müssten auch bei einem stärkeren Einsatz von KI bei den Mitarbeitern bleiben.
Fachkräftemangel bewältigen
Als weitere Herausforderung nennt die Studie den Fachkräftemangel in zentralen Bereichen des Netzbetriebs. Vor allem kleinere VNB könnten nach Einschätzung der Autoren von Kooperationen und gemeinsamen Strukturen profitieren. Damit ließen sich steigende Anforderungen an Digitalisierung, IT und Netzsteuerung besser bewältigen. Gleichzeitig bleibe der Netzbetrieb in wesentlichen Bereichen eine Aufgabe vor Ort.
„Der Verteilnetzbetrieb 2045 wird nur dann sicher und leistungsfähig sein, wenn Netze nicht nur ausgebaut, sondern zugleich digital sichtbar, aktiv steuerbar und resilient organisiert werden“, sagt Peter Bergmann, Vorstand der BBH Consulting AG und BBH-Partner. Entscheidend sei dabei das Zusammenspiel von Technologie, Fachkompetenz und verlässlichen Rahmenbedingungen.
Auch Christian Theobald, BBH-Partner und Ansprechpartner des AK REGTP, sieht die Rolle der VNB im Zuge der Energiewende wachsen. Sie seien nicht nur für die Versorgungssicherheit relevant, sondern auch für die Energie- und Wärmewende sowie für die Anpassung an den Klimawandel. „Daseinsvorsorge der Zukunft verlangt moderne Akteure insbesondere vor Ort“, sagt Theobald.
Die BBH-Gruppe betreut über 7.000 Mandantinnen und Kunden in rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und strategischen Fragen. Zu den Mandanten gehören insbesondere Energie- und Versorgungsunternehmen, darunter Stadtwerke, Kommunen und Gebietskörperschaften, sowie Industrieunternehmen und internationale Konzerne. (sh)
© 2026 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 10.09.2026, 09:22 Uhr
Donnerstag, 10.09.2026, 09:22 Uhr
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