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Enerige & Management > Stromspeicher - Speicherbranche warnt vor Investitionslücke
Quelle: BVES
STROMSPEICHER:
Speicherbranche warnt vor Investitionslücke
Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) zieht Bilanz für 2025. Aktuelle energiepolitische Vorgaben gefährdeten Investitionen in Speichertechnologien und die Energiewende.
 
Der Bundesverband Energiespeicher Systeme (BVES) hat eine kritische Bilanz zur Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung gezogen. Im Rahmen seiner Bilanz für 2025 stellte der Verband am 8. Mai in Berlin die aktuellen Branchenzahlen vor. Zugleich warnten seine Vertreter vor einer zunehmenden Investitionsunsicherheit im Speicherbereich.

Nach Angaben des BVES verzeichnete die Energiespeicherbranche im Jahr 2025 erneut Wachstum. Viele Unternehmen seien mit Optimismus auf den Regierungswechsel und die angekündigte pragmatische Energiepolitik zugegangen. Gleichzeitig fehle es aus Sicht des Verbandes weiterhin an langfristig verlässlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in das künftige Energiesystem.

Der Verband erklärte, die Branche sei bereit, ihren Beitrag zur Transformation des Energiesystems zu leisten. Politische Rahmenbedingungen würden diese Entwicklung jedoch zunehmend bremsen. Besonders kritisch bewertet der BVES die ersten regulatorischen Maßnahmen der Bundesregierung, darunter die EEG-Novelle, das Netzpaket und die Kraftwerksstrategie.

Flexibilität ausgebremst

Aus Sicht des Verbandes setzen die Vorhaben zu stark auf bestehende Strukturen und zu wenig auf flexible und technologieoffene Lösungen. BVES-Präsident Thomas Speidel kritisierte insbesondere die Diskussion über einen starren Kapazitätsmarkt. Ein solches Modell sei ein „statisches Werkzeug des letzten Jahrhunderts“, erklärte Speidel laut Mitteilung. Die Herausforderungen eines modernen Energiesystems müssten flexibel, technologieoffen und marktbasiert gelöst werden.

Der BVES fordert nach eigenen Angaben mehr Wettbewerb zwischen unterschiedlichen Technologien. Wenn bestimmte Technologien wie Gaskraftwerke als unverzichtbar angesehen würden, müssten sie sich auch im Wettbewerb behaupten. „Technologieoffenheit bedeute, dass sich wirtschaftlich und systemisch sinnvolle Lösungen durchsetzen können“, erklärte Speidel.

Unklare Rechtslage verhindert Projekte

Der Verband sieht in der aktuellen Entwicklung Risiken für die Energiespeicherbranche und den Industriestandort Deutschland. Investitionen blieben aus, Projekte verzögerten sich und Fortschritte bei der Elektrifizierung gerieten ins Stocken. Energiespeicher spielten speziell für die Industrie eine wichtige Rolle, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
 
Umsatzentwicklung der Speicherbrache 2025
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: BVES

Nach Angaben des BVES zeigt sich bereits im ersten Quartal 2026 eine Verschlechterung der Stimmung in der Branche. Grundlage dieser Einschätzung ist eine aktuelle Branchenumfrage des Verbandes. Demnach wächst die Unsicherheit bei Unternehmen und Investoren deutlich. So würden Speichern Netzanschlüsse versagt, obwohl sie Überschüsse aus Windkraft und PV-Anlagen aufnehmen könnten. „Am vergangenen Wochenende wurde wegen Negativpreisen erneuerbare Kapazität abgeregelt. Diese 250 Millionen Euro Entschädigung hätten wir uns mit Speichern ersparen können“, sagte Speidel.

Als Hauptproblem nennt der BVES die fehlende Planungssicherheit. Investitionsentscheidungen würden verschoben oder gestoppt. Ohne kurzfristige Gegenmaßnahmen drohe eine strukturelle Investitionslücke. Deutschland riskiere dadurch eine „Flexibilitätslücke“, erklärte der Verband. Diese entstehe nicht aufgrund fehlender Technologien, sondern wegen unzureichender politischer Rahmenbedingungen.

Politik soll Hindernisse beseitigen

Mit dem Maßnahmenpapier „Endspurt 2030“ hat der BVES nach eigenen Angaben konkrete Vorschläge vorgelegt, um Investitionen in Speichertechnologien zu fördern und regulatorische Hemmnisse abzubauen. Im Mittelpunkt stehen technologieoffene Ansätze sowie Rahmenbedingungen, die Innovationen und zukünftige Entwicklungen berücksichtigen.

Der Verband appellierte an die Bundesregierung, stärker auf die Innovationskraft der heimischen Industrie zu setzen. Die deutsche Industrie habe in der Vergangenheit gezeigt, dass sie technologische Transformationen bewältigen könne, wenn verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen würden. Zum Abschluss betonte der BVES, dass die Energiespeicherbranche bereitstehe, einen wichtigen Beitrag zu einem resilienten, effizienten und wettbewerbsfähigen Energiesystem zu leisten. Dafür brauche es jedoch faire Wettbewerbsbedingungen sowie langfristig verlässliche politische Entscheidungen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 08.05.2026, 13:07 Uhr

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