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Enerige & Management > Bilanz - Investitionen für Energiewende steigen deutlich
Gasag-Bilanz für 2025 (v.l.): Matthias Trunk Vertriebsvorstand, CFO Stefan Hadre, CEO Georg Friedrichs. Quelle: Susanne Harmsen
BILANZ:
Investitionen für Energiewende steigen deutlich
Die Gasag-Gruppe aus Berlin hat 2025 ihren Gewinn und ihre Investitionen gesteigert. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Wärmenetze, Geothermie und erneuerbare Energien.
 
Die Berliner GASAG-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Jahresüberschuss deutlich erhöht und ihre Investitionen in die Energie- und Wärmewende ausgeweitet. Wie das Unternehmen am 7. Mai in Berlin mitteilte, stieg der Jahresüberschuss von 58 Millionen Euro im Vorjahr auf 102 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich von 1,63 Milliarden Euro auf 1,72 Milliarden Euro.

Die Unternehmensgruppe investierte 2025 insgesamt 184 Millionen Euro in Sachanlagen mit Transformationswirkung. Das entspricht einem Anstieg um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 85 Prozent der Gesamtinvestitionen flossen in Infrastrukturprojekte mit Klimaschutzbezug. Schwerpunkte waren Wärmenetze, erneuerbare Energien, klimaneutrale Versorgungslösungen und Netzinfrastruktur.

Der Vorstandsvorsitzende Georg Friedrichs erklärte, die Energiewende entscheide sich vor Ort, für Menschen und Gebäude. Die Gasag sichere heute die Energieversorgung und entwickle gleichzeitig Netze und Versorgungslösungen für die Zukunft weiter. Die wirtschaftliche Stabilität „ermöglicht uns hohe Investitionen bei fairen Preisen und macht Transformation erst glaubwürdig“, so Friedrichs.

Hervorragendes Ergebnis

Finanzvorstand Stefan Hadré begründete die Ergebnisentwicklung vor allem mit einem starken operativen Geschäft. Höhere Absatzmengen sowie eine stabile Kostenstruktur hätten das Ergebnis gestützt. Zusätzlich hätten Witterungs- und Bewertungseffekte positiv gewirkt.

Zugleich verwies Hadré auf steigende Netzentgelte. Diese seien 2025 unter anderem wegen der erstmaligen Anwendung der sogenannten KANU-Regulierung um 25 Prozent gestiegen. Die Gasag habe dabei nach eigenen Angaben einen „moderaten Weg“ gewählt, um die Kosten der vorzeitigen Abschreibung der Gasnetze auf möglichst viele Kundinnen und Kunden zu verteilen.
 
Geschäftsentwicklung der Gasag 2024 bis 2025 im Vergleich.
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: Gasag

Unterstützung der Wärmewende

Im Mittelpunkt der Investitionen stehen laut Unternehmen konkrete Projekte für die kommunale Wärmeplanung. In Berlin soll diese bis Ende Juni 2026 vorliegen, in Brandenburg bis Mitte 2028. Friedrichs sagte, die Wärmeplanung schaffe mehr Transparenz und bessere Planbarkeit für private und gewerbliche Kunden.

Zu den bereits umgesetzten oder laufenden Projekten zählen Wärmenetze für neue Stadtquartiere in Berlin-Mariendorf oder in Spandau. Hinzu kommen Geothermie- und Hybridlösungen für innerstädtische Bestands- und Neubauprojekte, etwa in der Winterfeldtstraße oder im Quartier „Paule Panke“ in Pankow. Darüber hinaus baue die Gasag-Gruppe PV-, Wind- und Biomethanprojekte in Brandenburg aus.

Vertriebsvorstand Matthias Trunk erklärte, die Wärmewende funktioniere technisch und wirtschaftlich. Die Stärke des Unternehmens liege darin, Vorgaben aus der kommunalen Wärmeplanung in konkrete Projekte umzusetzen. Nach Angaben Trunks entwickelte sich insbesondere das Privatkundengeschäft positiv. „Nach der PV-Anlage im Vorjahr boomt derzeit die Wärmepumpe in der Nachfrage“, berichtete Trunk. Ergänzend biete die Gasag einen Energiemanager an, der Stromerzeugung, Speicher und Verbrauch digital steuert.

Höchster Kundenzuwachs erreicht

Trotz rückläufiger Kundenzahlen auf insgesamt rund 700.000 Kunden habe die Neukundenakquise 2025 den höchsten Stand seit Gründung des Unternehmens erreicht. Schwerpunkt seien Stromkunden. Laut Trunk profitierte die Gasag dabei von Erfahrungen aus der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

Durch eine breitere Diversifizierung der Lieferanten habe man starke Preissprünge vermeiden können. Gleichzeitig verwies Friedrichs auf anhaltende Unsicherheiten an den Energiemärkten. Sollte sich die internationale Versorgungslage verschärfen, etwa durch eine Eskalation im Konflikt mit dem Iran, seien erneute Preissteigerungen nicht ausgeschlossen.

Politischer Rahmen unsicher

Die Unternehmensführung verwies auch auf regulatorische Unsicherheiten. Der Rahmen für die Transformation der Gasnetze befinde sich weiterhin im Aufbau. Offen seien unter anderem Fragen zur künftigen Rolle grüner Gase, zur Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sowie zur Zukunft der Gasnetze. Friedrichs sagte mit Blick auf die Energiepolitik der Bundesregierung, Entscheidungen in der aktuellen Krisensituation seien komplex und müssten unterschiedliche Interessen ausgleichen, dennoch wünsche man sich manchmal früher Gewissheit.

Trotz der offenen regulatorischen Fragen halte die Gasag-Gruppe an ihrem Transformationspfad fest. Friedrichs erklärte, das Unternehmen verfolge weiterhin das Ziel der Defossilisierung bis 2045. Dabei setze es auf eine Kombination aus Versorgungssicherheit, wirtschaftlicher Stabilität und Investitionen in klimafreundliche Infrastruktur.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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