Quelle: Shutterstock / Wojciech Wrzesien
GAS:
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Eine ICIS-Analyse zeigt: Werden die europäischen Gasspeicher bis November nicht ausreichend gefüllt, sinken zwar kurzfristig die Preise. Das Risiko verlagert sich jedoch auf 2027.
Europa könnte die Gasspeicherziele für den Winter 2026/27 verfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Marktforschungsunternehmens
ICIS, das Szenarien untersucht hat, in denen die europäischen Gasspeicher im November 2026 zu lediglich 75 Prozent − statt
der angestrebten 80 Prozent − gefüllt sind. Grundlage ist die Annahme, dass sich das schwache Einspeichertempo aus dem zweiten
Quartal im dritten Quartal fortsetzt.
Aktuell sind die europäischen Gasspeicher nach Angaben des Verbandes Gas Infrastructure Europe (GIE) zu rund 58 Prozent gefüllt. Im Basisszenario des ICIS erreicht Europa bis November die derzeit geltende Mindestvorgabe von 80 Prozent, verfehlt aber das frühere EU-Ziel von 90 Prozent. Bis zum Ende des Winters sinken die Speicherbestände auf rund 32 Prozent, bei einem kalten Winter auf 27 Prozent. Werden die Speicher bis November hingegen nur zu 75 Prozent gefüllt, fallen die Bestände bis zum Frühjahr auf 25 Prozent. Ein kalter Winter würde sie auf 22 Prozent reduzieren und damit das Versorgungsrisiko deutlich erhöhen.
Nach Berechnungen von ICIS wären durchschnittliche TTF-Preise von rund 60 Euro je MWh zwischen August und Oktober erforderlich, um genügend verflüssigtes Erdgas (LNG) nach Europa zu lenken und die Speicher auf 80 Prozent zu füllen. Würde das Speicherziel aufgegeben, würde der LNG-Bedarf im Herbst 2026 um rund 28 TWh sinken. Entsprechend könnten die TTF-Preise im August und September etwa 12 Prozent niedriger ausfallen als im Basisszenario.
Steigender Bedarf in 2027
Der Preisvorteil wäre jedoch nur vorübergehend. Wegen der geringeren Restbestände müssten die Speicher im Jahr 2027 stärker aufgefüllt werden. Dadurch stiege der LNG-Bedarf nach Angaben von ICIS im Folgejahr um 24 TWh, nach einem kalten Winter sogar um 70 TWh. Im Durchschnitt lägen die TTF-Preise 2027 dann etwa 3 Prozent über dem Basisszenario, während sie während der Einspeichersaison um etwa 5 Prozent zulegen könnten.
Die Studie bewertet das Erreichen der 80-Prozent-Vorgabe im Fazit als weiterhin möglich, allerdings nur zu hohen Kosten in einem angespannten globalen LNG-Markt. Eine Lockerung der Speicherziele würde den Preisdruck im Jahr 2026 mindern, gleichzeitig aber die Versorgungssicherheit verringern und den Beschaffungsaufwand in das Jahr 2027 verschieben. Allerdings, so schließen die Autoren, seien für 2027 insgesamt niedrigere Preise zu erwarten, sodass es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchaus Sinn ergeben könnte, den Beschaffungsdruck ins kommende Jahr zu verlagern. (kmt)
Aktuell sind die europäischen Gasspeicher nach Angaben des Verbandes Gas Infrastructure Europe (GIE) zu rund 58 Prozent gefüllt. Im Basisszenario des ICIS erreicht Europa bis November die derzeit geltende Mindestvorgabe von 80 Prozent, verfehlt aber das frühere EU-Ziel von 90 Prozent. Bis zum Ende des Winters sinken die Speicherbestände auf rund 32 Prozent, bei einem kalten Winter auf 27 Prozent. Werden die Speicher bis November hingegen nur zu 75 Prozent gefüllt, fallen die Bestände bis zum Frühjahr auf 25 Prozent. Ein kalter Winter würde sie auf 22 Prozent reduzieren und damit das Versorgungsrisiko deutlich erhöhen.
Nach Berechnungen von ICIS wären durchschnittliche TTF-Preise von rund 60 Euro je MWh zwischen August und Oktober erforderlich, um genügend verflüssigtes Erdgas (LNG) nach Europa zu lenken und die Speicher auf 80 Prozent zu füllen. Würde das Speicherziel aufgegeben, würde der LNG-Bedarf im Herbst 2026 um rund 28 TWh sinken. Entsprechend könnten die TTF-Preise im August und September etwa 12 Prozent niedriger ausfallen als im Basisszenario.
Steigender Bedarf in 2027
Der Preisvorteil wäre jedoch nur vorübergehend. Wegen der geringeren Restbestände müssten die Speicher im Jahr 2027 stärker aufgefüllt werden. Dadurch stiege der LNG-Bedarf nach Angaben von ICIS im Folgejahr um 24 TWh, nach einem kalten Winter sogar um 70 TWh. Im Durchschnitt lägen die TTF-Preise 2027 dann etwa 3 Prozent über dem Basisszenario, während sie während der Einspeichersaison um etwa 5 Prozent zulegen könnten.
Die Studie bewertet das Erreichen der 80-Prozent-Vorgabe im Fazit als weiterhin möglich, allerdings nur zu hohen Kosten in einem angespannten globalen LNG-Markt. Eine Lockerung der Speicherziele würde den Preisdruck im Jahr 2026 mindern, gleichzeitig aber die Versorgungssicherheit verringern und den Beschaffungsaufwand in das Jahr 2027 verschieben. Allerdings, so schließen die Autoren, seien für 2027 insgesamt niedrigere Preise zu erwarten, sodass es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten durchaus Sinn ergeben könnte, den Beschaffungsdruck ins kommende Jahr zu verlagern. (kmt)
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 04.08.2026, 14:07 Uhr
Dienstag, 04.08.2026, 14:07 Uhr
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