• Frontjahr Strom legt trotz Unsicherheit zu
  • Stromausfall in Reutlingen - Was wir wissen und was nicht
  • Telekom holt beim Glasfaserausbau auf
  • Grüngasquote stößt auf breiten Widerstand
  • Entsoe warnt vor Engpässen beim Netzausbau
  • 2G Energy übernimmt Celsius & Watt in Belgien
  • Hauptbauphase für Kölner Großwärmepumpe startet
  • Bund will CO2-Entnahme technologisch fördern
  • Oliver Hoffmann übernimmt Vertriebsverantwortung bei Meistro
  • Bürgerwerke wachsen auf 150 Mitglieder
Enerige & Management > Wärme - Hauptbauphase für Kölner Großwärmepumpe startet
Visualisierung der geplanten Flusswasser-Wärmepumpe. Quelle: Rheinenergie / Joachim Rieger
WÄRME:
Hauptbauphase für Kölner Großwärmepumpe startet
Die Kölner Rheinenergie startet die Hauptbauphase ihrer Flusswasser-Wärmepumpe in Köln-Niehl. Die Anlage soll ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen. 
 
In Köln-Niehl hat die Errichtungsphase für eine Flusswasser-Wärmepumpe begonnen. Die Rheinenergie investiert nach eigenen Angaben rund 280 Millionen Euro in das Projekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte mit Wärme aus dem Rhein versorgen soll. 

Die Anlage soll aus drei Modulen mit jeweils 50 MW Leistung bestehen. Generalunternehmer ist die Everllence SE. Weitere Bauabschnitte und Komponenten, darunter das Einlaufbauwerk für das Rheinwasser, werden von Strabag und Züblin errichtet. Die Finanzierung erfolgt unter Beteiligung der Helaba. 

Nach Angaben der Rheinenergie laufen die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände am Niehler Hafen bereits seit mehreren Monaten. Dazu zählen Kampfmittelsondierungen, Gründungsarbeiten und die Vorbereitung des Baufelds. Zeitgleich wurden die Komponenten der Wärmepumpe gefertigt, darunter das Integralgetriebe in Berlin sowie Kompressoren in Oberhausen. Die Bauzeit für Gebäude und Nebenanlagen ist mit rund zwei Jahren angesetzt. 

Kombination von Erzeugungstechniken

„Wir kombinieren verschiedene Erzeugungstechniken so, dass wir Kostenvorteile nutzen und die Fernwärmepreise langfristig stabilisieren können“, erläutert 
Rheinenergie-Vorstandsvorsitzender Andreas Feicht in einer Mitteilung des Unternehmens die Pläne.

Denn: Im Regelbetrieb soll die Großwärmepumpe mit den bestehenden Gas- und Dampfturbinenanlagen am Standort zusammenarbeiten. Bei niedrigen Strompreisen soll die Wärmepumpe die Wärmeproduktion übernehmen, während bei hohen Strompreisen die konventionellen Anlagen Strom und Wärme bereitstellen. Diese Kombination erhöhe die Versorgungssicherheit und begrenze die Wärmegestehungskosten. Zudem lasse sich durch die Nutzung der Umweltwärme aus dem Rhein die Treibhausgasemission der Wärmeerzeugung deutlich senken − der Rheinenergie zufolge um mindestens 100.000 Tonnen pro Jahr. 

Für den Betrieb der Anlage wird Rheinwasser genutzt, das im Wärmepumpenprozess als Wärmequelle dient. Dabei wird die Wärmeenergie des Flusswassers auf ein Kältemittel übertragen. Das Rheinwasser selbst bleibt unverändert und wird lediglich um wenige Grad Celsius abgekühlt wieder in den Fluss zurückgeführt. Die Anlage gewinne pro eingesetzter Einheit Strom zwischen zwei und drei Einheiten Umweltenergie, teilte Rheinenergie mit. 

Der Standort Niehl sei ideal für die Großwärmepumpe geeignet, heißt es weiter. Eine Netzanbindung bis hin zur Ebene 380.000 Volt mit Anschluss an das vorgelagerte Netz der Amprion sei ebenso vorhanden wie alle notwendigen Anbindungen an das größte Fernwärme-Teilnetz der Rheinenergie in der Kölner Innenstadt.

Die erforderlichen Genehmigungen für Wasserentnahme, Anlagenerrichtung und Wiedereinleitung des abgekühlten Rheinwassers liegen nach Angaben des Unternehmens bereits vor. Das Projekt wird von Bund und Europäischer Union gefördert.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
+49 (0) 8152 9311 21
eMail
facebook
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 08.06.2026, 13:28 Uhr

Mehr zum Thema