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Enerige & Management > Klimaschutz - Greensand startet CO2-Speicherung vor Dänemark
CO2-Transportschiff vor Greensand Einspeicherplattform. Quelle: Ineos
KLIMASCHUTZ:
Greensand startet CO2-Speicherung vor Dänemark
Ineos Energy eröffnete mit Partnern in Esbjerg die CO2-Speicherstätte Greensand. Zunächst sollen dort jährlich bis zu 400.000 Tonnen CO2 gespeichert werden.
 
Der dänische König Frederik X. hat am 18. September die CO2-Speicherstätte Greensand im Hafen von Esbjerg offiziell eröffnet. Nach Angaben des Betreibers INEOS Energy markiert die Zeremonie den Beginn des kommerziellen Betriebs der Anlage. Das Projekt soll zunächst jährlich bis zu 400.000 Tonnen CO2 dauerhaft unter dem Meeresboden speichern. Bei einem Ausbau soll die Kapazität auf vier bis acht Millionen Tonnen des Klimagases pro Jahr steigen.

Ineos Energy gehört zum gleichnamigen britischen Chemie- und Industriekonzern mit Sitz in London. Das Unternehmen betreibt Greensand gemeinsam mit dem Energieunternehmen Harbour Energy und dem dänischen Nordseefonds Nordsoefonden.

An der Eröffnung nahmen neben Ineos-Chairman Sir Jim Ratcliffe unter anderem der EU-Kommissar für Energie und Wohnen, Dan Jorgensen, der dänische Finanzminister Peter Hummelgaard und Paloma Aba Garrote, Direktorin der EU-Exekutivagentur für Klima (CINEA), teil.

Laut Ineos handelt es sich bei Greensand um die erste Anlage zur dauerhaften CO2-Speicherung im industriellen Maßstab in der Europäischen Union. Das Projekt stellt nach Angaben des Unternehmens eine Infrastruktur für den Transport und die Speicherung von CO2 bereit, die auch von industriellen Emittenten genutzt werden soll.

Biomethananlagen zunächst als Quelle

In der ersten Phase will Ineos das CO2 überwiegend aus dänischen Biomethananlagen beziehen. Das Unternehmen nutzt damit nach eigenen Angaben bereits verfügbare CO2-Mengen, während weitere Projekte zur Abscheidung von CO2 aus industriellen Anlagen entwickelt und hochskaliert werden.

Nach der Abscheidung wird das CO2 verflüssigt und per Lkw zu einem speziellen CO2-Terminal im Hafen von Esbjerg transportiert. Von dort gelangt es mit der „Carbon Destroyer 1“ auf See. Das Schiff ist speziell für den CO2-Transport gebaut worden. Anschließend wird das CO2 in das Nini-West-Reservoir injiziert. Das Reservoir liegt rund 250 Kilometer vor der dänischen Küste und etwa 1.800 Meter unter dem Meeresboden. Bei dem Speicher handelt es sich um ein ausgefördertes Ölfeld.

Der Ceo von Ineos Energy David Bucknall bezeichnete den Start als Übergang von bisherigen Plänen und Zielen zur praktischen Anwendung. „Greensand bildet die Grundlage, auf der weitere Carbon-Capture-Projekte in Europa aufbauen können“, sagte er.

Der Standort soll sich über die erste Betriebsphase hinaus erweitern lassen. Nach Angaben von Ineos besteht bei steigender Nachfrage das Potenzial, jährlich bis zu acht Millionen Tonnen CO2 einzuspeichern. Damit könnte Greensand auch CO2 aus Industrieanlagen außerhalb Dänemarks aufnehmen.

EU will Speichermengen deutlich erhöhen

Die Eröffnung fällt in eine Phase, in der die EU den Aufbau einer europäischen Infrastruktur für Carbon Capture and Storage (CCS) vorantreibt. Die Europäische Union strebt an, bis 2030 jährlich 50 Millionen Tonnen CO2 abzuscheiden und zu speichern. Für 2040 liegt das Ziel demnach bei 250 bis 280 Millionen Tonnen pro Jahr.

EU-Kommissar Dan Jorgensen sagte bei der Eröffnung, mit Greensand werde gezeigt, dass Offshore-CO2-Speicherung in der EU praktisch umgesetzt werden könne. Zugleich verwies er auf die Bedeutung der Technologie für die Industrie. „Produktion, Investitionen und Arbeitsplätze sollen in Europa erhalten bleiben, während die Industrie ihre Emissionen reduziert“, so der Kommissar.

Für die weitere Entwicklung sieht Ineos vor allem bei der CO2-Abscheidung zusätzlichen Handlungsbedarf. Ratcliffe forderte geeignete regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Entscheidend sei nun, die CO2-Abscheidung in Europa auf größere Mengen zu skalieren. Für die Ausweitung der Nutzung muss nach Angaben von Ineos insbesondere die Abscheidung an industriellen Standorten weiterentwickelt werden. Das Unternehmen sieht darin den nächsten Schritt für den Aufbau eines europäischen Marktes für dauerhafte CO2-Speicherung. (sh)
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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