• Angriff auf LNG-Tanker treibt Gaspreise hoch
  • Strommarke Grüüün unter Aufsichtsverfahren
  • Hausheld und Solandeo schlagen „1:n-Variante“ vor
  • Reaktorruine in Hamm soll an den Bund übergehen
  • EU-Parlament entscheidet im Eilverfahren über Methan-Regeln
  • Rabot Energy konkretisiert Direktvermarktung
  • BDEW fordert bessere Bedingungen für E-Lkw-Ladehubs
  • Ruhrgebiet-Stadtwerke und Iqony wollen Fernwärme-Gesellschaft
  • WWF sieht Wärmepumpen nach vier Jahren amortisiert
  • Versorger in Vorpommern wechselt den Chef aus
Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - BDEW fordert bessere Bedingungen für E-Lkw-Ladehubs
Quelle: Katia Meyer-Tien
ELEKTROFAHRZEUGE:
BDEW fordert bessere Bedingungen für E-Lkw-Ladehubs
Der Energieverband BDEW fordert bessere Finanzierungsbedingungen, leichteren Flächenzugang und weniger Bürokratie, um den Ausbau von Ladehubs für E-Lkw zu beschleunigen.
 
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat einen Fahrplan für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Lastkraftwagen vorgelegt. Darin fordert der Branchenverband politische Maßnahmen, die private Investitionen erleichtern und einen schnellen, kosteneffizienten Ausbau ermöglichen sollen. Im Mittelpunkt stehen das öffentliche Laden, Ladepunkte auf Betriebsgeländen und Maßnahmen zur Optimierung des Betriebs von E-Lkw.

CO2-Flottengrenzwerte als Investitionssignal

BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae verweist auf das bereits bestehende Ladeangebot. Nach Angaben des Verbands umfasst es laut E-Trucker-App bundesweit 789 Standorte. Diese seien strategisch entlang der Lkw-Routen positioniert und gewährleisteten eine gute Abdeckung des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) in Deutschland.

Für den weiteren Ausbau sei vor allem Verlässlichkeit bei den politischen Rahmenbedingungen entscheidend. Der BDEW fordert deshalb, die CO2-Flottengrenzwertregelung für Nutzfahrzeuge beizubehalten. „Sie schafft Planungssicherheit und stärkt das Vertrauen in Investitionen in elektrische Nutzfahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur“, begründetet Andreae. Davon seien sowohl Hersteller von E-Lkw und Ladestationen als auch Betreiber von Ladepunkten und Logistikunternehmen betroffen.

Kredite und EU-Fördermittel mobilisieren

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung. Der BDEW spricht sich dafür aus, KfW-Kredite für E-Lkw-Ladehubs auch bei höheren Projektrisiken zu ermöglichen. Dafür müsse die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihre Kreditvergabekriterien anpassen und Ladeparks für elektrische Lkw ausdrücklich berücksichtigen.

Daneben sieht der Verband in der Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) der Europäischen Union ein geeignetes Instrument. Das Förderprogramm für alternative Kraftstoffinfrastrukturen sei europaweit einsetzbar und einfach zu handhaben. Der BDEW will damit zusätzliche Finanzierungsoptionen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur erschließen.

Mehr geeignete Flächen bereitstellen

Als wesentliche Voraussetzung für den Hochlauf nennt der Verband den Zugang zu geeigneten Grundstücken. Er schlägt mehrere Maßnahmen vor: Ladeinfrastruktur im Außenbereich soll baurechtlich privilegiert werden. Zudem fordert der BDEW, das Förderprogramm für Lkw-Stellplätze neu aufzulegen und um die Elektrifizierung zu erweitern.

Auch Flächen der Autobahn GmbH des Bundes sowie geeignete Grundstücke in öffentlicher Hand sollen für den Aufbau von Lkw-Ladestandorten zur Verfügung stehen. Der Verband erwartet, dass sich damit zusätzliche Standorte erschließen und Ausbauvorhaben beschleunigen lassen.

Mess- und Eichrecht vereinfachen

Darüber hinaus dringt der BDEW auf einen Abbau bürokratischer Hürden. Insbesondere das Mess- und Eichrecht müsse praxistauglicher werden. Der Verband fordert eine Umsetzung der europäischen Measuring Instruments Directive (MID), die auf eine Vereinheitlichung der eingesetzten Messgeräte in Europa abzielt, ohne zusätzliche nationale Anforderungen einzuführen.

Zudem sollen die Landeseichbehörden Prüfmittel für Megawatt Charging Systems (MCS) bereitstellen. Diese Hochleistungsladesysteme sind für das schnelle Laden schwerer Nutzfahrzeuge vorgesehen. Die Kosten für ein entsprechendes Prüfgerät könnten sich laut BDEW auf einen sechsstelligen Eurobetrag belaufen.

Depotladen für Dritte öffnen

Neben öffentlichen Ladehubs spielt das Laden auf dem Betriebsgelände von Logistikunternehmen eine wichtige Rolle. Der BDEW fordert rechtliche Klarstellungen, damit Unternehmen ihre Depotladepunkte einfacher für Dritte zugänglich machen können. Das soll auch eine zeitweise Öffnung ermöglichen und die Auslastung vorhandener Infrastruktur verbessern. 

Außerdem sollen ordnungsgemäß an Dritte verkaufte Strommengen für das Laden von E-Lkw bei der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) anerkannt werden können. „Eine verstetigte Förderung von Netzanschlüssen im Depot soll zudem deren frühzeitige Beauftragung erleichtern“, so Andreae.

Das Positionspapier „Fahrplan für E-Lkw-Ladehubs“  des BDEW steht zum Download bereit. (sh)
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 20.10.2026, 13:48 Uhr

Mehr zum Thema