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35.000 Ladepunkte für E-Lkw fehlen
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert in Berlin einen schnelleren Ausbau von Stromlade- und Wasserstoffinfrastruktur für klimafreundliche Nutzfahrzeuge in Europa.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht die fehlende Lade- und Wasserstofftankinfrastruktur als wesentliche Hürde für
den Markthochlauf klimafreundlicher Nutzfahrzeuge. Nach Angaben des Verbands reichen die bisherigen Ausbaupläne in Deutschland
und der Europäischen Union (EU) nicht aus, um den erwarteten Bedarf im Schwerlastverkehr bis 2030 zu decken.
Nach Angaben des VDA werden europaweit bis 2030 rund 35.000 öffentlich zugängliche Schnellladepunkte mit dem Megawatt Charging System (MCS) für schwere Nutzfahrzeuge benötigt. Insgesamt sollten bis dahin bis zu 50.000 Lkw-taugliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. In Deutschland geht der Verband von einem Bedarf von rund 4.000 öffentlichen MCS-Ladepunkten aus.
Aktuelle Daten vom Juli
Der derzeitige Ausbau liegt deutlich darunter. Laut Daten des European Alternative Fuels Observatory (EAFO) waren im Juli 2026 EU-weit lediglich 730 Ladepunkte mit einer Mindestleistung von mehr als 350 kW exklusiv für schwere Nutzfahrzeuge verfügbar. In Deutschland waren nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (NLL) 88 Standorte mit insgesamt 355 Ladepunkten für schwere Nutzfahrzeuge in Betrieb.
Die NLL plant bis 2030 entlang wichtiger Verkehrskorridore 350 öffentliche Ladestandorte an bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen. Das vorgesehene initiale Lkw-Ladenetz umfasst 4.200 öffentliche Ladepunkte. Davon sollen 1.800 mit MCS und 2.400 mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet sein.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller kritisiert, dass derzeit weniger als ein Zehntel der geplanten Ladepunkte in Betrieb sei. Die Politik müsse den Ausbau beschleunigen und zugleich die Stromnetze bedarfsgerecht erweitern. „Nur so lassen sich die Vorgaben zur CO₂-Reduktion im Straßengüterverkehr umsetzen“, so Müller.
Ungleicher Ausbau in Europa
Auch innerhalb der EU verteilt sich die verfügbare Ladeinfrastruktur laut VDA sehr unterschiedlich. 65 Prozent der ausschließlich für schwere Nutzfahrzeuge verfügbaren Ladepunkte befinden sich demnach in Schweden, Deutschland und Frankreich. In wichtigen Transitländern wie Polen und Tschechien gebe es bislang keine exklusiven Ladepunkte dieser Leistungsklasse.
Der VDA fordert deshalb, den Ausbau nicht auf das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T) und dessen Kernnetz zu beschränken. Auch Verkehrsachsen abseits der Hauptkorridore müssten berücksichtigt werden, um Versorgungslücken zu vermeiden. Zudem müsse die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten stärker zu einem zügigen Ausbau verpflichten.
Die Vorgaben der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) reichen nach Einschätzung des Verbands ebenfalls nicht aus. Sie sieht bis 2030 rund 2.000 Lkw-Ladestandorte entlang der Autobahnen in der EU vor, jeweils mit einer Mindestleistung von 3.600 kW. Damit lasse sich der Bedarf von 35.000 öffentlich zugänglichen MCS-Schnellladepunkten jedoch nicht decken.
Überprüfung der Flottenregulierung vorziehen
Der VDA fordert daher, die für 2027 geplante Überprüfung der CO2-Flottenregulierung für schwere Nutzfahrzeuge vorzuziehen. Gleichzeitig solle die Umsetzung der AFIR jährlich überprüft werden. Müller warnt zudem vor Strafzahlungen für Hersteller, solange die erforderliche Infrastruktur nicht zur Verfügung stehe. Die vollständige Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw, wie sie Deutschland umgesetzt hat, biete dabei aus Sicht des VDA die stärkste Wirkung zur Förderung.
Nach Angaben des VDA haben deutsche Nutzfahrzeughersteller bereits batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern sowie Wasserstofffahrzeuge mit Reichweiten von 700 bis 800 Kilometern auf dem Markt. Auch Unternehmen der Automobilindustrie beteiligten sich am Aufbau der Ladeinfrastruktur, unter anderem über das Gemeinschaftsunternehmen Milence.
Wasserstoffbedarf deutlich höher
Auch bei der Wasserstoffinfrastruktur sieht der VDA erheblichen Nachholbedarf. Der Verband rechnet für 2030 mit rund 2.000 Lkw-geeigneten Wasserstofftankstellen in Europa, die jeweils etwa zwei Tonnen Wasserstoff pro Tag bereitstellen können. Davon würden rund 300 Stationen in Deutschland benötigt.
Die AFIR schreibt bis Ende 2030 entlang des TEN-T-Kernnetzes öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen mit einer Kapazität von mindestens einer Tonne pro Tag und einem Abstand von höchstens 200 Kilometern vor. Nach Einschätzung des VDA unterschätzen diese Vorgaben noch den tatsächlichen Bedarf.
Laut EAFO gab es im Juli 2026 EU-weit rund 150 Wasserstofftankstellen mit 350 Bar und 168 Stationen mit 700 Bar. Rund 31 Prozent der europäischen Wasserstofftankinfrastruktur befinden sich dem VDA zufolge in Deutschland. In mehreren Ländern Ost- und Südeuropas fehlen bislang Wasserstofftankstellen für Lkw vollständig. (sh)
Nach Angaben des VDA werden europaweit bis 2030 rund 35.000 öffentlich zugängliche Schnellladepunkte mit dem Megawatt Charging System (MCS) für schwere Nutzfahrzeuge benötigt. Insgesamt sollten bis dahin bis zu 50.000 Lkw-taugliche Ladepunkte zur Verfügung stehen. In Deutschland geht der Verband von einem Bedarf von rund 4.000 öffentlichen MCS-Ladepunkten aus.
Aktuelle Daten vom Juli
Der derzeitige Ausbau liegt deutlich darunter. Laut Daten des European Alternative Fuels Observatory (EAFO) waren im Juli 2026 EU-weit lediglich 730 Ladepunkte mit einer Mindestleistung von mehr als 350 kW exklusiv für schwere Nutzfahrzeuge verfügbar. In Deutschland waren nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (NLL) 88 Standorte mit insgesamt 355 Ladepunkten für schwere Nutzfahrzeuge in Betrieb.
Die NLL plant bis 2030 entlang wichtiger Verkehrskorridore 350 öffentliche Ladestandorte an bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen. Das vorgesehene initiale Lkw-Ladenetz umfasst 4.200 öffentliche Ladepunkte. Davon sollen 1.800 mit MCS und 2.400 mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet sein.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller kritisiert, dass derzeit weniger als ein Zehntel der geplanten Ladepunkte in Betrieb sei. Die Politik müsse den Ausbau beschleunigen und zugleich die Stromnetze bedarfsgerecht erweitern. „Nur so lassen sich die Vorgaben zur CO₂-Reduktion im Straßengüterverkehr umsetzen“, so Müller.
Ungleicher Ausbau in Europa
Auch innerhalb der EU verteilt sich die verfügbare Ladeinfrastruktur laut VDA sehr unterschiedlich. 65 Prozent der ausschließlich für schwere Nutzfahrzeuge verfügbaren Ladepunkte befinden sich demnach in Schweden, Deutschland und Frankreich. In wichtigen Transitländern wie Polen und Tschechien gebe es bislang keine exklusiven Ladepunkte dieser Leistungsklasse.
Der VDA fordert deshalb, den Ausbau nicht auf das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-T) und dessen Kernnetz zu beschränken. Auch Verkehrsachsen abseits der Hauptkorridore müssten berücksichtigt werden, um Versorgungslücken zu vermeiden. Zudem müsse die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten stärker zu einem zügigen Ausbau verpflichten.
Die Vorgaben der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) reichen nach Einschätzung des Verbands ebenfalls nicht aus. Sie sieht bis 2030 rund 2.000 Lkw-Ladestandorte entlang der Autobahnen in der EU vor, jeweils mit einer Mindestleistung von 3.600 kW. Damit lasse sich der Bedarf von 35.000 öffentlich zugänglichen MCS-Schnellladepunkten jedoch nicht decken.
Überprüfung der Flottenregulierung vorziehen
Der VDA fordert daher, die für 2027 geplante Überprüfung der CO2-Flottenregulierung für schwere Nutzfahrzeuge vorzuziehen. Gleichzeitig solle die Umsetzung der AFIR jährlich überprüft werden. Müller warnt zudem vor Strafzahlungen für Hersteller, solange die erforderliche Infrastruktur nicht zur Verfügung stehe. Die vollständige Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw, wie sie Deutschland umgesetzt hat, biete dabei aus Sicht des VDA die stärkste Wirkung zur Förderung.
Nach Angaben des VDA haben deutsche Nutzfahrzeughersteller bereits batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern sowie Wasserstofffahrzeuge mit Reichweiten von 700 bis 800 Kilometern auf dem Markt. Auch Unternehmen der Automobilindustrie beteiligten sich am Aufbau der Ladeinfrastruktur, unter anderem über das Gemeinschaftsunternehmen Milence.
Wasserstoffbedarf deutlich höher
Auch bei der Wasserstoffinfrastruktur sieht der VDA erheblichen Nachholbedarf. Der Verband rechnet für 2030 mit rund 2.000 Lkw-geeigneten Wasserstofftankstellen in Europa, die jeweils etwa zwei Tonnen Wasserstoff pro Tag bereitstellen können. Davon würden rund 300 Stationen in Deutschland benötigt.
Die AFIR schreibt bis Ende 2030 entlang des TEN-T-Kernnetzes öffentlich zugängliche Wasserstofftankstellen mit einer Kapazität von mindestens einer Tonne pro Tag und einem Abstand von höchstens 200 Kilometern vor. Nach Einschätzung des VDA unterschätzen diese Vorgaben noch den tatsächlichen Bedarf.
Laut EAFO gab es im Juli 2026 EU-weit rund 150 Wasserstofftankstellen mit 350 Bar und 168 Stationen mit 700 Bar. Rund 31 Prozent der europäischen Wasserstofftankinfrastruktur befinden sich dem VDA zufolge in Deutschland. In mehreren Ländern Ost- und Südeuropas fehlen bislang Wasserstofftankstellen für Lkw vollständig. (sh)
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 31.08.2026, 13:57 Uhr
Montag, 31.08.2026, 13:57 Uhr
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