
Andreas Feicht fordert Unterstützung für die Stadtwerke Köln. Quelle: E&M
STADTWERKE:
Stadtwerke Köln sagen das Ende der Gewinne ab 2027 voraus
Am Rhein sprudelt das Geld nicht mehr. Die Stadtwerke Köln sehen ab 2027 große Probleme, mit den Gewinnen der Rheinenergie den Gesamtkonzern noch ins Plus hieven zu können.
Steigende Verluste im Öffentlichen Nahverkehr und erheblicher Investitionsbedarf für Strom- und Wärmeprojekte verringern die
Wahrscheinlichkeit, dass die Stadtwerke Köln (SWK) künftig noch Gewinne an die Kommune überweisen können. Ab dem Jahr 2027
oder spätestens ab 2028, sagte Vorstandssprecher Andreas Feicht, sei eine „schwarze Null aus eigener Kraft“ für den Verbundkonzern
gefährdet.
Das Investitionsvolumen bezifferte Feicht in einer Medienrunde zu den Themen „Transformation und Finanzbedarf“ mit etwa 10 Milliarden Euro bis 2035. Vorstandskollege Michael Theis formulierte vor diesem Hintergrund die Erwartung an die Kommune, finanziell zu unterstützen. Dies könne durch eine Erhöhung des Eigenkapitals geschehen oder durch einen Betriebskostenzuschuss der Stadt an die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB).
Verluste bei über 300 Millionen Euro
Die Einnahmeseite bei den KVB verschlechtert sich zusehends. Nach einem Minus von 185,1 Millionen Euro im Jahr 2024 erwarten die Verantwortlichen eine Verdopplung der Verluste in den kommenden Jahren, die ab 2031 stabil über 300 Millionen Euro betragen sollen. Auch die Bäder belasten die Bilanz traditionell.
Schon 2023 hat das Unternehmen ein „Ergebnissicherungskonzept“ (ESK) aufgelegt. Mit dessen Aktualisierung will der Konzern einerseits über verschiedene Maßnahmen 100 Millionen Euro pro Jahr an Kosten sparen. Hinzu kommt die Hoffnung, dass die Stadtwerke nicht mehr als 160 Millionen Euro Verlust bei den KVB ausgleichen müssen. Der kalkulierte Fehlbetrag von nahezu 400 Millionen Euro für 2034 spricht eine andere Sprache.
Für 2024 weist die Bilanz der SWK noch 77,8 Millionen Euro aus. Der Gewinn geht zu großen Teil an die notorisch klamme Rheinmetropole, die nun allerdings vor der Aufgabe steht, selbst Mittel für die Tochter auftreiben zu müssen.
Hohe Investitionen für erneuerbare Wärmeversorgung
An den Investitionen für die Daseinsvorsorge jedenfalls geht laut SWK-Vorstand kein Weg vorbei. Von den 10 Milliarden Euro bis Mitte des kommenden Jahrzehnts sind allein 4 Milliarden Euro für die Energie-Tochter Rheinenergie vorgesehen. Das Geld ist zum einen für den Bau von Europas größter Fließwasser-Wärmepumpe vorgesehen (280 Millionen Euro), die das Unternehmen in Niehl in den Rhein einlassen will. Dazu sollen die Stromnetze (880 Millionen Euro) und die Fernwärmeleitungen (470 Millionen Euro) wachsen.
Auch der Nahverkehr benötigt Investitionen in Höhe von etwa 4 Milliarden Euro. Die KVB wollen neue Stadtbahnen anschaffen, das Stadtbahnnetz ausbauen und die eigene Busflotte vollständig elektrifizieren.
Insgesamt zeigt die Investitionskurve der Stadtwerke nach oben, im Vergleich zu 2021 (374 Millionen Euro) haben die Ausgaben sich 2024 nahezu verdoppelt (715 Millionen Euro). Für den Bereich Energie und Wasser nahm der Konzern allein 314 Millionen Euro in die Hand.
In dem vorgelegten Informationspapier spricht der Konzern davon, die „Daseinsvorsorge zukunftsfähig machen“ zu wollen. Die Voraussetzung dafür sei allerdings, die Bonität des Konzerns zu erhalten. Der Vorstand setzt dabei massiv auf die politische Unterstützung in Köln.
Das Investitionsvolumen bezifferte Feicht in einer Medienrunde zu den Themen „Transformation und Finanzbedarf“ mit etwa 10 Milliarden Euro bis 2035. Vorstandskollege Michael Theis formulierte vor diesem Hintergrund die Erwartung an die Kommune, finanziell zu unterstützen. Dies könne durch eine Erhöhung des Eigenkapitals geschehen oder durch einen Betriebskostenzuschuss der Stadt an die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB).
Verluste bei über 300 Millionen Euro
Die Einnahmeseite bei den KVB verschlechtert sich zusehends. Nach einem Minus von 185,1 Millionen Euro im Jahr 2024 erwarten die Verantwortlichen eine Verdopplung der Verluste in den kommenden Jahren, die ab 2031 stabil über 300 Millionen Euro betragen sollen. Auch die Bäder belasten die Bilanz traditionell.
Schon 2023 hat das Unternehmen ein „Ergebnissicherungskonzept“ (ESK) aufgelegt. Mit dessen Aktualisierung will der Konzern einerseits über verschiedene Maßnahmen 100 Millionen Euro pro Jahr an Kosten sparen. Hinzu kommt die Hoffnung, dass die Stadtwerke nicht mehr als 160 Millionen Euro Verlust bei den KVB ausgleichen müssen. Der kalkulierte Fehlbetrag von nahezu 400 Millionen Euro für 2034 spricht eine andere Sprache.
Für 2024 weist die Bilanz der SWK noch 77,8 Millionen Euro aus. Der Gewinn geht zu großen Teil an die notorisch klamme Rheinmetropole, die nun allerdings vor der Aufgabe steht, selbst Mittel für die Tochter auftreiben zu müssen.
Hohe Investitionen für erneuerbare Wärmeversorgung
An den Investitionen für die Daseinsvorsorge jedenfalls geht laut SWK-Vorstand kein Weg vorbei. Von den 10 Milliarden Euro bis Mitte des kommenden Jahrzehnts sind allein 4 Milliarden Euro für die Energie-Tochter Rheinenergie vorgesehen. Das Geld ist zum einen für den Bau von Europas größter Fließwasser-Wärmepumpe vorgesehen (280 Millionen Euro), die das Unternehmen in Niehl in den Rhein einlassen will. Dazu sollen die Stromnetze (880 Millionen Euro) und die Fernwärmeleitungen (470 Millionen Euro) wachsen.
Auch der Nahverkehr benötigt Investitionen in Höhe von etwa 4 Milliarden Euro. Die KVB wollen neue Stadtbahnen anschaffen, das Stadtbahnnetz ausbauen und die eigene Busflotte vollständig elektrifizieren.
Insgesamt zeigt die Investitionskurve der Stadtwerke nach oben, im Vergleich zu 2021 (374 Millionen Euro) haben die Ausgaben sich 2024 nahezu verdoppelt (715 Millionen Euro). Für den Bereich Energie und Wasser nahm der Konzern allein 314 Millionen Euro in die Hand.
In dem vorgelegten Informationspapier spricht der Konzern davon, die „Daseinsvorsorge zukunftsfähig machen“ zu wollen. Die Voraussetzung dafür sei allerdings, die Bonität des Konzerns zu erhalten. Der Vorstand setzt dabei massiv auf die politische Unterstützung in Köln.
Volker Stephan
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Dienstag, 12.08.2025, 15:43 Uhr
Dienstag, 12.08.2025, 15:43 Uhr
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