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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Spanier und Araber nehmen Ostsee-Windpark in Betrieb
Quelle: Fotolia / ptoscano
WINDKRAFT OFFSHORE:
Spanier und Araber nehmen Ostsee-Windpark in Betrieb
Der 476-MW-Offshore-Windpark „Baltic Eagle“ von Iberdrola und Masdar ist vollständig am Netz. Es ist das erste Kooperationsprojekt der Partner und wurde ohne Subventionen errichtet.
 
Der Offshore-Windpark „Baltic Eagle“ in der deutschen Ostsee ist vollständig in Betrieb, teilte der Betriebsführer, der spanische Energiekonzern Iberdrola am 10. Juli mit. Das erste Gemeinschaftsprojekt von Iberdrola mit Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (49 Prozent) verfügt über eine installierte Leistung von 476 MW. Es versorgt damit rein bilanziell 475.000 Haushalte oder 45 Prozent von Mecklenburg-Vorpommern mit Ökostrom. Die beiden Partner investieren in den Windpark 1,6 Milliarden Euro.

Baltic Eagle liegt etwa 30 Kilometer nordöstlich der Insel Rügen und ist Teil des sogenannten „Baltic Hub“ von Iberdrola. Dieser umfasst neben „Baltic Eagle“ den bereits in Betrieb befindlichen Windpark „Wikinger“ (350 MW) sowie das geplante Projekt „Windanker“ (315 MW). Bis 2026, wenn auch „Windanker“ fertig ist, soll die Gesamtkapazität des Baltic Hub also in den Gigawatt-Bereich steigen (1.141 MW).

„Baltic Eagle“ erhält keine Subvention. Die 50 Windturbinen des dänischen Herstellers Vestas sind schon längere Zeit mit exakt jeweils 9,525 MW zur förderfreien sonstigen Direktvermarktung angemeldet, sie sind die leistungsfähigen in Betrieb in deutschem Hoheitsgebiet. Das Projekt refinanziert sich ganz durch Power Purchase Agreements. Das jüngste wurde dieser Tage mit O2 Telefonica veröffentlicht. Zuvor waren schon PPA mit Holcim, Salzgitter Flachstahl, Amazon und der Stahl Holding Saar abgeschlossen worden (wir berichteten jeweils).

Iberdrola hätte gerne in der Ostsee an einem noch größeren Rad gedreht und hatte sich auf eine 1.000 MW-Fläche mitbeworben. Total Energies bot aber in der Auktion mehr Geld und bekam den Zuschlag (wir berichteten).

Am noch größeren Rad wird vor England gedreht

Dafür können die Spanier zusammen mit den Arabern vor der südostenglischen Küste ein großes Rad drehen. Sie bauen gemeinsam mit Masdar vor Suffolk einen der größten Windparks der Welt: „East Anglia 3“ mit 1.400 MW. Dabei soll das erste Windrad bereits im vierten Quartal 2026 in Betrieb gehen. Am 9. Juli sicherten sich die Partner eine Bankenfinanzierung von umgerechnet 4,1 Millionen Euro. Weitere Refinanzierungsgrundlagen sind ein 15-jähriger Differenzvertrag (CfD-Subvention) mit der britischen Regierung sowie seit 2024 ein PPA mit Amazon.

Masdar und Iberdrola kündigten an, ihre Zusammenarbeit auszubauen und gemeinsam in weitere Offshore-Wind- und Wasserstoffprojekte in England, Deutschland und den USA zu investieren. Das Gesamtvolumen der Partnerschaft ist auf bis zu 15 Milliarden Euro angesetzt. Sultan Al Jaber, Industrieminister der Emirate und Verwaltungsratschef von Masdar, sprach von „einer der größten und stärksten strategischen Investitionspartnerschaften für saubere Energie“ weltweit.

Masdar diesmal mehr als nur Geldgeber

Das Hereinholen von Finanzinvestoren wie Masdar in solche Großprojekte ist Teil einer grünen Wachstums- und Risikodifferenzierungsstrategie von Iberdrola. So hatte der Konzern das japanische Energieunternehmen Kansai an „Windanker“ beteiligt und den Infrastrukturinvestor EIP an „Wikinger“, ebenfalls jeweils mit 49 Prozent. An dem britischen Windpark-Projekt hält Masdar demgegenüber 50 Prozent. Masdar fungiert auch als Co-Betriebsführer.
 

Georg Eble
Redakteur
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