Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
KLIMASCHUTZ:
Schott gibt Ziel der Klimaneutralität für 2030 auf
Schott gibt sein Ziel einer bilanziell klimaneutralen Produktion bis 2030 auf und legt ein größeres Augenmerk auf indirekte Emissionen.
Schott gibt sein bisheriges Ziel einer bilanziell klimaneutralen Produktion in Scope 1 und 2 bis 2030 auf. Stattdessen richtet
der Spezialglashersteller seine Klimastrategie stärker auf konkrete Emissionsminderungen in der eigenen Produktion und entlang
der Wertschöpfungskette aus. Die überarbeiteten Ziele seien von der Science Based Targets initiative (SBTi) bestätigt worden,
heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Die SBTi ist eine internationale Initiative zur Entwicklung und Validierung wissenschaftsbasierter Klimaziele. Sie wurde vom Carbon Disclosure Project, dem UN Global Compact, dem World Resources Institute und dem WWF initiiert und wird heute als eigenständige Organisation weitergeführt.
Nach Angaben von Schott sind die Emissionen in Scope 1 und 2 seit 2019 um rund 70 Prozent gesunken. Scope 1 umfasst direkte Treibhausgasemissionen aus eigenen oder kontrollierten Anlagen, beispielsweise aus der Glasschmelze. Scope 2 bezeichnet indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, vor allem Strom und Wärme. Einen wesentlichen Beitrag zur bisherigen Minderung habe die seit 2021 veränderte Strombeschaffung über Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien sowie Power Purchase Agreements geleistet.
Bereits 2023 hatte die SBTi ein gemeinsames Reduktionsziel von Schott für Scope 1 und 2 sowie ein Lieferantenziel für Scope 3 anerkannt. Das damalige Minderungsziel von 46,2 Prozent für Scope 1 und 2 gegenüber 2019 habe Schott inzwischen übertroffen.
Zulieferer rücken in den Fokus
Das 2019 intern gesetzte Klimaneutralitätsziel hatte neben Emissionsminderungen auch CO2-Kompensation über Klimaschutzprojekte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette vorgesehen. Solche Emissionsgutschriften seien jedoch nicht Bestandteil der nun bestätigten Klimaziele, teilte Schott mit. Das Unternehmen führe das bisherige Ziel deshalb nicht weiter. Damit entfällt die bisherige Zusage, die Produktion in Scope 1 und 2 bis 2030 bilanziell klimaneutral zu stellen.
Künftig rückt vor allem Scope 3 stärker in den Mittelpunkt. Darunter fallen alle weiteren indirekten Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, etwa aus eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten, Transporten oder der Nutzung und Entsorgung von Produkten. Im Geschäftsjahr 2025 hätten diese Emissionen mehr als 80 Prozent des Corporate Carbon Footprint von Schott ausgemacht. Ausgewählte Scope-3-Emissionen sollen bis zum Geschäftsjahr 2030 um 27,5 Prozent sinken.
Dafür will Schott unter anderem den CO2-Fußabdruck von Vorprodukten stärker in die Einkaufsbewertung einbeziehen und Lieferanten bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Dazu zählen nach Unternehmensangaben der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen, eigene SBTi-Zielsetzungen sowie die Berechnung von Product Carbon Footprints. Das bisherige Supplier-Engagement-Ziel für Scope 3 wird durch das konkrete Minderungsziel ersetzt.
Trotz des stärkeren Fokus auf die Lieferkette will Schott auch die eigenen Produktionsprozesse weiter dekarbonisieren. Ein Schwerpunkt bleibt die Glasschmelze. In Mitterteich soll im Laufe des Jahres 2027 eine elektrische Pilotwanne mit geringem Gasanteil in Betrieb gehen. Dafür investiert das Unternehmen rund 40 Millionen Euro. Die Anlage soll die Technologie unter industriellen Bedingungen erproben. Zudem prüfe Schott weitere Ansätze wie Mikrowellen- und Plasmatechnologien. (fw)
Die SBTi ist eine internationale Initiative zur Entwicklung und Validierung wissenschaftsbasierter Klimaziele. Sie wurde vom Carbon Disclosure Project, dem UN Global Compact, dem World Resources Institute und dem WWF initiiert und wird heute als eigenständige Organisation weitergeführt.
Nach Angaben von Schott sind die Emissionen in Scope 1 und 2 seit 2019 um rund 70 Prozent gesunken. Scope 1 umfasst direkte Treibhausgasemissionen aus eigenen oder kontrollierten Anlagen, beispielsweise aus der Glasschmelze. Scope 2 bezeichnet indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, vor allem Strom und Wärme. Einen wesentlichen Beitrag zur bisherigen Minderung habe die seit 2021 veränderte Strombeschaffung über Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien sowie Power Purchase Agreements geleistet.
Bereits 2023 hatte die SBTi ein gemeinsames Reduktionsziel von Schott für Scope 1 und 2 sowie ein Lieferantenziel für Scope 3 anerkannt. Das damalige Minderungsziel von 46,2 Prozent für Scope 1 und 2 gegenüber 2019 habe Schott inzwischen übertroffen.
Zulieferer rücken in den Fokus
Das 2019 intern gesetzte Klimaneutralitätsziel hatte neben Emissionsminderungen auch CO2-Kompensation über Klimaschutzprojekte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette vorgesehen. Solche Emissionsgutschriften seien jedoch nicht Bestandteil der nun bestätigten Klimaziele, teilte Schott mit. Das Unternehmen führe das bisherige Ziel deshalb nicht weiter. Damit entfällt die bisherige Zusage, die Produktion in Scope 1 und 2 bis 2030 bilanziell klimaneutral zu stellen.
Künftig rückt vor allem Scope 3 stärker in den Mittelpunkt. Darunter fallen alle weiteren indirekten Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, etwa aus eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten, Transporten oder der Nutzung und Entsorgung von Produkten. Im Geschäftsjahr 2025 hätten diese Emissionen mehr als 80 Prozent des Corporate Carbon Footprint von Schott ausgemacht. Ausgewählte Scope-3-Emissionen sollen bis zum Geschäftsjahr 2030 um 27,5 Prozent sinken.
Dafür will Schott unter anderem den CO2-Fußabdruck von Vorprodukten stärker in die Einkaufsbewertung einbeziehen und Lieferanten bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Dazu zählen nach Unternehmensangaben der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen, eigene SBTi-Zielsetzungen sowie die Berechnung von Product Carbon Footprints. Das bisherige Supplier-Engagement-Ziel für Scope 3 wird durch das konkrete Minderungsziel ersetzt.
Trotz des stärkeren Fokus auf die Lieferkette will Schott auch die eigenen Produktionsprozesse weiter dekarbonisieren. Ein Schwerpunkt bleibt die Glasschmelze. In Mitterteich soll im Laufe des Jahres 2027 eine elektrische Pilotwanne mit geringem Gasanteil in Betrieb gehen. Dafür investiert das Unternehmen rund 40 Millionen Euro. Die Anlage soll die Technologie unter industriellen Bedingungen erproben. Zudem prüfe Schott weitere Ansätze wie Mikrowellen- und Plasmatechnologien. (fw)
© 2026 Energie & Management GmbH
Dienstag, 18.08.2026, 16:06 Uhr
Dienstag, 18.08.2026, 16:06 Uhr
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