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Enerige & Management > Wirtschaft - Region Hannover gründet Bürgerenergiegenossenschaft
Quelle: Joachim Wendler / Fotolia
WIRTSCHAFT:
Region Hannover gründet Bürgerenergiegenossenschaft
Die Region Hannover will 2027 eine Bürgerenergiegenossenschaft gründen. Sie soll Kapital für Photovoltaik und weitere regionsweite Energieprojekte mobilisieren.
 
Die Region Hannover bereitet die Gründung einer regionsweiten Bürgerenergiegenossenschaft vor. Die Regionsversammlung hat dem Vorhaben am 18. August zugestimmt. Die „Region-BEG“ soll Bürgern, Kommunen, Unternehmen und Institutionen ermöglichen, sich finanziell an Energieprojekten zu beteiligen. Die Gründungsversammlung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.

Mit der Genossenschaft will die Region Hannover vor allem Projekte erschließen, die über einzelne Kommunen hinausreichen. Bereits bestehende Energiegenossenschaften in den Städten und Gemeinden der Region sollen weiterarbeiten und nach den Vorstellungen der Regionsverwaltung auch zu den Gründungsmitgliedern der Region-BEG gehören können. Die Verwaltung sieht ihre Rolle damit vor allem in der Ergänzung bestehender Strukturen.

„Die Energiewende gelingt schneller, wenn Menschen sie nicht nur beobachten, sondern konkret mitgestalten können“, sagt Jens Palandt, Erster Regionsrat und Klimadezernent der Region Hannover. „Mit der regionsweiten Genossenschaft schaffen wir ein Instrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen, regionale Wertschöpfung in der Region zu halten und unserem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 näherzukommen.“ 

Erste Photovoltaikprojekte auf öffentlichen Dächern

Als mögliche erste Vorhaben nennt die Region Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Liegenschaften. Die Region verbindet das Genossenschaftsmodell mit ihrem Ziel, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Neben zusätzlichen Erzeugungskapazitäten soll die Beteiligung der Bürger einen größeren Anteil der wirtschaftlichen Effekte in der Region halten. Ob und in welchem Umfang Mitglieder Ausschüttungen erhalten, hängt allerdings vom wirtschaftlichen Ergebnis der Genossenschaft und ihrer Projekte ab.

Parallel bereitet die Verwaltung laut Hannover die formalen Schritte vor. Dazu gehört insbesondere die Organisation der Gründungsversammlung, die im Frühjahr 2027 stattfinden soll. Die Region Hannover engagiert sich selbst als Gründungsmitglied mit zwei Geschäftsanteilen. Nach der Gründung soll die Genossenschaft eigenverantwortlich arbeiten. Die operative Geschäftsführung übernimmt der Vorstand, der vom Aufsichtsrat bestellt wird und aus mindestens zwei Mitgliedern besteht. 

Ein Geschäftsanteil an der geplanten Region-BEG soll 500 Euro kosten. Neben Privatpersonen mit Bezug zur Region können sich Kommunen, Institutionen und bestehende Energiegenossenschaften beteiligen. Die Finanzierung künftiger Anlagen soll sich nicht allein auf die Einlagen der Mitglieder stützen. Für einzelne Projekte kommen nach Angaben der Region auch Bank- und Förderkredite sowie Zuschüsse infrage. Welche Finanzierungsstruktur die Genossenschaft tatsächlich wählt, dürfte von Größe und Wirtschaftlichkeit der jeweiligen Vorhaben abhängen. (hr)
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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