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Regas klagt gegen Beihilfe für staatliche LNG-Terminals
Unnötig und schädlich für den Wettbewerb: So wertet die Deutsches Regas die Milliarden-Beihilfe der Bundesregierung für die staatlichen LNG-Terminals – und zieht vor Gericht.
 
Die Deutsche Regas klagt nach eigenen Angaben beim zuständigen Gericht der Europäischen Union gegen die staatliche Finanzspritze für vier LNG-Importterminals der bundeseigenen Gesellschaft DET. Die Europäische Kommission hatte Ende 2024 die Beihilfen für die Finanzierung der Terminalschiffe (Schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten, FSRU) zum Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) der DET abgenickt. 

Die Klage sei am 16. Januar 2026 beim zuständigen Gericht der Europäischen Union eingereicht worden, teilt Regas mit. „Die staatliche Förderung für LNG-Terminals in Höhe von fünf Milliarden Euro ist nicht notwendig und schadet dem Wettbewerb. Sie führt zur Reduzierung von Kapazitäten, hat nachteilige Auswirkungen auf die Befüllung der deutschen Gasspeicher und schwächt damit die Versorgungssicherheit“, kritisiert Ingo Wagner, geschäftsführender Gesellschafter Deutsche Regas, die Bundesregierung.

Die Beihilfe soll die Verluste der DET für den Betrieb der Anlagen bis zum Ende des Mietzeitraums abdecken, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission aus dem Dezember 2024. Die FSRU seien auf dem Höhepunkt der Energiekrise gemietet worden, als die Nachfrage und die Kosten sehr hoch waren. Darüber hinaus ermögliche die begrenzte Betriebszeit keine vollständige Kostendeckung. Daher sei von Anfang an erwartet worden, dass diese Terminals mit Verlust betrieben würden. Die Nettogesamtbeihilfe zwischen 2023 und 2033 werde sich voraussichtlich auf 4,06 Milliarden Euro belaufen. Sollten die Verluste höher ausfallen als erwartet, könnte der Nettobeitrag auf insgesamt 4,96 Milliarden Euro anwachsen.

Weniger als „ein Zehntel der Kosten“

Die Deutsche Regas hingegen habe „bereits zu Beginn der Energiekrise im Jahre 2022 zwei privat finanzierte LNG-Terminals in Rekordzeit zu weniger als einem Zehntel der Kosten der Bundesterminals aufgebaut“, zitiert das Unternehmen seinen Chef in der aktuellen Mitteilung.

Die LNG-Importe nach Deutschland summierten sich nach Zahlen der Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr auf rund 105,4 Milliarden kWh – ein Plus um rund 53 Prozent im Vergleich zu 2024. Allein im vierten Quartal gelangten 31,8 Milliarden kWh über die deutschen LNG-Terminals ins Netz. 12,5 Milliarden kWh gelangten in den zurückliegenden drei Monaten nach Angaben der Deutschen Regas über deren Anlage in Mukran ins Land. Auf den Dezember entfielen 4,2 Milliarden kWh. „Im Dezember 2025 war das Energie-Terminal ,Deutsche Ostsee‘ erneut der wichtigste LNG- Einspeisepunkt in Deutschland“, teilte das Unternehmen damals mit.
 

Manfred Fischer
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Dienstag, 20.01.2026, 08:50 Uhr

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