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Enerige & Management > Stromnetz - Nach Stromausfall in Tschechien Rufe nach Schadenersatz
Quelle: Katia Meyer-Tien
STROMNETZ:
Nach Stromausfall in Tschechien Rufe nach Schadenersatz
Tschechische Verbände fordern eine Entschädigung für einen flächendeckenden Stromausfall am 4. Juli. Die Ursache ist auch schon bekannt.
 
Mehrere tschechische Wirtschaftsverbände fordern „Radio Prag“ zufolge, die Unternehmen für den massiven Stromausfall in der vergangenen Woche zu entschädigen. Vor allem im gastronomischen Sektor habe es bedeutende Verluste an Einnahmen gegeben, sagten Vertreter von Handelskammer, dem Verband kleiner und mittelständischer Unternehmen und dem Verband für Handel und Fremdenverkehr.
Die Regierung werde erst die Analyse der Ursache abwarten, bevor sie entscheide, erklärte Industrieminister Lukas Vlcek von der „Bewegung der Bürgermeister und Unabhängigen“.

Zur Mittagszeit standen in Prag am 4. Juli alle U-Bahnen und Straßenbahnen still, im ganzen Land die Züge. Menschen saßen in Aufzügen fest, die Lichter in den Geschäften gingen aus, Geldautomaten gaben kein Bargeld mehr aus. Etwa 200 Tankstellen waren ebenso außer Betrieb, eine noch unbekannte Zahl an Industriebetrieben musste die Produktion stoppen. Laut Premierminister Petr Fiala von der konservativ-liberalen Demokratischen Bürgerpartei war eine halbe Million Menschen ohne Strom. Medien berichteten von „wahrscheinlich einer Million”.

„Tschechien ist zwar einer der europäischen Spitzenreiter in Bezug auf die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes, aber das Risiko eines solchen Zusammenbruchs kann nie ganz ausgeschlossen werden. Jeder Stromausfall ist einzigartig und resultiert aus einer Kombination unvorhersehbarer Ereignisse oder Störungen“, kommentierte Martin Petrzicek, stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitung “Ekonom” laut „HN“.

Woran es lag

Den vorliegenden Berichten zufolge führte die Beschädigung einer der drei Phasenleitungen einer Hochspannungs-Leitung zu einer Kettenreaktion, die acht von 44 Umspannwerken im Land lahmlegte und zur Abschaltung eines Blocks des Braunkohle-Kraftwerks Ledvice führte. Der Krisenstab der Regierung identifizierte einen technischen Defekt statt des zunächst befürchteten Cyber-Angriffs als Ursache. In Prag wurde die Störung am schnellsten behoben. Bis zum Abend wurden die allermeisten betroffenen Regionen wieder normal mit Strom versorgt.
 

Martin Klingsporn
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Mittwoch, 09.07.2025, 15:30 Uhr

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