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Enerige & Management > Wärme - Ministerin Reiche eröffnet Leuchtturmprojekt in Memmingen
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (Mitte) beim Drücken des roten Knopfes bei der Eröffnung des Heizwerks Memmingen. Quelle: Heidi Roider
WÄRME:
Ministerin Reiche eröffnet Leuchtturmprojekt in Memmingen
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verlieh einem Leuchtturmprojekt im Allgäu zusätzliche Strahlkraft. Das dortige Heizwerk Memmingen wurde offiziell in Betrieb genommen.
 
Gemeinsam mit den Verantwortlichen der „e-con AG“ und Projektpartnern sowie der Gemeinde Benningen hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am 12. März das neue Heizwerk und Wärmenetz Memmingen-Benningen in Betrieb genommen. Seitens der Politik waren unter anderem auch Klaus Holetschek (CSU), Mitglied des Landtags für den Stimmkreis Memmingen, sowie Benningens Bürgermeister Martin Osterrieder (CSU) vor Ort. 

Ministerin Reiche betonte bei der Veranstaltung, dass dieses Projekt auch sinnbildlich dafür stehe, was in vielen Regionen Deutschlands noch zu leisten sei: „Regionale Projekte sind ein wichtiger Baustein für Deutschland, um resilienter zu werden“. Dieser Leuchtturm in Memmingen beeindrucke sie, da hier auch gezeigt werde, wie viele unterschiedliche erneuerbare Quellen, wie etwa Biomasse und Abwärme, vor Ort genutzt werden können.

Die Bundesrepublik muss sich laut der Bundeswirtschaftsministerin dezentraler aufstellen − auch aufgrund der geopolitisch unsicheren Lage. Die Wärmewende sei jedoch der komplexere Teil der Energiewende: „Sie muss individuell vor Ort geplant werden.“ Dafür habe der Bund nun entsprechende Leitplanken beschlossen. Für die Wärmwende vor Ort „ist die Fernwärme eine wesentliche Lösung“, erklärte sie weiter. Der Bund werde daher die Förderung über die „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“, kurz BEW, weiterhin „auf einem hohen Niveau halten“. 
 
Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche bei der Eröffnung des Heizwerks Memmingen-Benningen
Quelle: Heidi Roide

Bei der Wärmeversorgung Memmingen-Benningen handelt es sich um eines der ersten Projekte überhaupt mit Bundesförderung für effiziente Wärmenetze in Deutschland – mit einer Fördersumme von insgesamt 11,2 Millionen Euro. Insgesamt investierte die Econ AG, ein im Allgäu ansässiges Energie- und Planungsbüro, über 30 Millionen Euro.

„Die regenerative Wärmeversorgung von Benningen ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte für die Gemeinde in den vergangenen Jahren“, sagte Bürgermeister Martin Osterrieder, der sich auch über den großen Zuspruch in der Bevölkerung freute.

„Mit der regenerativen Wärmeversorgung Memmingen-Benningen zeigen wir eindrucksvoll, was Städte und Gemeinden im Rahmen ihrer kommunalen Wärmeplanung mit Hilfe erneuerbarer Energien erreichen können“, ergänzte Econ-Vorstand Peter Waizenegger. „Wenn wir unsere beiden Fernwärmenetze Nord und Süd zusammennehmen, erreichen wir eine jährliche Wärmemenge von bis zu 200.000 MWh. Das entspricht damit bereits jetzt dem Zielszenario, das die Stadt Memmingen in ihrer Kommunalen Wärmeplanung für das Jahr 2040 ermittelt hat“.

Heizwerk versorgt Teile Memmingens und Benningen

Herzstück des Wärmenetzes ist das neu eröffnete Heizwerk in Benningen, das Privathaushalte und Industriebetriebe in Benningen und Teilen Memmingens versorgt. Als zentrale Einheit für die Energieversorgung dient dort ein Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 5 MW. Ergänzt wird die Anlage durch eine Power-to-Heat-Anlage sowie ein BHKW. Weitere 1,5 MW sollen künftig von einer Großwärmepumpe kommen.

Der für die Anlagen benötigte Strom wird bereits regenerativ erzeugt; er kommt direkt aus dem großen Solarpark am Flughafen Memmingen. Dieser hat aktuell eine Leistung von rund 25 MW und soll künftig erweitert werden sowie einen Batteriespeicher erhalten.
 
Die Eröffnung des neuen Heizwerks Memmingen zog viele Besucherinnen und Besucher an
Quelle: Heidi Roider

Wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg waren laut der Econ AG insbesondere industriellen Ankerkunden. Früh zum Projekt bekannt hat sich die Rohde & Schwarz Messgerätebau im Gewerbegebiet Süd in Memmingen als Pilotprojektpartner. Auch die Firma Magnet-Schultz hat die Chance genutzt. „Das ist ein weiterer Schritt zu einer sicheren und nachhaltigen Wärmeversorgung für uns“, sagte Geschäftsführer Albert Schultz. 

Die derzeit geplante Endausbauleistung des Heizerkwerkes gibt Econ mit 50 MW an. Während das Heizwerk Memmingen nun nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt wurde, steht der Ausbau der Netzinfrastruktur weiterhin im Mittelpunkt der kommenden Jahre.

In den ersten beiden Bauabschnitten wurden vier Kilometer Trassen verlegt. Von März bis Oktober 2026 steht noch der Anschluss der Alpenstraße und der Oberbrühlstraße in Memmingen mit einer Länge von 1,8 Kilometern an. Auch darüber hinaus ist eine kontinuierliche Erweiterung geplant.
 

Heidi Roider
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