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SACHSEN:
Holpriger Weg der Industrie zur Klimaneutralität
Eine Studie beleuchtet Dekarbonisierungspfade für sächsische Schlüsselbranchen. Technisch ist die Umorientierung möglich. Regulierung, Infrastruktur und Kosten machen den Weg steinig.
Quo vadis Industrie? Wie Sachsens Unternehmen zur Klimaneutralität finden können, zeigt eine Studie des Instituts für Klimaschutz,
Energie und Mobilität (IKEM) und der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft (FFE). Das FFE analysierte technische und
ökonomische Rahmenbedingungen verschiedener Dekarbonisierungspfade. Das IKEM untersuchte die rechtlichen Voraussetzungen für
Transformationsvorhaben mit Blick auf die vorgelagerte Netzinfrastruktur. Fazit: Die Dekarbonisierung der sächsischen Wirtschaft
ist technisch umsetzbar, steht aber vor wirtschaftlichen, regulatorischen und infrastrukturellen Hürden.
Die Wissenschaftler haben 13 branchenspezifische Steckbriefe erstellt, die sie gemeinsam mit den sächsischen Kammern und den relevanten Dachverbänden auswählten. Drei Steckbriefe beziehen sich auf das Handwerk, zehn auf unterschiedliche Industriezweige. Die Steckbriefe sollen eine erste praxistaugliche Orientierung geben, welche Transformationstechnologien verfügbar sind und wie die Dekarbonisierung aussehen könnte. Sie zeigen Auswirkungen von Dekarbonisierungspfaden auf Energiebedarfe und Anschlussleistungen auf.
Maßnahmen zur Energieeffizienz an 1. Stelle
Branchenübergreifend, so die Experten, sollten Energieeffizienzmaßnahmen – etwa bei der Abwärmenutzung oder Lüftungs- und Kälteoptimierung oder Beleuchtung – der eigentlichen Transformation vorangestellt werden. Elektrifizierung stelle „insbesondere im Niedrig- und Mitteltemperaturbereich über Wärmepumpen und gegebenenfalls in Kombination mit Elektrodenkesseln die wirtschaftlichste Alternative im Vergleich mit anderen Dekarbonisierungstechnologien dar“, schreiben sie
Der Brennstoffwechsel hin zu Wasserstoff und Biomasse nehme mit zunehmenden Temperaturniveaus an Bedeutung zu. „Für Wasserstoff ist dieser jedoch kurz- bis mittelfristig durch Preis, Verfügbarkeit und Infrastruktur limitiert“, betonen die Studienautoren. Für den Einsatz von Biomasse sei auch die langfristige Verfügbarkeit begrenzt, erklären sie. Weiter heißt es: Die Substitution von Erdgas durch Biomethan – entweder per Beimischung oder bilanziell über das Erdgasnetz – ist eine Möglichkeit zur kurzfristigen Senkung der CO2-Emissionen, langfristig jedoch durch die vorhandenen Mengenpotenziale begrenzt.
Unzureichende regulatorische Rahmenbedingungen
Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf rechtlichen Anforderungen für Betreiber von Verteilnetzen. Die Untersuchung analysierte unter anderem rechtliche Vorgaben im Zusammenhang mit steigenden Strombedarfen sowie die Transformation von Gasverteilnetzen. Auch der Rechtsrahmen für Technologien zur Abscheidung und Nutzung oder Speicherung von CO2, etwa Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilization (CCU) wurde betrachtet.
Laut Studie benötigen Unternehmen „dringend verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen für Investitionen“. Für Netzbetreiber reiche der bestehende Rechtsrahmen nicht aus, um die Entwicklung bei Netzanschlussfragen zu steuern. Als weiteres Hemmnis nennen die Autoren „hohe Netzentgelte für industrielle Verbraucher“.
Zusätzlich sehen sich Akteure auf Verteilernetzebene im Gas- und Wasserstoffbereich laut Studie mit regulatorischen Unsicherheiten konfrontiert, heißt es mit Hinweis auf die geplante nationale Umsetzung der EU-Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt-Richtlinie. Der entsprechende Referentenentwurf sieht unter anderem eine originäre Planungsverantwortlichkeit der Verteilernetzbetreiber vor. Die Autoren bewerten diese Zielrichtung grundsätzlich positiv, sehen jedoch Anpassungsbedarf. Dies betrifft insbesondere die Verbindung neuer verbindlicher Planungsinstrumente mit der bislang unverbindlichen kommunalen Wärmeplanung.
Die Studie mit dem Titel „Dekarbonisierungsoptionen für die Sächsische Wirtschaftentstand “ im Auftrag des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und der sächsischen Energieagentur und steht als kostenfreier Download bereit.
Die Wissenschaftler haben 13 branchenspezifische Steckbriefe erstellt, die sie gemeinsam mit den sächsischen Kammern und den relevanten Dachverbänden auswählten. Drei Steckbriefe beziehen sich auf das Handwerk, zehn auf unterschiedliche Industriezweige. Die Steckbriefe sollen eine erste praxistaugliche Orientierung geben, welche Transformationstechnologien verfügbar sind und wie die Dekarbonisierung aussehen könnte. Sie zeigen Auswirkungen von Dekarbonisierungspfaden auf Energiebedarfe und Anschlussleistungen auf.
Maßnahmen zur Energieeffizienz an 1. Stelle
Branchenübergreifend, so die Experten, sollten Energieeffizienzmaßnahmen – etwa bei der Abwärmenutzung oder Lüftungs- und Kälteoptimierung oder Beleuchtung – der eigentlichen Transformation vorangestellt werden. Elektrifizierung stelle „insbesondere im Niedrig- und Mitteltemperaturbereich über Wärmepumpen und gegebenenfalls in Kombination mit Elektrodenkesseln die wirtschaftlichste Alternative im Vergleich mit anderen Dekarbonisierungstechnologien dar“, schreiben sie
Der Brennstoffwechsel hin zu Wasserstoff und Biomasse nehme mit zunehmenden Temperaturniveaus an Bedeutung zu. „Für Wasserstoff ist dieser jedoch kurz- bis mittelfristig durch Preis, Verfügbarkeit und Infrastruktur limitiert“, betonen die Studienautoren. Für den Einsatz von Biomasse sei auch die langfristige Verfügbarkeit begrenzt, erklären sie. Weiter heißt es: Die Substitution von Erdgas durch Biomethan – entweder per Beimischung oder bilanziell über das Erdgasnetz – ist eine Möglichkeit zur kurzfristigen Senkung der CO2-Emissionen, langfristig jedoch durch die vorhandenen Mengenpotenziale begrenzt.
Unzureichende regulatorische Rahmenbedingungen
Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf rechtlichen Anforderungen für Betreiber von Verteilnetzen. Die Untersuchung analysierte unter anderem rechtliche Vorgaben im Zusammenhang mit steigenden Strombedarfen sowie die Transformation von Gasverteilnetzen. Auch der Rechtsrahmen für Technologien zur Abscheidung und Nutzung oder Speicherung von CO2, etwa Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilization (CCU) wurde betrachtet.
Laut Studie benötigen Unternehmen „dringend verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen für Investitionen“. Für Netzbetreiber reiche der bestehende Rechtsrahmen nicht aus, um die Entwicklung bei Netzanschlussfragen zu steuern. Als weiteres Hemmnis nennen die Autoren „hohe Netzentgelte für industrielle Verbraucher“.
Zusätzlich sehen sich Akteure auf Verteilernetzebene im Gas- und Wasserstoffbereich laut Studie mit regulatorischen Unsicherheiten konfrontiert, heißt es mit Hinweis auf die geplante nationale Umsetzung der EU-Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt-Richtlinie. Der entsprechende Referentenentwurf sieht unter anderem eine originäre Planungsverantwortlichkeit der Verteilernetzbetreiber vor. Die Autoren bewerten diese Zielrichtung grundsätzlich positiv, sehen jedoch Anpassungsbedarf. Dies betrifft insbesondere die Verbindung neuer verbindlicher Planungsinstrumente mit der bislang unverbindlichen kommunalen Wärmeplanung.
Die Studie mit dem Titel „Dekarbonisierungsoptionen für die Sächsische Wirtschaftentstand “ im Auftrag des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz und der sächsischen Energieagentur und steht als kostenfreier Download bereit.
Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 13.03.2026, 13:06 Uhr
Freitag, 13.03.2026, 13:06 Uhr
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