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STUDIEN:
Höhere CO2-Preise stärken grüne Wirtschaft
Höhere CO2-Preise lenken laut DIW-Studie Arbeit in grüne Bereiche, wo Expertise für grüne Transformation entsteht. Die Einnahmen sollten genutzt werden, um Einkommensteuern zu senken.
Ein höherer CO2-Preis könnte neben der Emissionsminderung auch den Aufbau von Wissen und Produktivität in klimafreundlichen
Wirtschaftsbereichen beschleunigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellanalyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
(DIW Berlin), wie das Institut am 19. August mitteilt.
Demnach verschiebt ein steigender Preis für CO2 Beschäftigung aus emissionsintensiven Tätigkeiten in Bereiche, in denen Unternehmen klimafreundliche Technologien einsetzen. Die Beschäftigten sammeln dort Erfahrung und bauen Kompetenzen auf, die langfristig die Produktivität erhöhen können.
Das DIW leitet daraus auch eine Empfehlung für die Steuerpolitik ab. Staaten sollten demnach einen größeren Teil ihrer Einnahmen über die Bepreisung von CO2 erzielen und im Gegenzug die Belastung von Arbeitseinkommen reduzieren. Zusätzliche Einnahmen aus der CO2-Bepreisung könnten dazu dienen, die Einkommensteuer zu senken. Damit ließe sich nach Berechnungen des Instituts der dämpfende Effekt höherer CO2-Preise auf Arbeitsanreize begrenzen. Die Analyse basiert auf US-Daten. Nach Einschätzung der Forschenden lässt sich der untersuchte Mechanismus jedoch auf Deutschland übertragen.
„Die Sorge, dass höhere CO2-Preise die Wirtschaft vor allem belasten, greift zu kurz. Wer nur die kurzfristigen Kosten der Klimapolitik im Blick hat, übersieht die Lernprozesse, die sie anstößt – und damit ihr Potenzial, die Wirtschaft langfristig zu stärken“, sagt Sonja Dobkowitz, Wissenschaftlerin in der Abteilung Makroökonomie im DIW Berlin. „Ein höherer CO2-Preis ist deshalb auch eine Investition in die Produktivität der Zukunft.“
Emissionshandel erfüllt vergleichbare Lenkungsfunktion
Anders als in dem Modell verfügt Deutschland zwar nicht über eine klassische CO2-Steuer. Die Bepreisung erfolgt insbesondere über den europäischen Emissionshandel und den nationalen Brennstoffemissionshandel. Für den von den Forschenden untersuchten Mechanismus spielt diese institutionelle Ausgestaltung nach Angaben des DIW jedoch keine entscheidende Rolle. Ausschlaggebend sei, dass CO2-Emissionen einen Preis erhalten und dieser wirtschaftliche Entscheidungen beeinflusst.
Die Untersuchung setzt an einem Zielkonflikt der Finanz- und Klimapolitik an. Staaten benötigen Einnahmen, müssen zugleich Investitionen und Beschäftigung ermöglichen und ihre Klimaziele erreichen. Sowohl Einkommensteuern als auch eine CO2-Besteuerung können dabei die Arbeitsanreize beeinflussen. Eine CO2-Steuer gilt zunächst als problematische Einnahmequelle, weil sie ihre eigene Bemessungsgrundlage verkleinert: Je stärker der Preis den Verbrauch fossiler Energieträger reduziert, desto geringer fallen langfristig die daraus erzielbaren Einnahmen aus.
Die Modellergebnisse zeigen aber, so das DIW weiter, dass die Lenkungswirkung einer CO2-Steuer diese Nachteile mehr als aufwiegt: Ein höherer CO2-Preis verschiebt Arbeit in klimafreundliche Bereiche. Weil Beschäftigte dort Erfahrung mit grünen Technologien sammeln, steigt langfristig deren Produktivität. Die Modellergebnisse sprechen deshalb dafür, den CO2-Preis höher anzusetzen, als es allein aufgrund der sozialen Kosten der Emissionen geboten wäre. (hr)
Demnach verschiebt ein steigender Preis für CO2 Beschäftigung aus emissionsintensiven Tätigkeiten in Bereiche, in denen Unternehmen klimafreundliche Technologien einsetzen. Die Beschäftigten sammeln dort Erfahrung und bauen Kompetenzen auf, die langfristig die Produktivität erhöhen können.
Das DIW leitet daraus auch eine Empfehlung für die Steuerpolitik ab. Staaten sollten demnach einen größeren Teil ihrer Einnahmen über die Bepreisung von CO2 erzielen und im Gegenzug die Belastung von Arbeitseinkommen reduzieren. Zusätzliche Einnahmen aus der CO2-Bepreisung könnten dazu dienen, die Einkommensteuer zu senken. Damit ließe sich nach Berechnungen des Instituts der dämpfende Effekt höherer CO2-Preise auf Arbeitsanreize begrenzen. Die Analyse basiert auf US-Daten. Nach Einschätzung der Forschenden lässt sich der untersuchte Mechanismus jedoch auf Deutschland übertragen.
„Die Sorge, dass höhere CO2-Preise die Wirtschaft vor allem belasten, greift zu kurz. Wer nur die kurzfristigen Kosten der Klimapolitik im Blick hat, übersieht die Lernprozesse, die sie anstößt – und damit ihr Potenzial, die Wirtschaft langfristig zu stärken“, sagt Sonja Dobkowitz, Wissenschaftlerin in der Abteilung Makroökonomie im DIW Berlin. „Ein höherer CO2-Preis ist deshalb auch eine Investition in die Produktivität der Zukunft.“
Emissionshandel erfüllt vergleichbare Lenkungsfunktion
Anders als in dem Modell verfügt Deutschland zwar nicht über eine klassische CO2-Steuer. Die Bepreisung erfolgt insbesondere über den europäischen Emissionshandel und den nationalen Brennstoffemissionshandel. Für den von den Forschenden untersuchten Mechanismus spielt diese institutionelle Ausgestaltung nach Angaben des DIW jedoch keine entscheidende Rolle. Ausschlaggebend sei, dass CO2-Emissionen einen Preis erhalten und dieser wirtschaftliche Entscheidungen beeinflusst.
Die Untersuchung setzt an einem Zielkonflikt der Finanz- und Klimapolitik an. Staaten benötigen Einnahmen, müssen zugleich Investitionen und Beschäftigung ermöglichen und ihre Klimaziele erreichen. Sowohl Einkommensteuern als auch eine CO2-Besteuerung können dabei die Arbeitsanreize beeinflussen. Eine CO2-Steuer gilt zunächst als problematische Einnahmequelle, weil sie ihre eigene Bemessungsgrundlage verkleinert: Je stärker der Preis den Verbrauch fossiler Energieträger reduziert, desto geringer fallen langfristig die daraus erzielbaren Einnahmen aus.
Die Modellergebnisse zeigen aber, so das DIW weiter, dass die Lenkungswirkung einer CO2-Steuer diese Nachteile mehr als aufwiegt: Ein höherer CO2-Preis verschiebt Arbeit in klimafreundliche Bereiche. Weil Beschäftigte dort Erfahrung mit grünen Technologien sammeln, steigt langfristig deren Produktivität. Die Modellergebnisse sprechen deshalb dafür, den CO2-Preis höher anzusetzen, als es allein aufgrund der sozialen Kosten der Emissionen geboten wäre. (hr)
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Mittwoch, 19.08.2026, 15:25 Uhr
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