
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
Höchste Erneuerbaren-Marktwerte des Jahres
Wie wenn das Juliwetter die BMWE-Forderung nach Auslaufen der PV-Förderung hätte torpedieren wollen: Die Erlöse aus der Vermarktung geförderten Solar- und Windstroms erholen sich.
Ein verregneter Juli, der eine relativ moderate Solarstrom-Produktion verursachte, hat wohl ein Abrutschen der Erneuerbaren-Förderung
ins Uferlose verhindert. Nach Zahlen, die die deutschen Übertragungsnetzbetreiber am 10. Juli veröffentlichten, stiegen sowohl die Marktwerte geförderten Ökostroms beträchtlich als auch die monatlichen Gesamteinnahmen
aus der Pflichtvermarktung der Anlagen an der Spotbörse. Allerdings schoss der Bund so viel wie in keinem Monat des Jahres
2025 zuvor zu.
Demnach verdreifachten sich die Vermarktungseinnahmen gegenüber Mai von 125 auf 374 Millionen Euro. Dies lag wohl an einem gedämpften Kannibalisierungseffekt, weil die 5,4 Millionen Photovoltaikanlagen nicht so sehr die Stundenpreise während ihrer Einspeisungszeiten drückten.
Dadurch erholte sich vor allem der Marktwert Solar, also der durchschnittliche Erlös aus gefördertem PV-Strom pro kWh, im Vergleich zu Juni. Damals war er mit 1,843 Cent auf den geringsten Wert seit 2020 gefallen (wir berichteten). Im Juli betrug der Marktwert Solar 321 Prozent davon, nämlich 5,923 Cent/kWh - das Regenwetter schien die am 10. August, also zwei Tage nach der Veröffentlichung der ÜNB, erhobene Forderung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nicht auch noch unterstützen zu wollen.
Weniger negative Stundenpreise
Auch die Zahl der negativen Stundenpreise ging zurück, auch wenn sie tagsüber wegen der PV-Stromeinspeisung nun von März bis Juli an verbrauchsarmen Wochenenden mindestens sechs Stunden hintereinander auftauchten. Dies ist bei größeren Anlagen aus früheren Inbetriebnahmejahren die Schwelle, bei der sie die „Marktprämien“-Förderung verlieren, wenn sie gleichzeitig einspeisen. Bei Anlagen von diesem Jahr ist dies schon von der ersten Stunde an der Fall. Dies soll Direktvermarkter dazu anreizen, bei einem Überangebot von Strom durch die kleinen PV-Anlagen in jenen Stunden vom Markt wegzubleiben.
Auch wegen der PV-Dämpfung erholte sich im Juli ebenfalls der mittlere Day-ahead-Preis von Graustrom an der Börse Epex Spot auf Monatsbasis von 6,399 auf 8,78 Cent/kWh. Die anderen gemessenen Erneuerbaren-Technologien Wind offshore und onshore lagen kaum darunter: Windstrom von der See legte gegenüber Juni von 5,823 auf 8,294 Cent/kWh, Windstrom vom Land zeitgleich von 5,141 auf 8,171 Cent/kWh. Das waren jeweils die höchsten Spotpreise und Marktwerte seit Februar oder März.
Zuschuss beträgt diesmal 2 Milliarden Euro
Allerdings stieg im Juli auch der Auszahlungsbetrag an die EEG-Anlagenbetreiber, und zwar auf Monatsbasis von 2,43 auf 2,57 Milliarden Euro. Der Bund überwies aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) gut 2 Milliarden Euro, sodass das Guthaben auf dem EEG-Konto von 0,88 auf 0,67 Milliarden Euro sank. Im Juni hatte der KTF bei verheerenden Monatsmarktwerten noch 2,4 Milliarden Euro ins EEG-System gepumpt. Damit ist man nach sieben Monaten des Jahres bei 9,5 Milliarden Euro EEG-Förderung angelangt.
Künftig will der Bund die Erneuerbaren nicht mehr aus dem KTF heraus fördern, sondern aus dem Kernhaushalt, und zwar in diesem Jahr mit 17,2 Milliarden Euro. So sieht es der Haushaltsentwurf 2025 vor („Zuschuss Entlastung beim Strompreis“, unter ressortübergreifenden „Allgemeinen Bewilligungen“, Titel 683 07, Seite 35). Vergangenes Jahr betrug der Zuschuss aus dem KTF 20,9 Milliarden Euro.
Die Zeitreihen der Monatsmarktwerte von Ökostrom von Januar 2011 bis Juli 2025 stehen auf der Transparenzseite der ÜNB zur Verfügung. Die EEG-Kontoabrechnungen im selben Zeitraum sind auf einer anderen Unterseite veröffentlicht.
Demnach verdreifachten sich die Vermarktungseinnahmen gegenüber Mai von 125 auf 374 Millionen Euro. Dies lag wohl an einem gedämpften Kannibalisierungseffekt, weil die 5,4 Millionen Photovoltaikanlagen nicht so sehr die Stundenpreise während ihrer Einspeisungszeiten drückten.
Dadurch erholte sich vor allem der Marktwert Solar, also der durchschnittliche Erlös aus gefördertem PV-Strom pro kWh, im Vergleich zu Juni. Damals war er mit 1,843 Cent auf den geringsten Wert seit 2020 gefallen (wir berichteten). Im Juli betrug der Marktwert Solar 321 Prozent davon, nämlich 5,923 Cent/kWh - das Regenwetter schien die am 10. August, also zwei Tage nach der Veröffentlichung der ÜNB, erhobene Forderung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nicht auch noch unterstützen zu wollen.
Weniger negative Stundenpreise
Auch die Zahl der negativen Stundenpreise ging zurück, auch wenn sie tagsüber wegen der PV-Stromeinspeisung nun von März bis Juli an verbrauchsarmen Wochenenden mindestens sechs Stunden hintereinander auftauchten. Dies ist bei größeren Anlagen aus früheren Inbetriebnahmejahren die Schwelle, bei der sie die „Marktprämien“-Förderung verlieren, wenn sie gleichzeitig einspeisen. Bei Anlagen von diesem Jahr ist dies schon von der ersten Stunde an der Fall. Dies soll Direktvermarkter dazu anreizen, bei einem Überangebot von Strom durch die kleinen PV-Anlagen in jenen Stunden vom Markt wegzubleiben.
Auch wegen der PV-Dämpfung erholte sich im Juli ebenfalls der mittlere Day-ahead-Preis von Graustrom an der Börse Epex Spot auf Monatsbasis von 6,399 auf 8,78 Cent/kWh. Die anderen gemessenen Erneuerbaren-Technologien Wind offshore und onshore lagen kaum darunter: Windstrom von der See legte gegenüber Juni von 5,823 auf 8,294 Cent/kWh, Windstrom vom Land zeitgleich von 5,141 auf 8,171 Cent/kWh. Das waren jeweils die höchsten Spotpreise und Marktwerte seit Februar oder März.
Zuschuss beträgt diesmal 2 Milliarden Euro
Allerdings stieg im Juli auch der Auszahlungsbetrag an die EEG-Anlagenbetreiber, und zwar auf Monatsbasis von 2,43 auf 2,57 Milliarden Euro. Der Bund überwies aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) gut 2 Milliarden Euro, sodass das Guthaben auf dem EEG-Konto von 0,88 auf 0,67 Milliarden Euro sank. Im Juni hatte der KTF bei verheerenden Monatsmarktwerten noch 2,4 Milliarden Euro ins EEG-System gepumpt. Damit ist man nach sieben Monaten des Jahres bei 9,5 Milliarden Euro EEG-Förderung angelangt.
Künftig will der Bund die Erneuerbaren nicht mehr aus dem KTF heraus fördern, sondern aus dem Kernhaushalt, und zwar in diesem Jahr mit 17,2 Milliarden Euro. So sieht es der Haushaltsentwurf 2025 vor („Zuschuss Entlastung beim Strompreis“, unter ressortübergreifenden „Allgemeinen Bewilligungen“, Titel 683 07, Seite 35). Vergangenes Jahr betrug der Zuschuss aus dem KTF 20,9 Milliarden Euro.
Die Zeitreihen der Monatsmarktwerte von Ökostrom von Januar 2011 bis Juli 2025 stehen auf der Transparenzseite der ÜNB zur Verfügung. Die EEG-Kontoabrechnungen im selben Zeitraum sind auf einer anderen Unterseite veröffentlicht.

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Montag, 11.08.2025, 17:04 Uhr
Montag, 11.08.2025, 17:04 Uhr
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