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Enerige & Management > Recht - Ex-Chef und Stadtwerke Pforzheim sind keine Gegner mehr
Herbert Marquard hat sich mit Pforzheim gütlich verglichen. Quelle: Stadtwerke Pforzheim
RECHT:
Ex-Chef und Stadtwerke Pforzheim sind keine Gegner mehr
Die sechsjährige Amtszeit von Herbert Marquard bei den Stadtwerken Pforzheim ist erst jetzt wirklich zu Ende gegangen. Offene Rechtsstreits ragten weit über seinen Ausstieg hinaus.
 
Herbert Marquard hat das Kapitel Pforzheim jetzt für „erledigt“ erklärt. Der ehemalige Geschäftsführer der dortigen Stadtwerke hat sich laut einer Mitteilung des Aufsichtsrats mit dem Versorger darauf geeinigt, die gegenseitigen Vorhaltungen nicht weiter zu verfolgen. Und die hatten es in sich.

Der Manager war von 2019 bis 2025 Chef des Versorgers aus Baden-Württemberg. Er war zunächst eingesprungen, nachdem der Aufsichtsrat sein Vorgänger-Duo gegen dessen Willen aus der Verantwortung entlassen hatte.

Aus dem Feuerwehrmann wurde eine Dauerlösung. Die nicht damit beendet war, dass Marquard im Frühjahr vergangenen Jahres seine Zelte abbrach und nach Bietigheim-Bissingen weiterzog. Denn von alter Wirkungsstätte drohte Ungemach, weil ein Whistleblower Marquard Verstöße gegen Compliance-Regeln vorwarf. Es solle nicht mit rechten Mitteln bei einer Auftragsvergabe für eine neue Beleuchtung an einem Heizkraftwerk zugegangen sein.

Staatsanwaltschaft mit rechtswidrigen Hausdurchsuchungen

Die Vorwürfe riefen die Staatsanwaltschaft Pforzheim auf den Plan, die – wie in einem schlechten Krimi – ihre Befugnisse allerdings gehörig überschritt. Denn sie setzte zwei Hausdurchsuchungen bei Marquard durch und hielt sich bis zuletzt offen, ein Strafverfahren gegen Marquard vor dem Landgericht Karlsruhe zu eröffnen.

Allerdings watschte die 12. Große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts die Staatsanwaltschaft ab. Die Hausdurchsuchungen sowie die Beschlagnahme von Gegenständen in Marquards Privatwohnungen im August 2025 stufte die Kammer als rechtswidrig ein.

Weil Marquard von seiner Unschuld überzeugt war, holte er zum Gegenschlag aus und klagte vor der Kammer für Handelssachen am Landgericht Karlsruhe auf Überweisung ausstehender Tantiemen aus seiner Amtszeit in Pforzheim. Laut Medienberichten sollten die Forderungen sich auf etwa 200.000 Euro belaufen haben.

Für die Stadtwerke Pforzheim und ihre Mutter, die Kommune, ist das nun beendete Drama vermutlich eine teure Angelegenheit gewesen, allein wegen hoher Anwaltskosten. Ob Marquard mit der Einigung auch auf seine Tantiemen verzichtet, darüber gab es auf Anfrage dieser Redaktion keine eindeutige Antwort. In der Mitteilung spricht Marquard von einem Vergleich, den keine Seite näher erläuterte. 
Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef Peter Boch (CDU) spricht in der Mitteilung davon, dass gegen den Ex-Geschäftsführer weder ein strafrechtliches Verfahren noch eine Schadensersatzforderung „mehr im Raum stehen“. Die fehlende Entlastung für seine Amtsführung wolle das Kontrollgremium „zeitnah“ aussprechen. 

Offiziell heißt es nun von Boch, der frühere Geschäftsführer habe sich „große Verdienste“ um die Stadtwerke erworben, „die durch die Auseinandersetzung zuletzt zu sehr aus dem Fokus geraten sind“. Marquard hat im Gegenzug seine Klage auf Zahlung der Gelder zurückgezogen.
 

Volker Stephan
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Dienstag, 17.03.2026, 17:05 Uhr

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