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Enerige & Management > Gas - Erdgaspreise liegen bis zu 13 Prozent auseinander
Quelle: Fotolia / WoGi
GAS:
Erdgaspreise liegen bis zu 13 Prozent auseinander
Die Lage in der Golfregion verteuert Erdgas im Großhandel um 36,8 Prozent. Zwischen den Netzgebieten klafft zugleich eine Preislücke von 13,1 Prozent, zeigt ein VEA-Vergleich.
 
Erdgas hat sich im Großhandel binnen sechs Monaten deutlich verteuert: Seit April 2026 stiegen die Preise im Durchschnitt um 36,8 Prozent. Der VEA Bundesverband der Energie-Abnehmer führt das auf die Entwicklungen im Nahen Osten und den Irankrieg zurück. Gleichzeitig liegen die europäischen und insbesondere die deutschen Speicherstände auf einem mehrjährigen Minimum. 

Das zeigt der aktuelle Erdgaspreisvergleich des VEA für das zweite Halbjahr 2026. Er umfasst 50 große Netzgebiete und 15 definierte Abnahmefälle. Grundlage sind Vollversorgungsverträge mit Beginn am 1. Oktober 2026 und zwölf Monaten Laufzeit, die im dritten Quartal abgeschlossen wurden. Die Preise enthalten Netznutzung, Messung und Abrechnung, Beschaffung, Konzessionsabgabe, BEHG-Belastungen und eine marktübliche Lieferantenmarge. Erdgas- und Mehrwertsteuer kommen hinzu. 

Rostock am günstigsten, Dresden am teuersten 

Der Durchschnitt aller 50 Netze beträgt 7,99 Ct/kWh. Am günstigsten ist das Netzgebiet der Stadtwerke Rostock mit 7,52 Ct/kWh, am teuersten Sachsen Netz in Dresden mit 8,50 Ct/kWh. Die Differenz von 0,98 Ct/kWh entspricht 13,1 Prozent. Die zehn günstigsten Gebiete liegen im Mittel bei 7,65 Ct/kWh und damit 0,34 Ct/kWh (4,3 Prozent) unter dem Durchschnitt. Die zehn teuersten kommen auf 8,37 Ct/kWh, also 0,37 Ct/kWh (4,7 Prozent) darüber. Zwischen beiden Gruppen beträgt der Abstand 0,72 Ct/kWh oder 9,4 Prozent. 

Hinter Rostock folgen Dortmunder Netz, Netzgesellschaft Düsseldorf, Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, Schwaben Netz (Augsburg), EWE Netz (Teilnetze Ost und West), Energienetze Bayern (München), Wesernetz Bremen und Gasnetz Hamburg. Am oberen Ende der Skala reihen sich hinter Dresden SW Kiel Netz, Syna (Frankfurt), Städtische Werke Magdeburg, Energis-Netzgesellschaft (Saarbrücken), Trave Netz (Lübeck), Netzgesellschaft Potsdam, Netze BW (Stuttgart), Enervie Vernetzt (Lüdenscheid) und Braunschweiger Netz. 

Verunsicherung am Markt: Tranchenbeschaffung im Fokus

Der VEA beobachtet wegen der Turbulenzen im Großhandel eine spürbare Verunsicherung. Aufgrund der niedrigen Speicherstände bieten nicht alle Gasversorger Lieferangebote für Sondervertragskunden an. Mengen- und Preisrisiken geben die Lieferanten weitgehend an die Kunden weiter.

Der Verband empfiehlt Unternehmen deshalb, Alternativen zu klassischen Festpreisverträgen zu prüfen, insbesondere eine tranchierte Beschaffung, auch bei geringem Gasbedarf. Mit VEA-Aktiv bietet er selbst ein Modell an, das die Nachfrage von mehr als 1.300 Unternehmen mit knapp zwei Milliarden kWh Gesamtbedarf bündelt und Mengen- sowie Preisrisiko minimieren soll. (gd)
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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