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Enerige & Management > Joint Venture - Buchen und Walldürn bündeln zentrale Aufgaben
Quelle: Fotolia / Joachim Wendler
JOINT VENTURE:
Buchen und Walldürn bündeln zentrale Aufgaben
Die Stadtwerke Buchen und Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis bündeln Abrechnung, Marktprozesse und IT in einer gemeinsamen Gesellschaft. Start ist Anfang 2027.
 
Die kommunalen Versorger von Buchen und Walldürn im Norden Baden-Württembergs bauen ihre Zusammenarbeit aus. Die beiden Städte im Neckar-Odenwald-Kreis liegen nur rund zehn Kilometer voneinander entfernt. Beide Stadtwerke haben am 29. September einen Konsortialvertrag unterzeichnet − zur Gründung der „KGOW Kooperationsgesellschaft Odenwald GmbH“. Zuvor hatten die Gemeinderäte in Buchen am 7. September und in Walldürn am 28. September dem Vorhaben zugestimmt. Nach der noch ausstehenden Prüfung durch die Rechtsaufsicht soll die Gesellschaft im Oktober formell gegründet werden und zum 1. Januar 2027 ihre Arbeit aufnehmen. 

Die neue Gesellschaft soll als gemeinsamer Dienstleister im Hintergrund arbeiten. Die Stadtwerke wollen vor allem energiewirtschaftliche Abwicklungsprozesse zusammenführen, wie die Stadtwerke Walldürn in einer Mitteilung bekannt geben. Dazu gehören die Energieabrechnung gegenüber Endkunden sowie die kaufmännische Abwicklung der Netzbetreiberrollen für Strom und Gas gegenüber externen Marktpartnern. Die Stadtwerke begründen den Schritt mit steigenden regulatorischen Anforderungen und dem wachsenden Aufwand für diese Aufgaben.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Informationstechnik. Beide Unternehmen wollen ihre IT-Kompetenz in der neuen Gesellschaft bündeln. Nach Angaben der Stadtwerke steigen sowohl die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit der Systeme als auch an die IT-Sicherheit. Durch gemeinsam genutztes Fachwissen und Personal wollen die Versorger den Betrieb der Systeme absichern und Abläufe effizienter organisieren. 

Je zehn Beschäftigte wechseln

Zum Jahreswechsel sollen jeweils zehn Beschäftigte aus Buchen und Walldürn in die neue Gesellschaft wechseln. Die Geschäftsführung übernehmen Fabian Nirmaier und Andreas Stein. Beide Stadtwerke arbeiten bereits heute auf Führungsebene eng zusammen (wir berichteten): Stein führt beide Unternehmen, Nirmaier ist Prokurist bei beiden Versorgern. Auch der kaufmännische Geschäftsführer Matthias Gruber ist für beide Stadtwerke tätig. Nirmaier arbeitet seit 15 Jahren für die Stadtwerke Buchen, Stein ist seit 17 Jahren als Stadtwerkegeschäftsführer in Walldürn und Buchen tätig. Auch die Teamleitungen der neuen Gesellschaft sollen mit Beschäftigten aus beiden Unternehmen besetzt werden.

Die KGOW tritt nach außen jedoch nicht als neuer Energieversorger auf. Vertragspartner der Kunden bleiben weiterhin die jeweiligen Stadtwerke. Die KGOW soll ausschließlich interne Aufgaben für die beiden Muttergesellschaften übernehmen.

Auch die Eigenständigkeit der beiden kommunalen Unternehmen soll erhalten bleiben, wie es weiter heißt. Gruber beschreibt die Kooperation als Zusammenlegung der „Werkbänke“ im Hintergrund. Der Einfluss der beiden Kommunen auf ihre Stadtwerke bleibe uneingeschränkt bestehen. Entscheidungen über Netze, Preise und die kommunale Verantwortung sollen weiterhin in den jeweiligen Städten und Gremien getroffen werden. 

Technik-Geschäftsführer Andreas Stein sieht die Gesellschaft zugleich als Antwort auf einen breiteren Trend bei kleineren und mittleren Versorgern. Viele Stadtwerke beschäftigten sich derzeit mit möglichen Kooperationsformen, erklärt er. Buchen und Walldürn hätten durch ihre bereits bestehende Zusammenarbeit gute Voraussetzungen, weitere Aufgaben gemeinsam zu organisieren. (ds)
 

Davina Spohn
Redakteurin
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