SWB-Chef Olaf Hermes (Mitte) und Helge Wilhelm, Bereichsleiter für Energieerzeugung (rechts) in der Leitstelle des HWK. Quelle: Rolf Driller/SWB.
WASSERSTOFF:
Bonner Premiere: Mischbetrieb mit Wasserstoff in Gaskraftwerk
Die Stadtwerke Bonn testen die Beimischung von Wasserstoff zur Erdgasfeuerung im Heizkraftwerk Nord.
Die Bonner Stadtwerke-Tochter SWB Energie und Wasser erprobt im Heizkraftwerk Nord die Beimischung von Wasserstoff zu Erdgas
in der Gasturbine, um technische Erfahrungen für eine perspektivische Umstellung der Fernwärmeerzeugung zu sammeln.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Turbine in den kommenden fünf Jahren während der Heizperiode zeitweise im Mischbetrieb laufen. SWB-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes erklärte dazu: „Für SWB Energie und Wasser ist das ein technologischer Meilenstein im Turbinenbau und in der Anlagensteuerung. In den kommenden fünf Jahren werden wir Wasserstoff sukzessive während der Heizperiode beimischen.“
Langfristig strebt das Unternehmen einen Betrieb der Anlage ausschließlich mit Wasserstoff an. Hermes verwies jedoch auf notwendige Voraussetzungen: Für das Umstellen auf den reinen Betrieb mit H2 in zehn bis fünfzehn Jahren brauche es den Anschluss an das Wasserstoffkernnetz und gesicherte Beschaffungsstrukturen auf Bundesebene. „Wenn wir einmal umstellen, gibt es kein Zurück zum Erdgas mehr. Deshalb ist Planungssicherheit umso wichtiger.“
Bis zu 15 Volumenprozent Wasserstoff
Der Wasserstoff für den Testbetrieb wurde im März erstmals per Trailer an das Heizkraftwerk geliefert. Der Sattelauflieger transportiert Druckbehälter, die mit Wasserstoff mit einem Druck von bis zu 350 bar befüllt sind, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Vor Ort wird der Druck in einer Übergabestation auf etwa 25 bar reduziert. Anschließend gelangt der Wasserstoff über Rohrleitungen zu einer Gasmischstation, in der er mit Erdgas vermischt wird. Das Gasgemisch wird danach der Gasturbine zugeführt.
Der Inhalt eines Trailers reicht nach Angaben der SWB für etwa drei Tage Testbetrieb. Während der Inbetriebnahme wird die Turbine mit unterschiedlichen Laststufen und Mischungsverhältnissen betrieben. Der Anteil des Wasserstoffs kann dabei auf bis zu 15 Volumenprozent erhöht werden. Zusätzlich werden Störungen simuliert, um das Betriebsverhalten der Turbine zu untersuchen. Parallel dazu messen Fachleute kontinuierlich die Abgasemissionen, um zu prüfen, ob die zugesicherten Emissionswerte der von Siemens Energy gelieferten Turbine auch im Mischbetrieb eingehalten werden.
Fünf Stunden an fünf Tagen pro Monat
Die Vorbereitung und Umsetzung des Testbetriebs erfolgte laut Unternehmen durch ein internes Projektteam sowie externe Fachfirmen. Der Wasserstoff wird vom Unternehmen Tyczka per Trailer geliefert. Der Lieferant errichtete auch die Übernahmestation sowie die Rohrleitungen zur Gasmischstation. Für die Steuerungs- und Regeltechnik arbeitete das Unternehmen mit Siemens Energy zusammen.
Ein Dauerbetrieb der Gasturbine im Erdgas-Wasserstoff-Mischbetrieb sei mit der derzeitigen Infrastruktur nicht vorgesehen, heißt es weiter. Geplant sei stattdessen ein begrenzter Testbetrieb: Während der Heizperiode soll die Turbine in den Monaten Januar bis April sowie September bis Dezember an fünf Tagen pro Monat jeweils fünf Stunden im Mischbetrieb laufen.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Turbine in den kommenden fünf Jahren während der Heizperiode zeitweise im Mischbetrieb laufen. SWB-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes erklärte dazu: „Für SWB Energie und Wasser ist das ein technologischer Meilenstein im Turbinenbau und in der Anlagensteuerung. In den kommenden fünf Jahren werden wir Wasserstoff sukzessive während der Heizperiode beimischen.“
Langfristig strebt das Unternehmen einen Betrieb der Anlage ausschließlich mit Wasserstoff an. Hermes verwies jedoch auf notwendige Voraussetzungen: Für das Umstellen auf den reinen Betrieb mit H2 in zehn bis fünfzehn Jahren brauche es den Anschluss an das Wasserstoffkernnetz und gesicherte Beschaffungsstrukturen auf Bundesebene. „Wenn wir einmal umstellen, gibt es kein Zurück zum Erdgas mehr. Deshalb ist Planungssicherheit umso wichtiger.“
Bis zu 15 Volumenprozent Wasserstoff
Der Wasserstoff für den Testbetrieb wurde im März erstmals per Trailer an das Heizkraftwerk geliefert. Der Sattelauflieger transportiert Druckbehälter, die mit Wasserstoff mit einem Druck von bis zu 350 bar befüllt sind, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Vor Ort wird der Druck in einer Übergabestation auf etwa 25 bar reduziert. Anschließend gelangt der Wasserstoff über Rohrleitungen zu einer Gasmischstation, in der er mit Erdgas vermischt wird. Das Gasgemisch wird danach der Gasturbine zugeführt.
Der Inhalt eines Trailers reicht nach Angaben der SWB für etwa drei Tage Testbetrieb. Während der Inbetriebnahme wird die Turbine mit unterschiedlichen Laststufen und Mischungsverhältnissen betrieben. Der Anteil des Wasserstoffs kann dabei auf bis zu 15 Volumenprozent erhöht werden. Zusätzlich werden Störungen simuliert, um das Betriebsverhalten der Turbine zu untersuchen. Parallel dazu messen Fachleute kontinuierlich die Abgasemissionen, um zu prüfen, ob die zugesicherten Emissionswerte der von Siemens Energy gelieferten Turbine auch im Mischbetrieb eingehalten werden.
Fünf Stunden an fünf Tagen pro Monat
Die Vorbereitung und Umsetzung des Testbetriebs erfolgte laut Unternehmen durch ein internes Projektteam sowie externe Fachfirmen. Der Wasserstoff wird vom Unternehmen Tyczka per Trailer geliefert. Der Lieferant errichtete auch die Übernahmestation sowie die Rohrleitungen zur Gasmischstation. Für die Steuerungs- und Regeltechnik arbeitete das Unternehmen mit Siemens Energy zusammen.
Ein Dauerbetrieb der Gasturbine im Erdgas-Wasserstoff-Mischbetrieb sei mit der derzeitigen Infrastruktur nicht vorgesehen, heißt es weiter. Geplant sei stattdessen ein begrenzter Testbetrieb: Während der Heizperiode soll die Turbine in den Monaten Januar bis April sowie September bis Dezember an fünf Tagen pro Monat jeweils fünf Stunden im Mischbetrieb laufen.
Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 16.03.2026, 16:57 Uhr
Montag, 16.03.2026, 16:57 Uhr
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