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CONTRACTING:
Blick aufs Ganze
Steigende Energiepreise rückten Mitte der 2000er-Jahre das Thema Energieeinsparung stärker in den Fokus. E&M berichtete damals darüber, wie Hochtief sein Geschäftsmodell erweiterte.
Steigende Energiepreise rückten vor 20 Jahren das Thema Energieeinsparung auch stärker in den Fokus von Gebäudeeigentümern.
E&M-Redakteur Armin Müller berichtete damals darüber, wie Hochtief sein Geschäftsmodell über das klassische Bauen hinaus erweiterte
und Facility Management, Energiemanagement sowie Contracting miteinander verknüpfte. Der Beitrag zeigt, welche Erwartungen
die Branche vor 20 Jahren mit integrierten Dienstleistungen, Public-Private-Partnership-Projekten und der langfristigen Optimierung
des Gebäudebetriebs verband.
Juni 2006: Der Baukonzern Hochtief will verstärkt Gebäude nicht nur errichten sondern auch betreiben und dabei vor allem auch Energieeinspar-Potenziale erschließen. Die Finanzmittel für eine energetische Sanierung von Bauten bringt er dabei über Contracting-Modelle mit.
Um den ganzheitlichen Ansatz vom Bau eines Gebäudes über die Sanierung bis hin zum laufenden Betrieb realisieren zu können, hat der Konzern den wesentlichen Teil seiner baunahen Dienstleistungen in einem eigenen Unternehmensbereich Hochtief Development zusammengefasst. Unter diesem Dach agieren auch die Hochtief Facility Management GmbH und Hochtief Facility Management Energy GmbH, die sich auf die Bewirtschaftung von Gebäuden spezialisiert haben. Die beiden Töchter können dabei auf gewachsene Erfahrungen zurückgreifen: 2004 kamen die Siemens Gebäudemanagement GmbH und die Lufthansa Gebäudemanagement GmbH (LGM) zu dem Baukonzern. Insbesondere LGM hatte die Dienstleistung Gebäudebetrieb schon auf den Energieeinkauf ausgeweitet und bot in Zusammenarbeit mit Eon den Gebäudeeigentümern auch den Einkauf von günstigem Strom an.
Die Optimierung der Energieversorgung ist auch weiterhin ein wichtiger Aspekt beim Betrieb eines Gebäudes. Denn Facility Management ist auch Betriebskosten-Management, und hierbei sind die Energiekosten ein ganz wesentlicher (und künftig wahrscheinlich noch steigender) Kostenblock. „Facility Management geht ohne Energiemanagement eigentlich nicht. Wenn man den Anspruch hat, die Betriebskosten für den Kunden signifikant zu reduzieren, dann gehört das einfach zusammen“, betont deswegen Holger Treckmann, Geschäftsführer der Hochtief Facility Management Energy GmbH.
Die beiden Bereiche Gebäudebetrieb und Contracting ergänzen sich nicht nur bei der Kostenreduktion, sondern auch vertrieblich sehr gut, hat Treckmann beobachtet. Denn Energieeinsparung ist für Gebäudeeigentümer aufgrund der steigenden Öl- und Gaspreise ein zunehmend wichtigeres Thema, das damit verbundene Contracting wird dadurch zu einem Wachstumsmarkt. Der Blick auf die Energiekosten und ihre Senkung kann laut Treckmann helfen, ein Gebäude in seiner Gesamtheit zu betrachten. Mögliche zusätzliche Einsparpotenziale durch integrierte Facility-Management-Lösungen werden so für den Kunden leichter erkennbar. Dabei ist für den Anbieter auch positiv, dass Contracting-Verträge meist über einen längeren Zeitraum laufen, der Dienstleister in dieser Zeit also immer einen intensiven Kundenkontakt hat und so durch den Einblick in die Prozessabläufe weitere Optimierungsvorschläge machen kann.
Durch das Facility Management und das Contracting erweitert sich die Angebots-Palette von Hochtief von der reinen Bauleistung hin zur ganzheitlichen Betrachtung eines Gebäudes über seine Nutzungsdauer. Nur mit einem solchen Ansatz und der Berücksichtigung von Nutzung und Energiebedarf schon in der Planungsphase, hat man die Möglichkeit, die Verbrauchswerte nachhaltig zu beeinflussen und zu senken. Um dies umzusetzen, waren die Experten von Hochtief Facility Management Energy beispielsweise schon in der Planungsphase für den abc-Tower am Flughafen Köln-Bonn mit dabei. Sie konnten so durch eine computergestützte Gebäudesimulation die ursprünglich geplante technische Ausstattung so modifizieren, dass die Investitionen in die Gebäudetechnik um rund 2 Mio. Euro abgespeckt werden konnten, freut sich das Unternehmen.
Schwerpunkt Public Private Partnership
Bei der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Gebäuden setzt man bei Hochtief nicht nur auf den Neubaubereich. Auch bestehende Gebäude, insbesondere aus dem Bereich der öffentlichen Liegenschaften, sind im Fokus der Energiedienstleister. Ein eigenes Unternehmen, die Hochtief PPPSolutions, kümmert sich gemeinsam mit Hochtief Facility Management um Energiespar-Invstitionen und Gebäudebetrieb im Bereich des Public Private Partnership (PPP). Auf der Referenzliste stehen Krankenhäuser, Justizvollzugsanstalten, Rathäuser, Schulen oder auch das Deutsche Hygienemuseum in Dresden. Bei Laufzeiten von 20 oder 25 Jahren ergibt sich im Bereich der PPP-Projekte die Möglichkeit, Maßnahmen zu realisieren, die bei einem reinen Energieeinspar-Contracting nicht möglich wären, freut sich Treckmann: „Wir haben dann die Möglichkeit, in einer Kommune nicht nur die Energiezentrale zu sanieren, sondern zunächst bei einer Schule oder einem Rathaus den Wärmebedarf durch Isolierung der Fassaden oder Austausch der Fenster zu senken. Den geringeren Bedarf kann man dann mit einer neuen Heiztechnik decken, wobei wir alle energiesparende Maßnahmen immer in Verbindung sehen mit einer Schulung und Beteiligung des Nutzers an den Einsparmaßnahmen.“
Bei der Deckung des Wärmebedarfs geht der Trend nach Treckmanns Beobachtungen dazu, sich von Öl und Gas weniger abhängig zu machen. „Das führt immer öfter dazu, dass wir über Biomasse, Holzhackschnitzel und sogar Braunkohlestaub nachdenken müssen. Gerade bei Industrie und Gewerbe ist Braunkohlenstaub ein ernst zu nehmendes Thema“. Mit der Auswahl des Brennstoffs und dem Betrieb der Kesselanlage ist das Dienstleistungs-Angebot des Contractors noch nicht erschöpft. „Wir beobachten auch die Energiemärkte, haben Kenntnisse über die Preisentwicklung und bieten an, Energieträger einzukaufen. Das setzt sich fort in der Verwaltung der Zählerdaten und in der Abrechnung von Energieverbräuchen mit einer eigenen Software“, beschreibt Treckmann die Angebots-Palette.
Für diese Dienstleistungen besteht ein wachsender Markt in Deutschland, ist sich der Geschäftsführer sicher. Dabei ist für ihn insbesondere die Kombination von Bauen im Bestand und Energieversorgung mittels Contracting-Modell interessant. Mit diesem Ansatz und mit einer Ausweitung des Contracting-Angebotes in Richtung Industrie soll sich der Umsatz von Hochtief Facility Management Energy auf etwa 50 Mio. Euro innerhalb der nächsten Jahre steigern lassen. „Ich denke, dass wir alle Chancen dazu haben“, ist Treckmann optimistisch.
Juni 2006: Der Baukonzern Hochtief will verstärkt Gebäude nicht nur errichten sondern auch betreiben und dabei vor allem auch Energieeinspar-Potenziale erschließen. Die Finanzmittel für eine energetische Sanierung von Bauten bringt er dabei über Contracting-Modelle mit.
Um den ganzheitlichen Ansatz vom Bau eines Gebäudes über die Sanierung bis hin zum laufenden Betrieb realisieren zu können, hat der Konzern den wesentlichen Teil seiner baunahen Dienstleistungen in einem eigenen Unternehmensbereich Hochtief Development zusammengefasst. Unter diesem Dach agieren auch die Hochtief Facility Management GmbH und Hochtief Facility Management Energy GmbH, die sich auf die Bewirtschaftung von Gebäuden spezialisiert haben. Die beiden Töchter können dabei auf gewachsene Erfahrungen zurückgreifen: 2004 kamen die Siemens Gebäudemanagement GmbH und die Lufthansa Gebäudemanagement GmbH (LGM) zu dem Baukonzern. Insbesondere LGM hatte die Dienstleistung Gebäudebetrieb schon auf den Energieeinkauf ausgeweitet und bot in Zusammenarbeit mit Eon den Gebäudeeigentümern auch den Einkauf von günstigem Strom an.
Die Optimierung der Energieversorgung ist auch weiterhin ein wichtiger Aspekt beim Betrieb eines Gebäudes. Denn Facility Management ist auch Betriebskosten-Management, und hierbei sind die Energiekosten ein ganz wesentlicher (und künftig wahrscheinlich noch steigender) Kostenblock. „Facility Management geht ohne Energiemanagement eigentlich nicht. Wenn man den Anspruch hat, die Betriebskosten für den Kunden signifikant zu reduzieren, dann gehört das einfach zusammen“, betont deswegen Holger Treckmann, Geschäftsführer der Hochtief Facility Management Energy GmbH.
Die beiden Bereiche Gebäudebetrieb und Contracting ergänzen sich nicht nur bei der Kostenreduktion, sondern auch vertrieblich sehr gut, hat Treckmann beobachtet. Denn Energieeinsparung ist für Gebäudeeigentümer aufgrund der steigenden Öl- und Gaspreise ein zunehmend wichtigeres Thema, das damit verbundene Contracting wird dadurch zu einem Wachstumsmarkt. Der Blick auf die Energiekosten und ihre Senkung kann laut Treckmann helfen, ein Gebäude in seiner Gesamtheit zu betrachten. Mögliche zusätzliche Einsparpotenziale durch integrierte Facility-Management-Lösungen werden so für den Kunden leichter erkennbar. Dabei ist für den Anbieter auch positiv, dass Contracting-Verträge meist über einen längeren Zeitraum laufen, der Dienstleister in dieser Zeit also immer einen intensiven Kundenkontakt hat und so durch den Einblick in die Prozessabläufe weitere Optimierungsvorschläge machen kann.
Durch das Facility Management und das Contracting erweitert sich die Angebots-Palette von Hochtief von der reinen Bauleistung hin zur ganzheitlichen Betrachtung eines Gebäudes über seine Nutzungsdauer. Nur mit einem solchen Ansatz und der Berücksichtigung von Nutzung und Energiebedarf schon in der Planungsphase, hat man die Möglichkeit, die Verbrauchswerte nachhaltig zu beeinflussen und zu senken. Um dies umzusetzen, waren die Experten von Hochtief Facility Management Energy beispielsweise schon in der Planungsphase für den abc-Tower am Flughafen Köln-Bonn mit dabei. Sie konnten so durch eine computergestützte Gebäudesimulation die ursprünglich geplante technische Ausstattung so modifizieren, dass die Investitionen in die Gebäudetechnik um rund 2 Mio. Euro abgespeckt werden konnten, freut sich das Unternehmen.
Schwerpunkt Public Private Partnership
Bei der ganzheitlichen Betrachtungsweise von Gebäuden setzt man bei Hochtief nicht nur auf den Neubaubereich. Auch bestehende Gebäude, insbesondere aus dem Bereich der öffentlichen Liegenschaften, sind im Fokus der Energiedienstleister. Ein eigenes Unternehmen, die Hochtief PPPSolutions, kümmert sich gemeinsam mit Hochtief Facility Management um Energiespar-Invstitionen und Gebäudebetrieb im Bereich des Public Private Partnership (PPP). Auf der Referenzliste stehen Krankenhäuser, Justizvollzugsanstalten, Rathäuser, Schulen oder auch das Deutsche Hygienemuseum in Dresden. Bei Laufzeiten von 20 oder 25 Jahren ergibt sich im Bereich der PPP-Projekte die Möglichkeit, Maßnahmen zu realisieren, die bei einem reinen Energieeinspar-Contracting nicht möglich wären, freut sich Treckmann: „Wir haben dann die Möglichkeit, in einer Kommune nicht nur die Energiezentrale zu sanieren, sondern zunächst bei einer Schule oder einem Rathaus den Wärmebedarf durch Isolierung der Fassaden oder Austausch der Fenster zu senken. Den geringeren Bedarf kann man dann mit einer neuen Heiztechnik decken, wobei wir alle energiesparende Maßnahmen immer in Verbindung sehen mit einer Schulung und Beteiligung des Nutzers an den Einsparmaßnahmen.“
Bei der Deckung des Wärmebedarfs geht der Trend nach Treckmanns Beobachtungen dazu, sich von Öl und Gas weniger abhängig zu machen. „Das führt immer öfter dazu, dass wir über Biomasse, Holzhackschnitzel und sogar Braunkohlestaub nachdenken müssen. Gerade bei Industrie und Gewerbe ist Braunkohlenstaub ein ernst zu nehmendes Thema“. Mit der Auswahl des Brennstoffs und dem Betrieb der Kesselanlage ist das Dienstleistungs-Angebot des Contractors noch nicht erschöpft. „Wir beobachten auch die Energiemärkte, haben Kenntnisse über die Preisentwicklung und bieten an, Energieträger einzukaufen. Das setzt sich fort in der Verwaltung der Zählerdaten und in der Abrechnung von Energieverbräuchen mit einer eigenen Software“, beschreibt Treckmann die Angebots-Palette.
Für diese Dienstleistungen besteht ein wachsender Markt in Deutschland, ist sich der Geschäftsführer sicher. Dabei ist für ihn insbesondere die Kombination von Bauen im Bestand und Energieversorgung mittels Contracting-Modell interessant. Mit diesem Ansatz und mit einer Ausweitung des Contracting-Angebotes in Richtung Industrie soll sich der Umsatz von Hochtief Facility Management Energy auf etwa 50 Mio. Euro innerhalb der nächsten Jahre steigern lassen. „Ich denke, dass wir alle Chancen dazu haben“, ist Treckmann optimistisch.
© 2026 Energie & Management GmbH
Samstag, 20.06.2026, 04:49 Uhr
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