Die Stromerzeugung aus Windkraft legte laut der Destatis-Auswertung um 10,5 Prozent zu und erreichte einen Anteil von 26,8 Prozent. Damit blieb Wind die wichtigste einzelne erneuerbare Energiequelle. Die Photovoltaik wuchs um 3,2 Prozent und kam auf 24,1 Prozent. Wasserkraft und Biogas entwickelten sich laut Destatis rückläufig: Wasserkraft sank nach den Berechnungen von Destatis um 22 Prozent, Biogas um 5,4 Prozent.
Die Erzeugung aus konventionellen Energieträgern stieg dagegen leicht um 0,4 Prozent, verlor aber im Anteil und kam nur noch auf 35,9 Prozent. Kohle erreichte dabei 20,6 Prozent, ein Minus von 2,2 Prozent. Erdgas legte zu und kam auf einen Anteil von 12 Prozent.

(zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Quelle Statistisches Bundesamt
Deutschland importierte im Sommerquartal 20,7 Milliarden kWh Strom, was laut Destatis einem Rückgang von 11,9 Prozent entsprach. Gleichzeitig stiegen die Exporte um 5,9 Prozent auf 12,5 Milliarden kWh. Der Importüberschuss verringerte sich damit deutlich.
Für Stadtwerke und Energieversorger zeigen diese Entwicklungen, wie stark der Einfluss von Windkraft und Photovoltaik auf den Strommarkt inzwischen ist. Der geringere Importüberschuss und die wachsende Bedeutung flexibler Gaskraftwerke liefern weitere Hinweise auf sich verändernde Beschaffungs- und Erzeugungsstrukturen.
Konventionelle Kraftwerke immer mehr nur eine Ergänzung
Die steigende Stromproduktion aus Windkraft und PV verändert die operative Ausrichtung vieler Energieversorger. Sie reagieren auf zunehmend volatile Einspeisemuster mit einem Ausbau kurzfristig verfügbarer Flexibilitätsoptionen. Dazu zählen Batteriespeicher, steuerbare Gaskraftwerke und Lastmanagement. Laut Destatis verschieben die aktuellen Werte die Rolle konventioneller Kraftwerke weiter hin zu einem Ergänzungsbetrieb. Sie sichern die Versorgung in Stunden ohne ausreichende Erzeugung aus Wind und Sonne.
Für Stadtwerke stellen die Zahlen auch eine Orientierung für ihre mittelfristige Beschaffungsstrategie dar. Der Rückgang der Stromimporte bedeutet, dass Deutschland stärker auf die eigene Erzeugung zurückgreift, wie Destatis erklärt. Versorger prüfen daher vermehrt, wie sich das Verhältnis von Termin- und Spotmarktbezug entwickeln könnte. Gleichzeitig gewinnt der Netzausbau an Bedeutung, um die hohen Einspeisemengen aus Norden und Osten zuverlässig in die Verbrauchszentren zu transportieren.
Spürbare Folgen für die Netzführung
Der hohe Erneuerbaren-Anteil im Sommerquartal beeinflusst laut Destatis die Netzführung spürbar. Netzbetreiber reagieren auf wetterabhängige Schwankungen, indem sie Leitungen stärker dynamisch auslasten. Besonders im Küstenraum führt starke Windeinspeisung nach Angaben der Behörde zu hohen Belastungen einzelner Transportabschnitte, während Regionen mit geringerer Einspeisung entspannter arbeiten.
Stadtwerke mit eigenen Erzeugungsanlagen achten zudem auf die Entwicklung der PV. Die zunehmende Einspeisung aus großen PV-Freiflächenanlagen verschiebt laut der Behörde die Tageslastprofile deutlich. Mittagsstunden mit hoher PV-Produktion drücken die Großhandelspreise, während Abendstunden mit höherer Nachfrage tendenziell teurer werden. Diese Struktur beeinflusst Direktvermarktung, Eigenerzeugung und Beschaffungsentscheidungen.
Auch für die Kraftwerksplanung ergeben sich Konsequenzen. Einige Kommunalversorger prüfen laut Destatis die Zusammensetzung ihrer Kraftwerksflotten neu. Moderne Gasturbinen, die schnell Regelenergie bereitstellen, gewinnen an Bedeutung. Kohlekraftwerke verlieren dagegen Einsatzstunden, was ihre Wirtschaftlichkeit reduziert.
Wie Destatis mitteilt, hängt die Entwicklung im Winter stark von den Wetterbedingungen ab. Während PV in der dunklen Jahreszeit weniger beiträgt, kann starke Windeinspeisung den Erzeugungsmix stabilisieren. Energieversorger rechnen mit einer dynamischen Großhandelssituation. Sie verfolgen zudem, wie sich der rückläufige Importüberschuss weiterentwickelt und welchen Beitrag Nachbarländer liefern.
Montag, 08.12.2025, 13:34 Uhr
teilen
teilen
teilen
teilen
Neue Wege, um Seekabel grenzüberschreitend zu finanzieren