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Enerige & Management > Studien - Weltweit weniger neue Jobs in der Erneuerbaren-Branche
Quelle: Fotolia / JiSign
STUDIEN:
Weltweit weniger neue Jobs in der Erneuerbaren-Branche
Der Jobmotor in der Erneuerbaren-Branchen läuft nicht mehr so rund wie bisher. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg 2024 weltweit um 2,3 Prozent. Im Handwerk sinkt der Personalbedarf stark.
 
Die Energiewende schafft weniger neue Jobs. Die Zahl der Arbeitsplätze nahm im Jahr 2024 weltweit um 2,4 Prozent auf 16,6 Millionen zu. Das geht aus dem Bericht „Renewable Energy and Jobs – Annual Review 2025“ der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, Irena, und der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO, hervor. Im Jahr 2023 betrug das Plus gegenüber dem Vorjahr mit rund 2,5 Millionen neuer Jobs 18 Prozent. 2022 lag es bei 8 Prozent, 2021 bei 6 Prozent.

Die Studienautoren erklären die Entwicklung mit dem Einfluss geopolitischer und geoökonomischer Spannungen und zunehmender Automatisierung in der Branche. Und sie weisen auf das „geografische Ungleichgewicht beim Beschäftigungswachstum“ hin. 7,3 Millionen der Arbeitsplätze in der Erneuerbaren-Branche entfielen 2024 auf China, umgerechnet 44 Prozent. Die Europäische Union kam auf etwa 1,8 Millionen Arbeitsplätze und blieb damit auf dem Niveau des Vorjahres.

In Brasilien lag die Zahl bei rund 1,4 Millionen. In Indien und den Vereinigten Staaten stieg die Beschäftigung jeweils nur moderat auf etwa 1,3 Millionen beziehungsweise 1,1 Millionen. In ganz Afrika waren es 344.000, in Ozeanien 98.000 Arbeitsplätze.

Deutschland bei PV vor Spanien und Italien

Irena und ILO appellieren an die Länder, die internationale Zusammenarbeit wieder auf Kurs zu bringen. „Länder, die bei der Energiewende zurückliegen, müssen von der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden. Dies ist nicht nur entscheidend, um das Ziel zu erreichen, die Kapazitäten erneuerbarer Energien bis 2030 zu verdreifachen, sondern auch, um sicherzustellen, dass sozioökonomische Vorteile für alle spürbare Realität werden und die gesellschaftliche Unterstützung für die Transformation stärken“, kommentiert Irena-Direktor Francesco La Camera die neuen Zahlen.

Nach Technologien betrachtet, bleibt die Photovoltaik-Branche größter Arbeitgeber. Im Jahr 2024 arbeiteten rund 7,3 Millionen Menschen in diesem Zweig. Etwa 75 Prozent dieser Arbeitsplätze waren in Asien angesiedelt, davon allein 4,2 Millionen in China. Deutschland landet im weltweiten Vergleich auf Rang 7. In Europa steht Deutschland vor Spanien und Italien an erster Stelle, rund 127.000 Jobs gibt es hierzulande laut Bericht.

Nach Photovoltaik treiben vor allem flüssige Biokraftstoffe den Jobmotor an. 2,6 Millionen Arbeitsplätze zählt Irena in aller Welt. An dritter Stelle folgt der Wasserkraftsektor mit 2,3 Millionen Jobs. Erst danach kommen die Windenergieunternehmen mit 1,9 Millionen Arbeitsplätzen.

18 Prozent weniger freie Stelle in E-Handwerken
 
Ein deutlich nachlassendes Beschäftigungswachstum zeichnet sich in den sogenannten E-Handwerken ab. Nach einer Erhebung des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gibt es derzeit 65.000 offene Stellen. Das sind 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. „Die Krise im Neubaubereich hält an, die Sanierungsrate ist auf einem Tiefpunkt, die Energiewende stagniert“, erklärt man sich im Verband die Entwicklung.

Der Bedarf sinkt laut ZVEH vor allem bei ungelernten Kräften. Für an- und ungelernte Helfer waren nach Verbandsangaben 2023 noch 7.996 offene Stellen zu verzeichnen, die aktuelle Erhebung ergab für Anfang 2026 noch 3.673 unbesetzte Stellen. Bei den Gesellen, den hochqualifizierten Gesellen und den Meistern sei der Bedarf ebenfalls zurückgegangen, dies jedoch in geringerem Maße. Die freien Stellen für Gesellen nahmen von 25.568 im Jahr 2025 auf aktuell 21.655 ab, die für hochqualifizierte Gesellen in der gleichen Zeit von 23.048 auf 17.627, die für Meister von 5.641 auf 5.140.

„Wir beobachten, dass verstärkt auf Fachkräfte gesetzt wird, die aufgrund umfangreicher Qualifikationen möglichst flexibel einsetzbar sind, sodass der Betrieb sich schneller an die Nachfrage anpassen kann“, interpretiert ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser die Zahlen. Der Fachkräftebedarf bleibe „eine Herausforderung“.
 

Manfred Fischer
© 2026 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 14.01.2026, 17:33 Uhr

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