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Enerige & Management > Stromspeicher - Wärtsilä stellt Speichersparte neu auf
Quelle: Jonas Rosenberger
STROMSPEICHER:
Wärtsilä stellt Speichersparte neu auf
Der Markt für Batteriespeicher konsolidiert sich weiter. Ein neues Joint Venture soll das globale Speichergeschäft von Wärtsilä stärken und neu ausrichten.
 
Wärtsilä will sein weltweites Geschäft mit Batteriespeichern in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der deutschen RCT Solutions GmbH einbringen. Wie der finnische Technologiekonzern in einer Mitteilung am 15. Juni bekannt gibt, sollen beide Partner jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture halten. Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, sofern die zuständigen Behörden zustimmen und die Finanzierung gesichert wird.

Wärtsilä mit Hauptsitz in Helsinki entwickelt Technologien und Dienstleistungen für die Schifffahrts- und Energiewirtschaft. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 17.900 Mitarbeitende in 78 Ländern und erzielte 2025 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro. Im Energiebereich bietet Wärtsilä unter anderem Batteriespeichersysteme für Versorger und Netzbetreiber an.

Speichersparte wechselt ins Joint Venture

Die künftig gemeinsam geführte Sparte umfasst das bisher separat ausgewiesene Geschäftsfeld „Energy Storage“ von Wärtsilä. Dieses Segment beschäftigt weltweit rund 480 Beschäftigte. Im Jahr 2025 erwirtschaftete es einen Umsatz von 694 Millionen Euro und eine operative Marge von 3,3 Prozent. Gemessen an der Größe des Gesamtkonzerns handelt es sich um die kleinste Geschäftseinheit von Wärtsilä.

RCT Solutions mit Sitz in Konstanz am Bodensee (Baden-Württemberg) ist ein 2012 gegründetes Ingenieurunternehmen, das sich auf Solar- und Batteriespeichersysteme spezialisiert hat. Das Unternehmen verfügt laut Wärtsilä über internationale Erfahrung bei der Planung und Umsetzung von Produktionsstätten für Batterien und Solartechnik. Zudem arbeitet eine Gesellschaft der RCT-Gruppe bereits seit mehreren Jahren als wichtiger Zulieferer für das Speichergeschäft von Wärtsilä.

Nach Angaben der Finnen soll das Gemeinschaftsunternehmen die Stärken beider Seiten bündeln. Wärtsilä bringt seine Speichertechnologie, bestehende Kundenbeziehungen und Projekterfahrung ein. RCT Solutions steuert Engineering-Know-how, Kenntnisse globaler Lieferketten sowie Erfahrungen bei der vertikalen Integration von Wertschöpfungsketten bei.

Zum Portfolio des Joint Ventures gehören netzdienliche Batteriespeichersysteme im Versorgermaßstab. Das Angebot umfasst nach Unternehmensangaben Hardware, Steuerungs- und Optimierungssoftware sowie Serviceleistungen über den gesamten Lebenszyklus der Anlagen hinweg. Zielgruppe sind vor allem Energieversorger, Netzbetreiber und Projektentwickler.

Folgen für die Berichterstattung

Mit der Vereinbarung verändert Wärtsilä auch seine Konzernstruktur. Bereits im zweiten Quartal 2026 soll die Wärtsilä-Sparte „Energy Storage“ nicht mehr als eigenständiges Berichtssegment geführt werden. Die bisherigen Finanzziele für diesen Bereich entfallen, zudem setzt das Unternehmen seine Nachfrageprognosen für das Geschäftsfeld aus.

Für das laufende Jahr erwartet Wärtsilä Belastungen aus der Neuaufstellung. Das Joint Venture dürfte 2026 aufgrund eines zuletzt schwachen Auftragseingangs und verschiedener Transformationsmaßnahmen zunächst Verluste schreiben. Die Auswirkungen auf das operative Ergebnis des Konzerns beziffert Wärtsilä auf 40 bis 50 Millionen Euro. Gegen Ende des Jahres 2027 soll die neue Gesellschaft nach Unternehmensangaben jedoch positive Ergebnisse erzielen.
 

Davina Spohn
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Montag, 15.06.2026, 15:22 Uhr

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