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Enerige & Management > Klimaschutz - Verbände fordern höhere THG-Quote im Verkehrssektor
Quelle: Fotolia / Coloures-Pic
KLIMASCHUTZ:
Verbände fordern höhere THG-Quote im Verkehrssektor
Ein Bündnis aus 19 Verbänden fordert die Bundesregierung auf, die THG-Quote im Verkehr bis 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen, um Klimaziele zu erreichen und Investitionen zu sichern.
 
Eine Gruppe von 19 Verbänden aus der Automobil-, Energie- und Verkehrsbranche fordert die Bundesregierung dazu auf, die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) im Verkehrssektor ambitioniert zu erhöhen. In einem gemeinsamen Schreiben setzen sich die Organisationen für eine Anhebung der Quote auf mindestens 40 Prozent bis 2030 ein.

Derzeit liegt die Quote in Deutschland bei 8 Prozent und steigt bis 2026 schrittweise auf 25 Prozent. Eine stärkere Erhöhung sei nötig, um Investitionen in erneuerbare Kraftstoffe, Elektromobilität und alternative Antriebe langfristig abzusichern und die Klimaziele im Verkehr zu erreichen, so die Verbände.

Die THG-Quote ist als zentrales Instrument zur CO2-Reduktion im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) verankert. Sie regelt den Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. Derzeit liegt die europäische Mindestvorgabe laut der novellierten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) bei 14,5 Prozent – aus Sicht der Verbände jedoch nicht ausreichend.

„Die aktuelle Quote reicht nicht aus, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Sie wirkt wie eine Bremse für den Hochlauf dringend benötigter erneuerbarer Energieträger“, betont Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA).

Quotenanpassung als Schlüsselmechanismus

Die Verbände fordern zudem eine automatische Anpassung der THG-Quote, um Verdrängungseffekte zwischen verschiedenen Erfüllungsoptionen zu vermeiden. Während die Elektromobilität bereits von einem Mechanismus profitiert, der bei einem höheren Marktanteil zu einer Quotenanpassung führt, gilt dies nicht für fortschrittliche Biokraftstoffe und erneuerbare synthetische Kraftstoffe (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, RFNBO). „Wir brauchen eine Gleichbehandlung aller Erfüllungsoptionen, um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen“, erklärt Wilko Eggers, Vorstand beim Bundesverband THG-Quote.
 
Gemeinsamer Verbändebrief für eine ambitionierte Ausgestaltung des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes
Quelle: Verbändeallianz

Auch die Quotenübertragbarkeit steht im Fokus der Verbände. Sie plädieren für eine Reform der bestehenden Regelungen, um langfristige Marktstabilität zu gewährleisten. Laut dem Schreiben sei es entscheidend, dass die THG-Quote im Jahr 2030 nicht durch Übertragungen aus Vorjahren erfüllt werden kann. Stattdessen müsse eine physische Erfüllung erfolgen, um eine reale Emissionsminderung zu garantieren.

Zusätzlich fordert das Bündnis eine stärkere Unterstützung für erneuerbare synthetische Kraftstoffe. Die RED III sieht eine kombinierte Unterquote von mindestens 5,5 Prozent für fortschrittliche Biokraftstoffe und RFNBO vor. Diese solle laut den Verbänden auf nationaler Ebene in zwei separate Quoten aufgeteilt werden, um Kannibalisierungseffekte zu vermeiden. „Nur durch eine ambitionierte Unterquote für RFNBO wird Investitionssicherheit geschaffen und der Markthochlauf beschleunigt“, argumentiert Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der „eFuel Alliance“.

Erweiterung der THG-Quote auf Luft- und Schifffahrt

Ein weiterer zentraler Punkt des Forderungskatalogs ist, die THG-Quote auf den Luft- und Schiffsverkehr auszuweiten. Bislang gilt sie nur für den Straßenverkehr. Künftig solle sie auch für alle in Deutschland in den Verkehr gebrachten Treib- und Brennstoffe dieser Sektoren gelten. Dadurch könnten Emissionen in allen Verkehrsträgern effektiver gesenkt werden. Gleichzeitig plädieren die Verbände für eine getrennte Berechnung der Quoten, um eine Übererfüllung in einem Sektor nicht zur Erfüllung in einem anderen anrechnen zu lassen.

Die unterzeichnenden Verbände repräsentieren eine breite Palette an Interessen – von Automobilclubs über Logistikverbände bis hin zu Akteuren der erneuerbaren Energien. Neben dem VDA gehören unter anderen der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der „Bundesverband eMobilität“ (BEM), der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) und die E-Fuel Alliance zu den Unterstützern der Initiative.
  Das dreiseitige Schreiben mit dem Titel „Gemeinsamer Verbändebrief für eine ambitionierte Ausgestaltung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes“  lässt sich über die Internetseite des Biokraftstoffverbandes downloaden.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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