Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
ÜNB melden verspätet dynamische Direktvermarktung
Die Übertragungsnetzbetreiber haben mal wieder eine Transparenzfrist gerissen: Die Direktvermarktungs-Leistung von Ökostrom hätte bereits am 12. Dezember da sein sollen.
Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben am 15. Dezember verspätet auf Hinweis dieser Redaktion die Direktvermarktungs-Leistung aus Erneuerbaren-Anlagen für den Dezember
2025 veröffentlicht. Regulatorisch hätte dies schon am 12. Dezember geschehen müssen.
Zuvor hatten die ÜNB schon den EEG-Kontostand von Ende Februar 2025 sowie die Direktvermarktungsstatistik vom Juli 2024 jeweils um einige Tage verspätet publiziert (wir berichteten). Sie verstießen damit gegen ihre Transparenzpflicht bei der Vermarktung geförderter Erneuerbaren-Anlagen bis 100 kW, wie sie in Paragraf 3 der Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) niedergelegt ist.
Warum dies schon wieder geschieht und warum gerade bei der Direktvermarktungs-Leistung für den laufenden Monat, deren eventuelle Änderung von den Betreibern größerer Anlagen schon bis Ende Oktober an ihre Anschlussnetzbetreiber zu melden war, so lange zur Veröffentlichung brauchte, war auf Anfrage bei einem ÜNB nicht zu erfahren. Früher hieß es von den ÜNB, die Meldungen von etlichen Verteilnetzbetreibern an die ÜNB seien von schlechter Qualität.
Der Regulierer schweigt
Ebenso wenig war zunächst zu erfahren, ob die Bundesnetzagentur wegen wiederholter Verstöße gegen die Transparenzpflicht aufsichtsrechtlich gegen die ÜNB vorgeht. In einer Antwort zu einem früheren Verstoß hatte es sinngemäß geheißen, man werde nur bei „systematischen“ Verstößen tätig. Am 5. Januar 2026 antwortete die Behörde dann nach einer Beschwerde dieser Redaktion doch: Die ÜNB hätten die Zahlen um einen Werktag verspätet veröffentlicht, und man gehe nicht aufsichtsrechlich gegen sie vor.
Wieder ein Wachstum im Gigawatt-Bereich
Die Direktvermarktungs-Leistung ist im letzten Monat des Jahres gegenüber November noch einmal um gut 1.000 MW gestiegen ist, und zwar auf knapp 129.000 MW. Natürlich ist dies ein Rekordwert. Dieser liegt aber in der Natur des Erneuerbaren-Ausbaus. Anfang des Jahres war die Leistung erst bei 117.000 MW gelegen.
Die Leistung am Jahresende teilt sich auf gut 99.400 MW für die geförderte Marktprämie und beinahe 29.500 MW in der subventionsfreien „sonstigen Direktvermarktung“ auf. Im Oktober und November dagegen war die Direktvermarktung nach vier Monaten mit Wachstum um mindestens 1.000 MW nur jeweils um knapp 900 MW und 700 MW gewachsen.
Vor allem das Fördersegment wächst
Das Wachstum im Dezember war vor allem von der geförderten Direktvermarktung getragen, die gegenüber November um 600 MW zulegte. Gut 400 MW davon entfallen auf die größte Technologie Windkraft onshore, die bei 52.400 MW landete. Die solare Marktprämie stieg von November auf Dezember um 200 MW auf knapp 32.600 MW. Die Millionen kleiner privater PV-Anlagen sind darin nicht enthalten, da sie nicht der Direktvermarktungspflicht ab 100 kW unterliegen.
Biomasse trat mit 7.200 MW in der Marktprämie praktisch auf der Stelle, im förderfreien Segment genauso mit 930 MW.
PV und Offshore-Wind die Wachstumstreiber in der Sonstigen
In der subventionsfreien sonstigen Direktvermarktung kam das Wachstum mit leichtem Vorsprung mit plus 200 MW auf 11.000 MW von der Photovoltaik. Gefolgt wurde sie mit 180 MW von der Offshore-Windenergie, die praktisch alle neu dazukamen, also nicht von der geförderten Direktvermarktung wechselten. Auf See sind damit 3.600 MW subventionsfrei und 6.300 MW gefördert. An Land ließ die förderfreie Windstrom-Vermarktung marginal Federn und landete bei knapp 13.300 MW.
Die monatliche EEG-Direktvermarktungs-Leistung von November 2011 bis Dezember 2025 steht anlagenscharf auf einer Transparenzseite der ÜNB zur Verfügung.
Zuvor hatten die ÜNB schon den EEG-Kontostand von Ende Februar 2025 sowie die Direktvermarktungsstatistik vom Juli 2024 jeweils um einige Tage verspätet publiziert (wir berichteten). Sie verstießen damit gegen ihre Transparenzpflicht bei der Vermarktung geförderter Erneuerbaren-Anlagen bis 100 kW, wie sie in Paragraf 3 der Erneuerbare-Energien-Verordnung (EEV) niedergelegt ist.
Warum dies schon wieder geschieht und warum gerade bei der Direktvermarktungs-Leistung für den laufenden Monat, deren eventuelle Änderung von den Betreibern größerer Anlagen schon bis Ende Oktober an ihre Anschlussnetzbetreiber zu melden war, so lange zur Veröffentlichung brauchte, war auf Anfrage bei einem ÜNB nicht zu erfahren. Früher hieß es von den ÜNB, die Meldungen von etlichen Verteilnetzbetreibern an die ÜNB seien von schlechter Qualität.
Der Regulierer schweigt
Ebenso wenig war zunächst zu erfahren, ob die Bundesnetzagentur wegen wiederholter Verstöße gegen die Transparenzpflicht aufsichtsrechtlich gegen die ÜNB vorgeht. In einer Antwort zu einem früheren Verstoß hatte es sinngemäß geheißen, man werde nur bei „systematischen“ Verstößen tätig. Am 5. Januar 2026 antwortete die Behörde dann nach einer Beschwerde dieser Redaktion doch: Die ÜNB hätten die Zahlen um einen Werktag verspätet veröffentlicht, und man gehe nicht aufsichtsrechlich gegen sie vor.
Wieder ein Wachstum im Gigawatt-Bereich
Die Direktvermarktungs-Leistung ist im letzten Monat des Jahres gegenüber November noch einmal um gut 1.000 MW gestiegen ist, und zwar auf knapp 129.000 MW. Natürlich ist dies ein Rekordwert. Dieser liegt aber in der Natur des Erneuerbaren-Ausbaus. Anfang des Jahres war die Leistung erst bei 117.000 MW gelegen.
Die Leistung am Jahresende teilt sich auf gut 99.400 MW für die geförderte Marktprämie und beinahe 29.500 MW in der subventionsfreien „sonstigen Direktvermarktung“ auf. Im Oktober und November dagegen war die Direktvermarktung nach vier Monaten mit Wachstum um mindestens 1.000 MW nur jeweils um knapp 900 MW und 700 MW gewachsen.
Vor allem das Fördersegment wächst
Das Wachstum im Dezember war vor allem von der geförderten Direktvermarktung getragen, die gegenüber November um 600 MW zulegte. Gut 400 MW davon entfallen auf die größte Technologie Windkraft onshore, die bei 52.400 MW landete. Die solare Marktprämie stieg von November auf Dezember um 200 MW auf knapp 32.600 MW. Die Millionen kleiner privater PV-Anlagen sind darin nicht enthalten, da sie nicht der Direktvermarktungspflicht ab 100 kW unterliegen.
Biomasse trat mit 7.200 MW in der Marktprämie praktisch auf der Stelle, im förderfreien Segment genauso mit 930 MW.
PV und Offshore-Wind die Wachstumstreiber in der Sonstigen
In der subventionsfreien sonstigen Direktvermarktung kam das Wachstum mit leichtem Vorsprung mit plus 200 MW auf 11.000 MW von der Photovoltaik. Gefolgt wurde sie mit 180 MW von der Offshore-Windenergie, die praktisch alle neu dazukamen, also nicht von der geförderten Direktvermarktung wechselten. Auf See sind damit 3.600 MW subventionsfrei und 6.300 MW gefördert. An Land ließ die förderfreie Windstrom-Vermarktung marginal Federn und landete bei knapp 13.300 MW.
Die monatliche EEG-Direktvermarktungs-Leistung von November 2011 bis Dezember 2025 steht anlagenscharf auf einer Transparenzseite der ÜNB zur Verfügung.
© 2026 Energie & Management GmbH
Montag, 15.12.2025, 17:03 Uhr
Montag, 15.12.2025, 17:03 Uhr
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