• EU-Klimabeirat rät zum Ankurbeln von CO2-Entnahmen
  • Pilotprojekt für lokale Energiegemeinschaft in Oberfranken gestartet
  • Deutlich höhere Day-ahead-Preise zu erwarten
  • EnBW: Landkreise stimmen für Milliarden-Spritze
  • Lex Sauerland: Erste Klagen gegen Zeitspiel der Behörden
  • RWE plant Vermarktung weiterer Kapazitäten
  • Gebündelte Kräfte für den digitalen Netzausbau
  • 100 Millionen Euro für Wasserstoff im Ländle
  • Wasserkraft für Rolls-Royce
  • Umfrage unter Energieunternehmern zeigt Verunsicherung
Enerige & Management > Gas - Südbadischer Versorger E-Optimum stellt Gasvertrieb ein
Quelle: Fotolia / Dmitry Naumov
GAS:
Südbadischer Versorger E-Optimum stellt Gasvertrieb ein
Der Energieversorger „e.optimum AG“ knickt vor den hohen Beschaffungspreisen für Gas ein und steigt komplett aus dem Gasvertrieb aus. Im Stromgeschäft wolle das Unternehmen bleiben.
 
Der nächste Energieversorger nimmt radikale Einschnitte in seinem Geschäftsmodell vor. E-Optimum aus Offenburg stellt laut einer Mitteilung den Vertrieb von Gas ein. Den Gaskunden unter den etwa 45.000 Industrieunternehmen und Gewerbetreibenden würden Anschlussverträge mit der Schweizer MET Group beziehungsweise deren deutschen Ablegern MET Germany und Vraend angeboten.

Die MET Group sei langjähriger Kooperationspartner von E-Optimum. Deren Töchter, heißt es weiter, teilten die E-Optimum-Kundschaft nach höherem und niedrigerem Gasverbrauch unter sich auf und führten diese Verträge „zu aktuellen Großhandelspreisen“ fort. Dies sei natürlich von der Zustimmung der Kunden abhängig. Gebe es diese nicht, werde E-Optimum andere Vorschläge unterbreiten.

Durch Konzentration auf Strom "bestens aufgestellt"

Zugleich wollte der Vorstand des südbadischen Versorgers dem Eindruck entgegen treten, insgesamt in Gefahr zu sein. Als „bestens für die Zukunft aufgestellt“ sieht E-Optimum sich. Die Basis dafür sei einerseits die Gasbelieferung durch die MET Group. Andererseits werde E-Optimum sich nun auf den Vertrieb von Strom konzentrieren.

Im Stromgeschäft glaubt E-Optimum sich auf einer sichereren Seite. Hier gebe es aktuell zwar auch hohe Beschaffungspreise. Die Versorgungssicherheit sei „aber deutlich einfacher zu gewährleisten“.

Das Aus für das Gasgeschäft begründen die Offenburger damit, dass ihre Strategie unter den erschwerten Bedingungen der Energiekrise nicht weiter aufginge. Energie hat E-Optimium demnach stets kurzfristig am Spotmarkt eingekauft und in „variablen“ Tarifen an die Kundschaft weitergereicht. Dies sei für die Abnehmer günstiger gewesen als der Abschluss von Festverträgen. Mit den enorm gestiegenen Beschaffungspreisen ist dieser Vorteil aber dahin.

Vor gut einem Jahr hatte der Versorger den Einstieg ins Privatkundengeschäft angekündigt. Dieser Zweig sollte wie bei Gewerbekunden über variable Preismodelle zum Erfolg führen. Ob dieser Bereich inzwischen eine besondere Relevanz bei E-Optimum erreicht hat, darf bezweifelt werden. Angaben dazu macht das Unternehmen auf seiner Website nicht. Anfragen unserer Redaktion blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

E-Optimum trat 2010 an den Markt und versteht sich seither als „Deutschlands größte unabhängige Energie-Einkaufsgemeinschaft für Unternehmen“. Bundesweit setzte der Versorger nach eigenen Angaben mehr als 6 Mrd. kWh Strom und Erdgas jährlich ab.
 

Volker Stephan
© 2025 Energie & Management GmbH
Freitag, 16.09.2022, 16:55 Uhr

Mehr zum Thema