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ÖSTERREICH:
Strategische Gasreserve bleibt bis 2029
Einen Speicherfüllstand von 65 Prozent vermeldet das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Reserven sollen die Winterversorgung absichern.
In Österreich lagerten zum Stichtag 23. August rund 65,4 Milliarden kWh Gas in den Speichern. Das entspricht einem Füllstand von 65 Prozent, wie das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) mitteilt. Damit liegt Österreich
über dem europäischen Durchschnitt von 62 Prozent und auch über dem deutschen Niveau von rund 50 Prozent.
Österreich verfügt laut Ministerium zugleich über vergleichsweise große Speicherkapazitäten, wie es weiter aus Wien heißt. Insgesamt können die Anlagen rund 100 Milliarden kWh Gas aufnehmen. Dem stellt das BMWET einen Jahresverbrauch von 75 bis 80 Milliarden kWh gegenüber.
Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verweist vor allem auf die Rolle der Speicher für die Versorgungssicherheit. „Unsere Speicher können mehr Gas aufnehmen, als Österreich in einem Jahr verbraucht“, erklärt er. Neben Lettland sei Österreich das einzige Land der Europäischen Union, auf das dies zutreffe.
Mehrere Instrumente sichern Gasversorgung
Neben den regulären Speichermengen setzt Österreich auf mehrere zusätzliche Vorsorgeinstrumente. Dazu gehören nach Angaben des österreichischen Energieministeriums die strategische Gasreserve, verpflichtende Gasvorräte für Kraftwerke und besonders geschützte Reserven von Industriebetrieben. Die strategische Gasreserve hat Österreich zuletzt bis April 2029 verlängert. Sie soll mögliche Versorgungsengpässe und geopolitische Risiken abfedern.
Bei der Einordnung der Speicherstände verwendet das Ministerium allerdings zwei unterschiedliche Bezugsgrößen. Neben dem Füllstand von 65 Prozent gibt es an, dass die derzeit gespeicherten 65,4 Milliarden kWh rund 87 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs abdeckten. Zugleich beziffert das BMWET den Jahresverbrauch auf 75 bis 80 Milliarden kWh. Rechnerisch entsprechen die vorhandenen Mengen damit – je nachdem, welcher Wert aus dieser Spanne zugrunde liegt – rund 82 bis 87 Prozent des Jahresverbrauchs. Für die Versorgung im kommenden Winter verweist Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur neben den gespeicherten Mengen auf stabile Gasimporte und eine verstärkte heimische Gasförderung in Wittau in Niederösterreich.
Die OMV hat dort am 18. Mai dieses Jahres die Gasproduktion aufgenommen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den größten österreichischen Gasfund seit rund 40 Jahren. In der ersten Ausbaustufe sollen 11 Milliarden kWh Erdgas erschlossen werden; insgesamt beziffert die OMV die förderbaren Ressourcen auf bis zu 48 Milliarden kWh. Bei vollständigem Ausbau soll Wittau die Gasproduktion der OMV in Österreich etwa verdoppeln.
Ministerium verweist auf Deutschland
Als Vergleich führt das BMWET Deutschland an. Dabei unterscheidet das Ministerium zwischen Speicherfüllstand und gespeicherter Menge im Verhältnis zum Jahresverbrauch. Die deutschen Speicher seien derzeit rund zur Hälfte gefüllt. Bezogen auf den Jahresverbrauch entspreche der vorhandene Vorrat dagegen lediglich 14 Prozent.
Die langsamere Befüllung in Deutschland führt das BMWET vor allem auf fehlende wirtschaftliche Anreize zurück. Eine Kilowattstunde Gas koste derzeit 6,6 Cent an der Börse, nach 3,3 Cent vor einem Jahr. Nach Darstellung des österreichischen Ministeriums appellierten deutsche Behörden deshalb an die Marktteilnehmer, mehr Gas einzuspeichern, und erwögen ein Modell nach österreichischem Vorbild. (ds)
Österreich verfügt laut Ministerium zugleich über vergleichsweise große Speicherkapazitäten, wie es weiter aus Wien heißt. Insgesamt können die Anlagen rund 100 Milliarden kWh Gas aufnehmen. Dem stellt das BMWET einen Jahresverbrauch von 75 bis 80 Milliarden kWh gegenüber.
Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verweist vor allem auf die Rolle der Speicher für die Versorgungssicherheit. „Unsere Speicher können mehr Gas aufnehmen, als Österreich in einem Jahr verbraucht“, erklärt er. Neben Lettland sei Österreich das einzige Land der Europäischen Union, auf das dies zutreffe.
Mehrere Instrumente sichern Gasversorgung
Neben den regulären Speichermengen setzt Österreich auf mehrere zusätzliche Vorsorgeinstrumente. Dazu gehören nach Angaben des österreichischen Energieministeriums die strategische Gasreserve, verpflichtende Gasvorräte für Kraftwerke und besonders geschützte Reserven von Industriebetrieben. Die strategische Gasreserve hat Österreich zuletzt bis April 2029 verlängert. Sie soll mögliche Versorgungsengpässe und geopolitische Risiken abfedern.
Bei der Einordnung der Speicherstände verwendet das Ministerium allerdings zwei unterschiedliche Bezugsgrößen. Neben dem Füllstand von 65 Prozent gibt es an, dass die derzeit gespeicherten 65,4 Milliarden kWh rund 87 Prozent des österreichischen Jahresverbrauchs abdeckten. Zugleich beziffert das BMWET den Jahresverbrauch auf 75 bis 80 Milliarden kWh. Rechnerisch entsprechen die vorhandenen Mengen damit – je nachdem, welcher Wert aus dieser Spanne zugrunde liegt – rund 82 bis 87 Prozent des Jahresverbrauchs. Für die Versorgung im kommenden Winter verweist Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur neben den gespeicherten Mengen auf stabile Gasimporte und eine verstärkte heimische Gasförderung in Wittau in Niederösterreich.
Die OMV hat dort am 18. Mai dieses Jahres die Gasproduktion aufgenommen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um den größten österreichischen Gasfund seit rund 40 Jahren. In der ersten Ausbaustufe sollen 11 Milliarden kWh Erdgas erschlossen werden; insgesamt beziffert die OMV die förderbaren Ressourcen auf bis zu 48 Milliarden kWh. Bei vollständigem Ausbau soll Wittau die Gasproduktion der OMV in Österreich etwa verdoppeln.
Ministerium verweist auf Deutschland
Als Vergleich führt das BMWET Deutschland an. Dabei unterscheidet das Ministerium zwischen Speicherfüllstand und gespeicherter Menge im Verhältnis zum Jahresverbrauch. Die deutschen Speicher seien derzeit rund zur Hälfte gefüllt. Bezogen auf den Jahresverbrauch entspreche der vorhandene Vorrat dagegen lediglich 14 Prozent.
Die langsamere Befüllung in Deutschland führt das BMWET vor allem auf fehlende wirtschaftliche Anreize zurück. Eine Kilowattstunde Gas koste derzeit 6,6 Cent an der Börse, nach 3,3 Cent vor einem Jahr. Nach Darstellung des österreichischen Ministeriums appellierten deutsche Behörden deshalb an die Marktteilnehmer, mehr Gas einzuspeichern, und erwögen ein Modell nach österreichischem Vorbild. (ds)
© 2026 Energie & Management GmbH
Freitag, 28.08.2026, 13:15 Uhr
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