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Enerige & Management > Wärmenetz - ​Stawag steigt von Braunkohle auf Abfall um
Quelle: Stawag
WÄRMENETZ:
​Stawag steigt von Braunkohle auf Abfall um
Die Aachener Stawag nutzt ab 2029 keine Braunkohle mehr. Stattdessen kommt die Wärme aus einer Müllverbrennungsanlage. Die Verträge wurden nun unterzeichnet.
 
Ab 2029 bezieht die Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG − kurz Stawag − einen Teil der Wärmeversorgung der Stadt Aachen aus der Müllverbrennungsanlage Weisweiler. Bislang kommt die Wärme in Form von Abwärme aus dem Braunkohlekraftwerk Weisweiler der RWE Power nach Aachen. Der Wechsel wurde nun vertraglich fixiert.

Rund 65 Millionen Euro investiert die MVA Weisweiler in eine neue Turbine, um die benötigte Wärme in Form von Kraft-Wärme-Kopplung zu gewinnen, heißt es in einer Mitteilung der Stawag. RWE transportiert die ausgekoppelte Wärme über die bestehende 17 Kilometer lange Leitung nach Aachen und zu benachbarten Kommunen wie Eschweiler und Inden.

Die Turbine kommt auf eine Wärmeleistung von 95 MW und soll jährlich rund 300 Millionen kWh Wärme für Aachen und die anderen Kommunen produzieren. Dies entspricht in etwa der Menge, die die Stawag bereits heute aus der Wärmeauskopplung des Braunkohlekraftwerks bezieht. Der letzte Block dort soll im April 2029 abgeschaltet werden.

Die MVA Weisweiler ist eine Müllverbrennungsanlage, die pro Jahr rund 360.000 Tonnen Abfall von 820.000 Bürgerinnen und Bürgern entsorgt. In der Anlage werden Gewerbeabfälle sowie Restmüll verwertet. Das Unternehmen gehört zu gleichen Teilen der AWA Entsorgung GmbH, deren kommunale Gesellschafter aus der Stadt und dem Raum Aachen stammen, sowie der EGN Entsorgungsgesellschaft in Viersen, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadtwerke Krefeld.

„Mit der heutigen Unterschrift geht die MVA Weisweiler erneut einen großen Schritt in Richtung Klimaschutz. Dies ist besonders wichtig für die gesamte Region Aachen und Düren“, so Kerstin Abraham, Vorständin der Stadtwerke Krefeld. Durch die Investition in die neue Turbine werde der energetische Wirkungsgrad verdoppelt, außerdem würden durch die Fernwärmeauskopplung die Wärmeverluste über den Kühlturm erheblich reduziert.

Christian Becker, Vorstand der Stawag, ergänzte, dass der nun unterzeichnete Vertrag es ermögliche, die bezogene Fernwärme möglichst klimafreundlich zu produzieren. „Dazu setzen wir auf einen neuen Erzeugungsmix: Dieser umfasst nicht nur die Auskopplung aus der Müllverbrennungsanlage, sondern auch die Nutzung von Tiefengeothermie, Thermalquellen und weiteren Wärmeauskopplungen.“
 

Stefan Sagmeister
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Donnerstag, 13.03.2025, 16:06 Uhr

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