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Enerige & Management > F&E - Stadtwerke Schwerin forschen zu Wickroggen
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
F&E:
Stadtwerke Schwerin forschen zu Wickroggen
Die Biogasanlage der Stadtwerke Schwerin soll mit einer spezifischen Zusammensetzung der Substrate besonders effizient werden.
 
Die Stadtwerke Schwerin setzen bei der Weiterentwicklung ihrer Biogasanlage auf wissenschaftliches Know-how. Gemeinsam mit der Universität Rostock und der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Rostock (Lufa) wird derzeit erforscht, wie sich die Substrate in den Fermentern künftig noch besser nutzen lassen, ohne die Anlage zu beeinträchtigen. Im Zentrum steht dabei der Wickroggen, eine Mischung aus Roggen und Wicke.

Wickroggen verbinde mehrere Vorteile, schreiben die Stadtwerke: Die Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Erbsen, Linsen, Klee) bindet Stickstoff und verbessert damit die Bodenfruchtbarkeit. Zudem bietet die Blüte ein reiches Nahrungsangebot für Insekten und trägt so zur Biodiversität auf den Feldern bei. Bisher setzen die Stadtwerke überwiegend auf Mais- und Roggensilage aus Mecklenburg-Vorpommern und Nordbrandenburg. Künftig sollen Substrate wie Wickroggen in einem höheren Anteil in der Anlage genutzt werden.

Um den Einfluss der unterschiedlichen Substratmischungen auf die Gasproduktion zu analysieren, arbeiten die Partner mit kleinen Kopien der Schweriner Biogasanlage, sogenannten Bioreaktoren, an der Universität Rostock. Dafür wurden Mikroorganismen direkt aus den Fermentern entnommen.

Unter Laborbedingungen lässt sich präzise nachverfolgen, wie sich variierende Mischungsverhältnisse auf die Prozessstabilität und die Energieausbeute auswirken. „Die richtige Mischung unserer Substrate ist entscheidend, um eine optimale Gasproduktion zu gewährleisten“, sagt Marco Schult, Leiter der Erzeugungsanlagen bei den Stadtwerken Schwerin und Geschäftsführer der Bioenergie Schwerin GmbH.

Die Biogasanlage der Stadtwerke ist seit 2007 in Betrieb. Im Jahr 2024 produzierte sie 22,5 Millionen kWh Ökostrom und 23,4 Millionen kWh grüne Wärme. Damit deckt die Anlage rund sieben Prozent des Schweriner Fernwärmebedarfs.
 

Stefan Sagmeister
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