
Quelle: Fotolia / mik38
STUDIEN:
Stadtwerke fordern regionale Vermarktung von Solarstrom
Die regionale Vermarktung von Solarstrom könnte die Energieversorgung stabiler und günstiger machen. Das besagt eine von den Stadtwerken Speyer und Trier in Auftrag gegebene Studie.
Der gesetzliche Rahmen für die Vermarktung von Solarstrom auch aus kleineren Erzeugungsanlagen gehört reformiert. Dafür plädieren
die Stadtwerke aus Speyer und Trier. Ihre Forderung nach einer regionalen Vermarktung des Sonnenstroms unterfüttern sie mit
einer Studie, die sie beim Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität − kurz „IKEM“ (Ikem) − in Berlin in Auftrag gegeben
hatten.
Mit einem neuen Rechtsrahmen für dezentrale und regionale Vermarktungsmodelle könne die Energieversorgung stabiler und günstiger werden, ist eine zentrale Erkenntnis. Denn mit einer Änderung bliebe eine gehörige Menge Grünstroms vor der bilanziellen Umwidmung in Graustrom verschont.
Dieses passiert, wenn Privatstrom kleiner Solaranlagen ins öffentliche Netz wandert, weil die Erzeuger ihn nicht direkt verbrauchen oder speichern können. Mit dem Verkauf des Sonnenstroms durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) an der Strombörse erhalten die Energiemengen automatisch den Stempel Graustrom mit unbekannter Herkunft. Die Ikem-Studie sieht in der Vermarktung durch die ÜNB am Spotmarkt eine „verschenkte Chance“ für die Energiewende vor Ort.
Lokale Preissignale lindern Netzengpässe und fördern Speicher
Der produzierte Sonnenstrom stehe „damit bilanziell für die regionale Wertschöpfung nicht mehr zur Verfügung“, so Arndt Müller, Vorstand der Stadtwerke Trier. Für ein Modell der regionalen Stromvermarktung aus Wind- und Sonnenkraft setzt sich daher auch Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, ein. Dafür seien die Infrastruktur anzupassen, die Zusammenarbeit vor Ort zu intensivieren und der rechtliche Rahmen für die Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien weiterzuentwickeln.
Ein klimaneutrales, sektorengekoppeltes Energiesystem profitiere nach Ansicht der Versorger von der regionalen Stromvermarktung. Auch sehen die kooperierenden Stadtwerke in lokalen Preissignalen einen wirtschaftlichen Anreiz, Netzengpässe zu reduzieren und den Einsatz von Speichern zu fördern.
Dass EEG-geförderten Erneuerbaren-Anlagen das Ausweisen von Herkunftsnachweisen verboten ist, stellen die Autoren der Untersuchung infrage. Ziel müsse es sein, die Nachweise nach klaren Kriterien zu gestalten. In diesem Zusammenhang schreibt die Analyse der regionalen Grünstrom-Vermarktung eine Schlüsselrolle zu.
Grundversorger sollen Regio-Strom vermarkten dürfen
Ihr Vorschlag ist, den Grundversorgern zu erlauben, Strom aus kleinen Solaranlagen vor Ort zu vermarkten. So könne der Strom direkt an die Verbraucher der Umgebung gehen, die „im ohnehin teuren Grundversorgungstarif gebunden sind“.
Weitere Vorschläge der Untersuchung sind:
Die Untersuchung „Regionale Vermarktung von PV-Strom “ steht auf der Internetseite der Stadtwerke Speyer zum Download bereit.
Mit einem neuen Rechtsrahmen für dezentrale und regionale Vermarktungsmodelle könne die Energieversorgung stabiler und günstiger werden, ist eine zentrale Erkenntnis. Denn mit einer Änderung bliebe eine gehörige Menge Grünstroms vor der bilanziellen Umwidmung in Graustrom verschont.
Dieses passiert, wenn Privatstrom kleiner Solaranlagen ins öffentliche Netz wandert, weil die Erzeuger ihn nicht direkt verbrauchen oder speichern können. Mit dem Verkauf des Sonnenstroms durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) an der Strombörse erhalten die Energiemengen automatisch den Stempel Graustrom mit unbekannter Herkunft. Die Ikem-Studie sieht in der Vermarktung durch die ÜNB am Spotmarkt eine „verschenkte Chance“ für die Energiewende vor Ort.
Lokale Preissignale lindern Netzengpässe und fördern Speicher
Der produzierte Sonnenstrom stehe „damit bilanziell für die regionale Wertschöpfung nicht mehr zur Verfügung“, so Arndt Müller, Vorstand der Stadtwerke Trier. Für ein Modell der regionalen Stromvermarktung aus Wind- und Sonnenkraft setzt sich daher auch Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer, ein. Dafür seien die Infrastruktur anzupassen, die Zusammenarbeit vor Ort zu intensivieren und der rechtliche Rahmen für die Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien weiterzuentwickeln.
Ein klimaneutrales, sektorengekoppeltes Energiesystem profitiere nach Ansicht der Versorger von der regionalen Stromvermarktung. Auch sehen die kooperierenden Stadtwerke in lokalen Preissignalen einen wirtschaftlichen Anreiz, Netzengpässe zu reduzieren und den Einsatz von Speichern zu fördern.
Dass EEG-geförderten Erneuerbaren-Anlagen das Ausweisen von Herkunftsnachweisen verboten ist, stellen die Autoren der Untersuchung infrage. Ziel müsse es sein, die Nachweise nach klaren Kriterien zu gestalten. In diesem Zusammenhang schreibt die Analyse der regionalen Grünstrom-Vermarktung eine Schlüsselrolle zu.
Grundversorger sollen Regio-Strom vermarkten dürfen
Ihr Vorschlag ist, den Grundversorgern zu erlauben, Strom aus kleinen Solaranlagen vor Ort zu vermarkten. So könne der Strom direkt an die Verbraucher der Umgebung gehen, die „im ohnehin teuren Grundversorgungstarif gebunden sind“.
Weitere Vorschläge der Untersuchung sind:
- eine Reform der Netzentgelte auf Bundesebene nach dem Verursacherprinzip, für faire und marktgerechte Kostenstrukturen
- ein systemdienlicher Einsatz von Stromspeichern mit dem Ziel, einen flexiblen und kostengünstigen Einsatz von Batterien durch die Verteilnetzbetreiber und lokale Marktteilnehmer zu ermöglichen
- den Ausbau von Batteriespeichersystemen an zu schaffende lokale Preissignale zu koppeln, was auch die Redispatch-Kosten senken könnte
Die Untersuchung „Regionale Vermarktung von PV-Strom “ steht auf der Internetseite der Stadtwerke Speyer zum Download bereit.
Volker Stephan
© 2025 Energie & Management GmbH
Dienstag, 18.03.2025, 15:20 Uhr
Dienstag, 18.03.2025, 15:20 Uhr
Mehr zum Thema