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Enerige & Management > F&E - Speicherprojekt kombiniert Talsperren und Bergbau
Die Okertalsperre im Harz: derzeit mit eher wenig Wasser. Quelle: TU Clausthal
F&E:
Speicherprojekt kombiniert Talsperren und Bergbau
Ein neues Projekt im Harz verknüpft Talsperren mit alten Bergbauhohlräumen. Damit will die TU Clausthal Energiespeicherung, Wasserschutz und Klimaanpassung miteinander kombinieren.
 
Die Energiewende verlang nach leistungsstarken Speichern. Zugleich steigt der Druck durch Extremwetter auf die Wasserwirtschaft. Ein Verbund aus fünf Hochschulen und fünf Unternehmen will deshalb Talsperren im Harz mit alten Bergbauhohlräumen kombinieren. Das Projekt trägt den Namen „EWAZ-Transfer“ und wird von der Technischen Universität Clausthal koordiniert. 

Mitte September gab Melanie Walter den offiziellen Startschuss für das Projekt an der Okertalsperre, zwölf Kilometer südlich von Goslar (Niedersachsen). Die niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung betonte, dass das Projekt sowohl den Klimaschutz als auch die kommunale Daseinsvorsorge voranbringen soll. Im Fokus stehe die Verbindung von Energiespeicherung mit wasserwirtschaftlichen Aufgaben wie Trinkwassersicherung, Hochwasserschutz und der Abmilderung von Niedrigwasser.

Die TU Clausthal bringt in das Projekt ihre Expertise im Bereich der Nachnutzung von Bergbauinfrastruktur ein. Die Nachnutzung bestehender Bergbauhohlräume entspricht dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft: Bereits vorhandene Strukturen würden weiterverwendet, anstatt neue Eingriffe in die Umwelt vorzunehmen. Das schone Ressourcen und stärke zugleich die regionale Wertschöpfung. Darauf verweisen Universitätspräsidentin Sylvia Schattauer und Professor Jens-Andre Paffenholz vom Institut für Geotechnologie und Rohstoffkunde der TU Clausthal.

Pilot-Kraftwerk geplant

Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines Pilot-Kraftwerks, das Talsperren und Bergbaustrukturen miteinander verbindet. Für die Umsetzung wollen die Forschenden zunächst geotechnische Untersuchungen und Simulationen durchführen. Diese sollen klären, wie sich die Kombination von Talsperren und Bergbauhohlräumen technisch realisieren lässt und welche Kapazitäten für Pumpspeicher dabei entstehen können.

Das Vorhaben verfolgt laut der TU Clausthal mehrere Ziele: Es umfasst die systemische Betrachtung von Standorten, die Anpassung bestehender Infrastruktur an den Klimawandel, die Konzeption des ersten Kombi-Kraftwerks sowie die Optimierung der Betriebsführung. Dabei wollen die Wissenschaftler sowohl den Betrieb im Verbund als auch von Einzelanlagen in den Blick nehmen. Der Ansatz gilt, so betonen sie, als innovativ, da er Energie- und Wassersysteme erstmals eng verzahnt.

Das Projekt ist angesetzt auf über zwei Jahre. Es hat ein Gesamtvolumen von knapp 2,4 Millionen Euro. Davon stammen rund 1 Million Euro aus EU-Fördermitteln. Etwa 1,4 Millionen Euro tragen die beteiligten Industriepartner, darunter die Harzwasserwerke, Uniper, Harz Energie, die VGH Versicherungen und die Öffentliche Versicherung Braunschweig. Neben der TU Clausthal sind auch die TU Braunschweig, die Hochschule Ostfalia, die Universität Göttingen und die Leibniz Universität Hannover beteiligt.

Nach Angaben der TU Clausthal soll das Projekt zeigen, wie Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für Energie und Wasser arbeiten können. Aus der Kombination aus Energiespeicherung und Klimaanpassung erhoffen sich die Partner nicht nur für den Harz, sondern auch für andere Regionen in Niedersachsen einen Modellcharakter der Anlage.
 

Davina Spohn
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